Zahme Diskussion der grünen Jugend mit den Parteivorsitzenden

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Die Nachwuchsorganisation der Grünen trifft sich bei ihren Bundeskongress in Bremen mit den Parteivorsitzenden.

Bremen - Von Jan Ewringmann. Etwa 350 Teilnehmer diskutierten in Bremen auf dem Bundeskongress der Grünen Jugend. Höhepunkt war eine offene Fragestunde mit den Bundesvorsitzenden Cem Özdemir und Simone Peter.

Bedruckte Jutebeutel, Band-T-Shirts, Kapuzenpullover und Hipster-Brillen - wie eine politische Veranstaltung wirkt der 44. Bundeskongress der Grünen Jugend auf den ersten Blick nicht. Etwa 350 Mitglieder der Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen sind am Wochenende aus ganz Deutschland in Bremen zusammengekommen, um unter dem Motto „Leistung hat schon genug Gesellschaft“ Themen von Sexualität bis zum gesellschaftlichen Leistungsdruck zu besprechen.

Höhepunkt am Samstag war eine Podiumsdiskussion mit den Parteivorsitzenden Cem Özdemir und Simone Peter - das sogenannte „Vorsitzendengrillen“ im Jargon der grünen Jugend.

Man gibt sich locker und betont links. Traditionell vertritt die Grüne Jugend radikalere Positionen als die Mutterpartei. Aber: Wer regieren will, muss Kompromisse machen. Das sieht Kongressteilnehmer Tobias Retzbach aus Bonn so. „Solche Kompromisse müssen aber von der Basis getragen werden“, sagt der 23-Jährige.

Alleingänge wie die von Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann in der Asylpolitik - der grüne Politiker hatte im vergangenen Jahr der schwarz-roten Asylrechtsreform zugestimmt - sieht man bei der Grünen Jugend zum Beispiel nicht gern. „Wir haben keine Angst, Kritik an der Partei zu äußern. Das ist keine Ehrfurchtsveranstaltung“, so Retzbach.

Einig sind sich die Teilnehmer auf dem Bundeskongress, dass man das eigene Profil nicht zugunsten von mehr Macht aufgeben darf. „Regieren um des Regierens willen ist falsch“, sagt Kongressbesucher Marcel. Die schwarz-grüne Koalition in Hessen hält der 22-jährige Mindener daher für „eine Sache der Unmöglichkeit“.

Den Unterschied zwischen „Realos“ und Idealisten unter den Grünen sieht Erik Marquardt dagegen nicht so sehr. Der 27-Jährige bildet noch bis zum Herbst 2015 mit Theresa Kalmer die Doppelspitze der Grünen Jugend. Von der Bundespartei wünschen sich Kalmer und Marquardt vor allem, kontroverse Debatten nicht zu scheuen und konsequent zu den eigenen Forderungen zu stehen.

Allzu hart ins Gericht geht der Nachwuchs mit den Bundesvorsitzenden Peter und Özdemir jedoch nicht, die Diskussion verläuft relativ zahm. „Kompromisse sind in der Politik ein Zwischenschritt, um seinem Ziel näher zu kommen“, sagt Özdemir. Seine Vorsitzenden-Kollegin Peter ermuntert zum Abschluss den Nachwuchs, weiter kritisch und „stachelig“ zu bleiben, „damit wir nicht alt, grau und langweilig werden“.

dpa

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