Dem Zeugen auf der Spur

Gericht setzt Prozess gegen „Mongols“-Chef aus

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Der Prozess gegen Ibrahim M. (l.) und seine mutmaßichen Mittäter wurde ausgesetzt.

Bremen - Von Steffen Koller. Der Prozess gegen fünf Männer im Alter von 38 bis 69 Jahren unter anderem wegen Anstiftung zur versuchten räuberischen Erpressung und Körperverletzung ist Freitag eine Stunde nach Verhandlungsbeginn ausgesetzt worden.

Zwei Angeklagte waren nicht zum Verhandlungsauftakt erschienen. Und auch ein Hauptbelastungszeuge ist nicht auffindbar. Er konnte daher nicht geladen werden, „der Adresse sind wir aber auf der Spur“, so der Vorsitzende.

Es ist wohl eine Horrorvorstellung eines jedes Geschäftsinhabers. Eines Tages stehen muskelbepackte Kerle im Laden, wollen Geld und untermauern ihre Forderungen mit Gewalt oder Drohungen. Genau ering es laut Anklage Opfern in Bremen. In zwei Fällen aus dem Jahr 2012 hätten die Angeklagten die Ladenbesitzer mit mehreren Personen aufgesucht und 30.000 beziehungsweise 50.000 Euro gefordert.

Drohungen sollen in die Tat umgesetzt worden sein 

Der ehemalige Chef des Bremer Motorrad-Clubs „Mongols MC“, Ibrahim M. (46) soll hierzu den Auftrag erteilt haben. In einem Fall sollen die Angeklagten damit gedroht haben, nicht nur den Laden kurz und klein zu hauen, sondern auch den Geschäftsinhabern oder deren Familienmitgliedern Gewalt anzutun.

Bei einem Vorfall hätten die Männer ihre Drohungen auch in die Tat umgesetzt, heißt es in der Anklageschrift. Die Angeklagten und andere Personen hätten ihrem Opfer mehrfach an den Kopf und ins Gesicht geschlagen. Im Juli des gleichen Jahres soll sich das Vorgehen wiederholt haben, nur musste laut Anklage nun ein anderer Ladenbesitzer dran glauben. In beiden Fällen soll es nicht zur Zahlung gekommen sein.

Auf der Anklagebank sitzt unter anderem Ibrahim M. Der ehemalige „Mongols“-Chef gehört zu einer Bremer Großfamilie, sitzt seit 2014 wegen bandenmäßigen Drogenhandels im Gefängnis. So eindeutig die Sachlage damals, so schwierig gestaltet sich die juristische Aufarbeitung der jetzigen Fälle, weil zwei Angeklagte nicht vor Gericht erschienen. Ein Angeklagter sei für das Landgericht nicht auffindbar, so der Vorsitzende Richter. Der andere befände sich seit kurzem im schweizerischen Basel in Untersuchungshaft, berichtete eine Oberstaatsanwältin.

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