Neues Thema im Bremer Krankenhausspiegel: Das Entlassmanagement

Die Zeit nach der Entlassung

Pflegekräfte schieben Essen für Patienten über einen Klinikflur. Die Organisation der Zeit nach dem Klinikaufenthalt ist jetzt als weitere Rubrik in den Bremer Krankenhausspiegel aufgenommen worden. - Foto: dpa

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Raus aus dem Krankenhaus – und dann? Genau darüber informiert jetzt der Bremer Krankenhausspiegel, in dem 14 Kliniken aus Bremen und Bremerhaven Daten und Angebote zu verschiedenen Behandlungsgebieten präsentieren. Die neue Rubrik „Entlassung aus dem Krankenhaus“ soll eine Lücke schließen.

Bei der Entlassung ist „ein hohes Maß an Kommunikation und Abstimmung erforderlich“, sagt Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD). Etwa 215.000 „vollstationäre Fälle“ zählen die Gesundheits-Statistiker Jahr für Jahr im Land Bremen; es sind etliche Patienten aus dem Umland darunter.

215.000-mal geht es also um die Frage, was nach dem Krankenhausaufenthalt folgt – zumal die Liegezeiten dort heute in der Regel kürzer sind als früher. Damit reduziert sich für viele Patienten auch die Zeit, sich auf „die Zeit danach“ einzustellen, in der womöglich manches neu organisiert und verändert werden muss.

„Heute geht kaum ein Patient völlig geheilt nach Hause“, sagt Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der Bremer Landesvertretung der Techniker-Krankenkasse. „Er wird entlassen, wenn die Heilung weit genug fortgeschritten ist.“ Und genau an dieser Stelle kommt das nun in den Krankenhausspiegel aufgenommene Entlassmanagement ins Spiel.

„Jeder Patient hat Anspruch darauf, dass die Entlassung aus dem Krankenhaus individuell und professionell vorbereitet wird“, so Quante-Brandt. „Wie der Bremer Krankenhausspiegel zeigt, bieten die Sozialdienste der Bremer Krankenhäuser umfassende und vielfältige Leistungen im Rahmen ihres Entlassmanagements an.“

Das Entlassmanagement kümmert sich beispielsweise um die medizinische Anschlussversorgung durch einen niedergelassenen Arzt, um einen möglicherweise notwendigen Krankentransport und um Reha-Möglichkeiten. Weitere Themen sind Anschlussbehandlungen wie etwa Physio-, Ergo-, Logo- und Psychotherapie.

Auch die ambulante Versorgung zu Hause – „Essen auf Rädern“, Pflegedienst, Haushaltshilfe – kann durch das Entlassmanagement einer Klinik organisiert werden. Anträge auf Finanzierung der notwendigen Hilfen bei den jeweils zuständigen Kostenträgern gehören auch dazu. Im Krankenhausspiegel finden sich jetzt Entlassmanagement und Sozialdienste der beteiligten Bremer Krankenhäuser mit ihren jeweiligen Leistungen und den entsprechenden Kontaktdaten. Für Patienten, die sich auf einen Krankenhausaufenthalt vorbereiten können, eine wichtige Möglichkeit der Vorbereitung. Wer als Notfall in die Klinik kommt, hat die Vorbereitungszeit natürlich nicht, dürfte aber dennoch von einem funktionierenden Entlassmanagement profitieren können.

Wobei es nach wie vor Lücken gibt – auch das wurde gestern bei der Präsentation des Krankenhausspiegels angesprochen. So dürfen Krankenhäuser bislang keine Arznei-, Heil- und Hilfsmittel verschreiben. Das führt zu unmnötiger Lauferei, wenn Patienten erst ein Rezept vom niedergelassenen Arzt holen (oder holen lassen) müssen. Damit sich das ändern kann, muss auf Bundesebene eine Rahmenvereinbarung zwischen Kliniken, Kassen und Ärzten unterzeichnet werden. Dazu ist es bislang nicht gekommen.

www.bremer-krankenhausspiegel.de

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