Glosse: Frohe Weihnachten!

Wo sind die grauen Kugeln?

Alle Jahre wieder ist es so eine Sache mit dem Weihnachtsschmuck. Findet man ihn wieder? Und findet man ihn dann auch noch gut?
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Alle Jahre wieder ist es so eine Sache mit dem Weihnachtsschmuck. Findet man ihn wieder? Und findet man ihn dann auch noch gut?

Bremen – Weihnachten… Zeit für Gespräche über Themen, die uns bewegen. Themen, die im Alltagstrubel untergehen, Themen, die sonst immer zu kurz kommen. Jetzt endlich ist sie gekommen, die Zeit für ein gutes Gespräch. So wie hier – in diesem von weihnachtlichem Glanz und Zauber erfüllten Wohnzimmer:

„Schatz, wo bist Du?“

„Hier! Im Wohnzimmer!“

„Was machst Du denn da – huch! Man sieht Dich ja kaum… so viele Kartons! Was ist denn hier los? Flohmarkt?“

„Weihnachten.“

„Wie bitte?“

„Weihnachten. Das ist unser Weihnachtsschmuck. Ich habe mal alles aus dem Keller geholt. Und aus den Schränken.“

„Alles rausgekramt, das sehe ich. Diese hässlichen blauen Dinger hier, ich dachte, die hätten wir schon vor Jahren weggeworfen.“

„Du wolltest die wegwerfen. Ich habe sie damals gerettet, ich finde die nämlich schön. Immer noch. Guck doch mal, die kleinen Tierchen auf den Sternen…“

„Ich habe jetzt keine Zeit, mir den alten Krempel anzugucken. Weihnachten!“

„Genau darum geht’s.“

„Der ganze Plunder hier, der passt doch niemals an unseren Baum. Mal abgesehen davon, dass so einiges vollkommen aus der Mode ist. Wie diese komischen Gestalten hier. Ich dachte, die hätten wir auch längst weggeworfen. Was – um Himmels willen – willst Du damit?“

„Ich möchte mir einen Überblick verschaffen.“

„Was machst Du?!“

„Ich sortiere unseren Weihnachtsschmuck.“

„Sortieren? Zur Mülltrennung, oder wie? Hör mal, wir müssen noch gründlich saugen, Gläser polieren, einige Geschenke verpacken, wir müssen den Braten vorbereiten und Kuchen backen, bevor wir–“

„Erst einmal möchte ich die Kugeln sortieren.“

„Wozu???“

„Sortieren entspannt mich. Diese Hektik, die vertrage ich nicht. Weihnachten, das soll doch ein besinnliches Fest sein.“

„Deine Entspannung, die regt mich auf! Am besten, du wirfst den ganzen Kram ganz schnell weg. Wir behalten – lass mich mal eben schauen – nur die neuen grauen Kugeln. Und den silbernen Schmuck, den ich gekauft habe; der kommt an den Baum. Und fertig. Sag mal, wo sind die grauen Kugeln denn eigentlich?“

„Wie gesagt: ich bin noch dabei, mir einen Überblick zu verschaffen. Aber ich bin schon gut vorangekommen! So, nur noch diese beiden Kartons. Und dann die da hinten.“

„Die grauen Kugeln! Wo sind die?“

„Die müssten in einer der anderen Schachteln sein. In einer von denen da hinten. Glaube ich.“

„Schatz – wenn Du Dich dann genügend entspannt hast mit Deinen Kartons…“

„…ja?“

„Würdest Du dann bitte – endlich – den Baum schmücken?“

„Baum schmücken? Jetzt schon? Da habe ich noch gar nicht dran gedacht. Und es wäre doch auch schade, alles wieder durcheinanderzubringen. Wenn der Schmuck gerade so schön einsortiert ist.“

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