„Bremer Schnackbuch“ in neuer Auflage

Zeit für Tünkram und Sprachkultur

Blick ins reich bebilderte „Bremer Schnackbuch“ von Daniel Tilgner, dass jetzt in erweiterter Form vorliegt. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Braunkohl, „Raupipau“, „eisch“ – typisch bremische Begriffe. Begriffe, die ihre Heimat in einer ganz eigenen (und zuweilen eigenartigen) Sprach- und Sprechkultur haben, im „Missingsch“. Das ist der bremische Begriff für das Bremische, sprich: für eine einzigartige Mischung aus Platt- und Hochdeutsch. Gerne wird auch noch ein wenig dabei genuschelt.

Mit seinem „Bremer Schnackbuch“ hat der Historiker und Sprachliebhaber Dr. Daniel Tilgner, heute Referent am Landesinstitut für Schule, vor ein paar Jahren den schönsten Missingsch-Überblick seit dem Klassiker „Was’n in Bremen so sacht und wo ein fein auf hören muß“ aus den 70er Jahren herausgebracht. Jetzt bringt die Edition Temmen Tilgners Missingsch-Mission in vierter und erweiterter Auflage heraus (224 Seiten, Preis: 7,90 Euro).

Warum die AG „Weser“ einfach „Akschen“ genannt wurde, steht ebenso in diesem Buch wie eine Erklärung für den Begriff „Priölken“ (kleiner Tipp: sind im Ratskeller zu finden und man kann sich hineinsetzen). Tilgners Reise durch die bremische Mundart geht buchstäblich von A bis Z. Hier lässt sich jeder bremische Begriff (er-)klären, da muss man sich gar nicht „inne Klatten kriegen“ (streiten). Neben den (vielen) sprachlichen Besonderheiten und Redewendungen erklärt Tilgner etliche historische Zusammenhänge und das Wirken bedeutender Persönlichkeiten – das „Schnackbuch“ ist ja nicht zuletzt auch ein Buch über Bremen. Klar, dass darin auch so manche Legende zur Sprache kommt. Tilgner nimmt sich auch mal die Zeit für „Tünkram“ (oder auch „Dummtüch“). Denn soviel Zeit muss sein.

Ach, bevor wir es vergessen – was Braunkohl ist, dürfte auch außerhalb der bremischen Landesgrenzen bekannt sein. „Raupipau“ ist die Kurzform für die Rauch- und Pinkel-Pause bei der Eiswette. Und „eisch“, nun ja, ist jemand, der sich ziemlich ungezogen verhält.

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