Döner, Säfte und Salate

Zehn Anbieter an einem Ort

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Eine abgesperrte „Brachfläche“ vor der Zentralbibliothek (links) – das Atrium im früheren Polizeihaus (Am Wall) soll bis Oktober nächsten Jahres deutlich verschönert werden.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Absperrbänder, herumliegende Kabel, leere Flächen – vor der Tür der Zentralbibliothek im früheren Polizeihaus (Am Wall) sieht es nicht gerade einladend aus.

Das soll sich nun ändern. Die Eigentümergesellschaft, so hieß es gestern, investiert etwa eine halbe Million Euro, damit alles schöner wird. Zur Verschönerung gehört ein Gastronomiekonzept. Ein „Food Court“ soll für neuen Schwung sorgen.

Rückblende. 2004 waren Umbau und Sanierung des alten Polizeihauses abgeschlossen. Als größter Mieter zog die Bibliothek ein, die eine Fläche von etwa 8 000 Quadratmetern nutzt. Im Atrium eröffnete ein Lokal mit dem Namen „Coyote“. Ein Bistro, Systemgastronomie. Ein Lokal, das nicht lief. „Eine übergroße Schnapsbar dominierte – das passte nicht in dieses Haus“, sagt Barbara Lison, Direktorin der Stadtbibliothek. Nach eineinhalb Jahren war das Kapitel „Coyote“ beendet. Es folgte: Leerstand. Wie in einem Roman ohne Handlung.

Unterdessen etablierten sich in den Geschäftsräumen am Rand der großen Atriumfläche die Suppenbar „Emmi“ und der Bäcker „Maître Stefan“ – mit Erfolg. „Diese beiden wollen wir behalten“, sagt Thomas Dökel denn auch. Der Gastronomiefachmann und Projektentwickler hat den Auftrag bekommen, ein Konzept für das Polizeihaus zu entwickeln.

Seine Idee ist ein „Food Court“ mit acht weiteren kleinen Betrieben, die schnell konsumierbare, dabei aber qualitativ hochwertige Speisen und Getränke anbieten. Eine Eröffnung zum 1. Oktober 2013 sei das Ziel, so Dökel.

Zur Suppenbar und dem Bäcker könnten zum Beispiel ein asiatische Küche, Spitzen-Döner, vegetarische Küche, frische Säfte, ein Indien-Spezialist, ein klassischer Bratwurstimbiss, eine Salatbar und ein kleiner Italiener kommen. Gäste aller Betriebe könnten gemeinsam auf der früheren „Coyote“-Fläche sitzen. Die Ansiedlung weiterer Gastronomiebetriebe wird auch möglich, weil das Tanzfilminstitut vom Erdgeschoss in eine „höhere Lage“ umziehen möchte, hieß es.

Dökel möchte „regionale Anbieter“ haben, „keine großen Filialisten“. Hinter „jedem Stand“ soll „eine Person“ für Qualität und Kontinuität stehen. Der „Food Court“ bekommt ein einheitliches Erscheinungsbild, ein Manager kümmert sich um Werbung und Internet. Die Öffnungszeiten aller Betriebe sollen gleich sein – etwa von 9 bis 20 Uhr. Dökel will das alte Podest herausnehmen und stattdessen kleine Tribünen aufstellen. Veranstaltungen wie Lesungen, Übertragungen von Werder-Spielen und Auftritte von Sportvereinen sollen für weitere Belebung sorgen – so die Idee.

„Der Standort wird durch die Bibliothek belebt“, sagt Lison und verweist auf jährlich 700 000 Besucher aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten. Zudem biete die Bibliothek 220 Veranstaltungen im Jahr an, der „Wall-Saal“ sei ein etablierter Ort dafür. In Zukunft müsse darauf geachtet werden, dass „jede Veranstaltung ihren optischen und akustischen Raum hat“.

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