Der Zauber der Grübchen

Maite Kelly zeigt in der Glocke eine bunte Bühnenshow

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Herzlich und etwas burschikos: Maite Kelly, großgeworden in der „Kelly Family“, zieht in der Bremer Glocke die Zuschauer in ihren Bann.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Aus Schmelz wird Druck. Zusammen mit ihrer jungen Band verwandelt Maite Kelly Roland Kaisers Schlager-Klassiker „Dich zu lieben“ in eine knackig-geradlinige Rock-Nummer mit verzerrten Gitarren-Riffs und hart angespieltem Schlagzeug.

Der Song ist schneller als das Original. Das kommt an, auch bei älteren Besuchern. Die Leute stehen auf und klatschen den Takt mit. Eine unerwartete und extravagante Nummer an einem bunten Abend. Maite Kelly, aufgewachsen in der Musikerfamilie „Kelly Family“, trat am Montagabend mit ihrer Show „Sieben Leben für Dich“ in die nahezu ausverkaufte Glocke auf. Es handelte sich um einen Termin auf einer Zusatztour. Aufgrund der hohen Nachfrage soll es noch eine weitere Zusatztour geben, wie die 37-Jährige ihren Fans ankündigte.

Die muntere Sängerin singt nicht nur mit viel Ausdruck, sondern zeigt auch viel Gefühl mittels Körpereinsatz. Während sie „Ich bin die Frau meines Lebens“ singt, spielt sie lasziv mit ihrem Kleid. Zu „Schuld war nur der Bossa Nova“ tänzelt sie hinab ins Publikum. Als sie die Bühnentreppe wieder erklimmt, reibt sie ihren Rücken am Geländer. Zu „Touche moi“ scheinen Wellen durch ihren Körper zu laufen.

Udo Jürgens erkannte das Potenzial der Grübchen

Kelly erzählt dem Publikum munter von Begegnungen mit dem Schlager- und Chanson-Business als kleines Kind. Udo Jürgens kniff ihr wohl einmal ein wenig in die Wange. „Da ich gut erzogen bin, habe ich gelächelt und dachte nur ,Autsch!‘. Jürgens sagte dann, ,Irgendwann kommen Dir die Grübchen noch zugute‘“, erzählt Kelly. Der Schlagerstar hat da wohl ein echtes Potenzial erkannt. 

„Egal, was los war, immer, wenn ich die eingesetzt habe, haben die Männer gemacht, was ich wollte“, sagt Kelly, lächelt charmant, so, dass ihre niedlichen Grübchen so richtig hervortreten. Mit diesem Anblick erntet sie eine ganze Menge Lacher. Ein bisschen Udo Jürgens steht auch auf dem Programm. So bereichert Kelly den Jürgens-Klassiker „Merci, Cherie“ nach einer Menge schweißtreibender Bühnenarbeit mit der Textzeile „Adieu, meine Füße tun weh!“.

.Neben Schlagern, angereichert mit sinnlichen bis burschikos-witzigen Bewegungseinlagen und munteren Seitenkommentaren, liegt Kelly auch der pathetische Auftritt. Dabei verarbeitet sie persönliche Erfahrungen, etwa in „Die Liebe ist größer als das Leben“. Zuvor erzählt die Sängerin, dass sie eines ihrer ersten Konzerte in einer Bremer Kirche gegeben hat, nachdem der Tod des Vaters ihrer Familie einen lähmenden Schlag versetzt hatte.

Song als Erinnerung an den verstorbenen Vater

Als sie dann die ergreifende und mit dem Schicksal versöhnende Erinnerung an ihren Vater singt, erscheint dieser als Schwarzweißbild auf der Leinwand. Die kleine Maite schaut ihm über die Schulter. Kelly singt den Song mit viel Kraft und einem mal fragenden, mal träumendem Blick in die Ferne. Vor den letzten Worten liegt eine kurze Pause. Applaus und Begeisterungsrufe schwellen an, brechen aber ab, als Kelly und Band noch einmal ansetzen.

Nachdem der Song pathetisch langsam zu Ende gegangen ist, macht das Publikum seiner Begeisterung Luft: Der Saal steht. Ein Applaushöhepunkt des Abends. Kelly steht mittlerweile am vordersten Rand der Bühne. Sie hat die Hände gefaltet und den Blick etwas nach oben gerichtet. Sie verbeugt sich vor dem Publikum und wirft ihm Luftküsse zu.

Marina Feldhusen aus Bremen ist begeistert von der Show. Sie hat Maite Kelly schon mit der „Kelly-Family“ gesehen als diese noch ein Kind war. „Solo singt sie noch lieblicher als mit den Kellys. Das find ich schön. Sie hat aber ein enormes Temperament. Einfach toll“, sagt Feldhusen.

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