1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bremen

„Wunder-Bar“: Umjubelte Premiere im GOP Bremen

Erstellt:

Von: Steffen Koller

Kommentare

Barkeeper mit ungeahnten Fähigkeiten: Till Schleinitz alias „TJ Wheels“ hat auf Rollschuhen einiges drauf.
Barkeeper mit ungeahnten Fähigkeiten: Till Schleinitz alias „TJ Wheels“ hat auf Rollschuhen einiges drauf. © GOP

Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder eine Show in voller Länge im Bremer GOP-Varieté-Theater in der Überseestadt. Und das Publikum zeigte sich von „Wunder-Bar“ begeistert.

Bremen – Wein und Bier stehen kalt, der DJ ist bereit für die Gäste. Doch dieser Abend könnte der letzte sein. Der Großunternehmer „Mr. Butterfinger“ hat die Straße gekauft – und mit ihr die „Wunder-Bar“, in der nun das Licht für immer erlöschen könnte. Die gleichnamige Show hat am Donnerstagabend umjubelte Premiere im Bremer GOP-Varieté-Theater gefeiert und faszinierte dabei mit einem Mix aus Drama, Party und Sinnlichkeit.

Was verrucht und sinnlich beginnt, wird am Ende zu einer riesengroßen Sause. Doch absehbar ist das alles nicht. Kaum etwas ist mehr planbar in der „Wunder-Bar“, denn der Verkauf steht kurz bevor. So soll der womöglich letzte Abend ein unvergesslicher werden – nicht nur für die Angestellten und Stammgäste, sondern auch für die Zuschauer im ausverkauften GOP in der Überseestadt. Die Idee zur Show war schnell gefasst, sagte Regisseur Detlef Winterberg noch kurz vor Beginn. Denn: „In einer Bar ist alles möglich.“ Recht sollte er behalten, die Show trumpft nicht nur mit Live-Musik und ausgeklügelter Licht-Performance auf, auch die akrobatischen Einlagen lassen so manchem Zuschauer sprichwörtlich den Atem stocken.

„Wunder-Bar“ im GOP: Jonglage, Akrobatik und Illusion

Jonglage auf Rollschuhen, Ring-Akrobatik in luftiger Höhe, dazu Illusionsnummern, die einen faszinieren, aber auch ratlos zurücklassen. „Wie macht der das nur?“ – wird der ein oder andere sich gefragt haben, als Winston Fuenmayor mit seiner magischen Comedy-Einlage nicht nur für Lacher, sondern auch für großes Staunen sorgte. Die Bar als Bühne, das Interieur als Requisit – diese Bar ist einzigartig, was nicht zuletzt an der durchdachten Geschichte hinter der Show liegt.

Inhaltliche Sequenzen greifen nahtlos ineinander über, die Story ist stimmig und die Besucher fiebern mit. Ob bei den „Ikarischen Spielen“ der ukrainisch-russischen Combo „Duo Fabulous“ oder der Rollschuh-Nummer von „TJ Wheels“ samt Jonglage. Spätestens als Sergey Timofeev einen Mix aus Handstand-Kunst und Kontorsion auf einem drehbaren Zauberwüfel in XXL-Format vollführt, hat die Show das Publikum auf ihrer Seite – und eine Frage bleibt: „Besitzt dieser Mann überhaupt eine Wirbelsäule?“ Action und Spannung, aber auch viel Sinnliches vereint die Darbietung, die zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie für eine Länge von zwei Stunden konzipiert wurde. Zuvor liefen die Shows maximal 90 Minuten – ohne Pause.

Und auch die zwei Stunden vergehen wie im Flug, nicht zuletzt, weil kurze Umbauunterbrechungen von der „Gastgeberin“ Julia von Miller und „Ava“, der Dame in Grün, gekonnt genutzt werden. Sei es für emotionale Gesangsstücke oder schräge Einlagen der Femme fatale „Ava“, die ein ums andere Mal für herzliche Lacher sorgen. Spontane „Stromausfälle“, ominöse Gäste und ein Barkeeper mit ungeahnten Fähigkeiten machen die Show zu etwas Besonderem, was das Publikum mit minutenlangem Applaus honoriert. Die alles entscheidende Frage bleibt jedoch: Erlischt das Licht in der „Wunder-Bar“ wirklich für immer?

„Wunder-Bar – Zauber der Begegnung“ ist noch bis einschließlich 8. Mai im Bremer GOP-Varieté-Theater (Am Weser-Terminal 4) zu sehen. Tickets für die zweistündige Show gibt es ab 39 Euro. In der Zeit vom 1. bis 18. April bietet das GOP zudem das Osterferien-Special „Kids für Nix“ an: Kinder bis 14 Jahren sehen die Show gratis, nur die erwachsenen Begleiter zahlen den regulären Eintritt. Weitere Infos und Tickets unter „www.variete.bremen.de“.

Auch interessant

Kommentare