Drehstart von „Neue Vahr Süd“ in Bremen: Käfer und Enten rollen über die Sielwall-Kreuzung

Zeitreise ins Steintor der 80er

Zeitreise in die 80er: Das Cinema erstrahlt in Klinkerfassaden-Optik, Hochflur-Straßenbahnzüge rattern in rot-gelbem Outfit durchs Viertel.Fotos (2): Buhr

Bremen - Von Natascha Buhr · „Wieder auf Anfang!“, schallt es über die Sielwall-Kreuzung. Ein dunkelblauer Ford Granada fährt rückwärts auf seine Warteposition, vorbei an einer grauen Ente und einem weißen Käfer.

Was auf den ersten Blick wie ein Oldtimer-Treffen anmutet, sind die Dreharbeiten zum Film „Neue Vahr Süd“, der seit Sonntag in Bremen gedreht wird.

In den frühen 80er Jahren spielt Sven Regeners gleichnamige Romanvorlage. Sind wir damals wirklich solche Autos gefahren? Trugen unsere Eltern tatsächlich diese unförmigen, biederen Anzüge? Gefühlt sind die 80er Jahre erst seit gestern vorbei, beim Anblick der Straßenszene scheinen sie schon ein halbes Jahrhundert verstrichen. „Wenn ich mich hier so umgucke, dann sehe ich automatisch meine Eltern vor mir“, sagt Frederick Lau. Der 20-Jährige spielt Sven Regeners Protagonisten Frank Lehmann. Er selbst war nicht einmal geboren, als seine Filmfigur 1980 zur Bundeswehr eingezogen wird und später in eine linke Chaos-WG ins Steintor-Viertel zieht. Für ihn liegen die 80er offenbar auch gefühlt Jahrhunderte zurück.

Dreharbeiten im Steintor

Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Natascha Buhr
Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Natascha Buhr
Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Natascha Buhr
Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Natascha Buhr
Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Natascha Buhr
Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Natascha Buhr
Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © Mediengruppe Kreiszeitung / Natascha Buhr
Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © dpa
Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © dpa
Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © dpa
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Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © dpa
Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © dpa
Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © dpa
Ganz im Aussehen der 80er-Jahre präsentiert sich dezreit das Steintor-Viertel in Bremen. Dort wird seit dem vergangenen Sonntag das Erfolgsbuch "Neue Vahr Süd" von Sven Regener verfilmt. © dpa

Um den Zeitgeist von NATO-Doppelbeschluss, Spießbürgertum und linker Anarcho-Szene perfekt wiederzugeben, hat die rund 100-köpfige Film-Crew schon in der Nacht zuvor begonnen, das „Eck“ im Viertel umzugestalten. Der Coffee-Shop wird für den Film zum „modernen Antiquariat“. Im Schaufenster nebenan hängen Schallplatten, und an der Häuserfassade prangt ein Transparent mit der Aufschrift „Stell dir vor, sie gäben einen Krieg und keiner käme!“. Selbst das Programmkino Cinema, erst kürzlich renoviert und auf modern getrimmt, erscheint in bescheidener Klinkerfassaden-Optik. „Shining“ und „Blues Brothers“ werden angekündigt, statt „Vincent will meer“. „Das haben wir alles Original-Aufnahmen nachempfunden“, sagt Produzentin Annett Neukirchen. Selbst die Komparsen schlurfen im 80er-Jahre-Look über die Straße: Eine kleine Gruppe Punks, ohne Piercings und Tattoos, alte Damen mit Hüten, junge Männer mit langen Haaren und Bärten. Und obwohl die 80er schon wieder gefeiert und kopiert werden, wirken die Statisten nur wenig retrohaft. Vereinzelt würden sie auch heute ins Straßenbild passen, so geballt wohl aber nicht. Gedreht wird gerade eine Katerfrühstück-Szene im „Dubrovnik“. Ein häufiger Treffpunkt von Lehmann in Regeners Roman.

Davon bekommt Micha Leykum nur wenig mit. Zusammen mit rund 700 anderen Komparsen hatte er sich Anfang April für den Film casten lassen. „Das Buch hab’ ich gelesen und wollte die Chance nutzen, dass der Film hier gedreht wird – das kommt ja nicht so oft vor“, sagt der 27-jährige Bremer. Auch Johanne Thurn wollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, eine Fimproduktion hautnah mitzuerleben. „Es ist etwas langweilig, weil wir eine ganze Weile hier stehen – ich weiß gar nicht, wann wir wieder dran sind“, sagt die 63-Jährige.

Dass der Film – wie das Buch – in Bremen spielt und auch dort gedreht wird, hält Regisseurin Hermine Huntgeburth („Effi Brest“, „Die weiße Massai“) für unverzichtbar. „Der Film ist für mich gar nicht denkbar, wenn er nicht auch an Originalschauplätzen gedreht würde.“ Regeners Roman hält sie für eine „grandiose Vorlage“. So grandios offenbar, dass für den Film „fast gar nichts verändert“ worden sei.

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