Wohnungsnot: Bremer Aktionsbündnis setzt sich für Schlichtwohnungen ein

Perspektiven für Obdachlose

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Obdachlosen sollen Schlichtwohnungen angeboten werden.

Bremen - Das Aktionsbündnis „Menschenrecht auf Wohnen“ setzt sich für den Erhalt sogenannter Schlichtwohnungen ein, um Obdachlose von der Straße zu bekommen.

In Bremen gebe es in mehreren Siedlungen, die alle dem Wohnungskonzern Vonovia gehörten, etwa 200 dieser Wohnungen, sagte Bündnissprecher Joachim Barloschky. Die Vonovia lasse sie verwahrlosen. Mindestens eine Anlage solle abgerissen werden. Bertold Reetz von der diakonischen Wohnungslosenhilfe sagte, die Siedlungen seien ideal für Menschen, die mit regulären Nachbarschaften und Mietwohnungen nicht klarkämen.

Reetz schätzt, dass es in Bremen bis zu 500 wohnungslose Menschen gibt, von denen viele Interesse an den Schlichtwohnungen hätten. Die meisten dieser Wohnungen stünden derzeit leer „und vergammeln“, kritisierte Reetz. Der Bremer Verein für Innere Mission könne sie anmieten und dafür sorgen, dass die Eigentümer ihr Geld bekämen – und dass auch Strom und Wasser bezahlt würden. In den Siedlungen könnten Kontaktbüros eingerichtet werden, um die Mieter bei Bedarf begleiten zu können.

Nach einer einfachen Sanierung wären die Wohnungen gut nutzbar, hieß es. „Unter den Obdachlosen gibt es einige, die würden dabei gerne mit anfassen“, sagte Jonas Pot d‘Or, Sozialarbeiter in der Wohnungslosenhilfe der Inneren Mission. Falls die Vonovia kein Interesse hat, schlägt Reetz vor, dass die Stadt die Wohnungen kauft. Landesdiakoniepfarrer Manfred Meyer sagte, angesichts der herrschenden Wohnungsnot könne es sich Bremen nicht leisten, die Wohnungen leerstehen und zu Spekulationsobjekten verkommen zu lassen. Obwohl die Wohnungen keinen Luxus böten, sei die Unterkunft ideal, sagte Bernhard Richter, der seit 2013 in einer Schlichtwohnung im Bremer Westen lebt: „Ich wohne da total gern. Ich nerve keinen – und mich nervt auch keiner.“

Die beiden Bündnisse „Menschenrecht auf Wohnen“ und „Refugees welcome“ wollen am Sonnabend, 20. Februar, gegen Leerstände und für den Erhalt von Schlichtwohnungen demonstrieren. Treffpunkt: Bahnhof Walle, 14 Uhr.

epd

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