Auf dem Goetheplatz will beim WM-Kick keine rechte Stimmung aufkommen

Wolken und Verbalattacken

Fritz-Walter-Wetter zum Anpfiff: Zahlreiche Bremer Deutschland-Fans suchen Schutz unterm Vordach des Bierstands.

Bremen - Von Jörg EsserBREMEN · Die Sitzbänke sind längst besetzt. Am Bierstand bilden sich Warteschlangen. Der Goetheplatz füllt sich. Nach eine Viertelstunde bis zum Anpfiff. Der Himmel bezieht sich. Es beginnt zu regnen. Fritz-Walter-Wetter. Auf der Großleinwand laufen deutsche und serbische Fußballer aufs Spielfeld – das WM-Spiel beginnt.

Und es regnet weiter. Das zerrt an den Nerven. Schirme werden aufgespannt. Das ärgert das Publikum auf den Sitzplätzen und in den hinteren Reihen. Es kommt zu unschönen Dialogen. Echte Stadionatmosphäre irgendwie. Wer überdacht steht, sieht nichts. Wer sitzt, sieht weiterhin Regenschirme. „Das müssen Beamte sein“, ruft ein junger Mann im Deutschland-Trikot.

Mag sein. Das Publikum (um die 500 Köpfe stark) ist bunt gemischt. Die Fans mit Deutschland-Utensilien sind jedoch in der Minderheit. Viele Leute tragen Zivil, verlängern die Mittagspause oder verlegen den Feierabend vor. Außerdem sind zahlreiche Athleten der „Special Olympics“ da, sie tragen Trainingsanzüge. Was soll’s. Was zählt, ist auf’m Platz. Der Ball ist rund.

Die Wolken verziehen sich, die Sonne kommt zum Vorschein. Die Serben sind hartnäckiger als die Wolken, das deutsche Spiel stottert. Und wird vom spanischen Schiri gebremst. Rot für Klose, Tor für Serbien. Der Schiri macht sich nicht zum Freund der deutschen Elf. Und auch nicht zum Freund der Bremer Zuschauer. Er muss einstecken – eine Verbalattacke folgt der nächsten. Pause. Der Diskussionsbedarf wird gestillt. Es herrscht immer noch Zuversicht. „Ein Tor fällt noch“, sagt eine junge Frau mit schwarz-rot-goldener Krone. Neue Zuschauer kommen hinzu. Und die wissen, wie’s steht. Das Informationssystem an der Straßenbahnhaltestelle funktioniert, übermittelt live den Spielstand.

Zweite Halbzeit. Elfmeter. Jubel. Deutschland-Fahnen werden geschwenkt. Poldi verschießt, versiebt die große Chance ziemlich kläglich. Serbien gewinnt. Für viele ist der Schiri der Schuldige. Macht ja nichts. Alles halb so schlimm. „Ghana hauen wir weg“, sind sich die Fans sicher. Jetzt ertönen auch Vuvuzelas. Und an den Bierständen bilden sich wieder lange Warteschlangen. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

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