„Bauen für Bremen – Architektur in der Hansestadt“: Harm-Haslob-Werkschau

Das Zitat der „Kommode“

Das Wuppesahl-Gebäude auf dem Teerhof zitiert die „Umgedrehte Kommode“. ·
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Das Wuppesahl-Gebäude auf dem Teerhof zitiert die „Umgedrehte Kommode“. ·

Bremen - Von Thomas KuzajSeine Arbeit ist das, was gerne mit dem Begriff „stadtbildprägend“ bezeichnet wird. Über Jahrzehnte hat der Architekt Harm Haslob, 70, an markanten Stellen Bremens gebaut. Jetzt widmet das Bremer Zentrum für Baukultur (BZB) ihm eine Werkschau, die bis zum 9. April im Speicher XI in der Überseestadt zu sehen ist.

Sie vereint Bauten und Projekte aus gut 40 Jahren. Dazu zählen Schulgebäude und der Erweiterungsbau des Rembertistifts (1974), die Seenotretter-Zentrale an der Werderstraße (1995 und 2010) und die Domshof-Passage (1996). Auch die Region ist vertreten – beispielsweise mit dem Rathaus in Stuhr (1985) und dem Wiebe-Verwaltungsgebäude in Achim (1993).

Das von Haslob und Peter Hartlich 1970 gegründete Architekturbüro firmierte unter „Architekten Haslob Hartlich“, „Zill Haslob Hartlich Schütz“, „Haslob Hartlich Schütz“, „Haslob Hartlich + Partner“ sowie „Haslob Kruse + Partner“. Die Werkschau führt Kontinuitäten vor Augen – so etwa, wie es beim BZB heißt, „eine besondere Affinität zu Material und Detail, aber auch das Bestreben, Funktionsgerechtigkeit mit der Ausbildung einer klaren räumlichen Identität in Einklang zu bringen“.

Zugleich ist zu erkennen, wie sich Zeitströmungen in Haslobs Arbeit spiegelten und spiegeln. Anfangs die Moderne mit ihrer Betonung des Funktionalen. Später, Ende der 70er bis Mitte der 90er Jahre, die Postmoderne mit ihren spielerischen und bildhaften Elementen – das allerdings nie exzessiv, sondern sozusagen in einem hanseatischen Rahmen. Zeitgenössische Haslob-Bauten lassen Inneres und Äußeres geradezu ineinander aufgehen – zum Beispiel das Beluga-Gebäude (2009) auf dem Teerhof mit seiner unverkennbaren Schiffs-Anmutung. Bauwerke wie dieses „zeugen von einer skulpturalen Entwurfsauffassung“, heißt es beim BZB.

Ein schönes Beispiel für die postmoderne Periode ist das Wuppesahl-Gebäude auf dem Teerhof (1990 bis 1992), dessen Name auf den Assekuranzmakler Carl Wuppesahl (1873 bis 1954) zurückgeht. Das Verwaltungsgebäude der Seeversicherer ist in seiner äußeren Form ein Zitat. Es ist der „Umgedrehten Kommode“ nachempfunden, die auf der anderen Seite der Wilhelm-Kaisen-Brücke das Bild dieser Weserseite mitprägt.

Zur Haslob-Werkschau ist der 15. Band der Schriftenreihe des Bremer Zentrums für Baukultur erschienen. „Harm Haslob – Bauten und Projekte aus 40 Jahren“ ist für 30 Euro im Buchhandel und beim BZB zu kaufen. Zur Ausstellung bieten die Architekturexperten außerdem Führungen mit Harm Haslob an. Die erste von ihnen beginnt am Donnerstag, 1. März, um 17.30 Uhr. Thema: „Börsenhof B und Petrihof – Umbau und Erweiterung“. Treffpunkt: Haupteingang Marktstraße. Anmeldung unter Telefon 0421/96 021 136.

http://www.bzb-bremen.de

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