Wissenschaftlicher Beirat des „Denkorts Bunker Valentin“ zieht positive Bilanz

Geschichte erleben

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Der wissenschaftliche Beirat des „Denkorts Bunker Valentin“ besichtigt das Gelände und die künftigen Infostationen.

Bremen - Von Projekten mit Bautätigkeit, die sowohl den finanziellen als auch zeitlichen Rahmen nicht sprengen, hört man in diesen Tagen selten. Der „Denkort Bunker Valentin“ in Farge darf sich wohl dazu zählen.

Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats der Gedenkstätte tagten gerade vor Ort und attestierten der Landeszentrale für politische Bildung, die Träger des Projektes ist, eine „vorbildliche Steuerung“ der baulichen Umgestaltung des ehemaligen Materialdepots in eine Gedenkstätte von nationaler Bedeutung. So sei weiterhin von einer Eröffnung des „Denkorts“ im Herbst 2015 auszugehen, sagte ein Sprecher der Landeszentrale.

Auf dem Gelände des ehemaligen U-Boot-Bunkers „Valentin“ hat sich einiges getan: Durch und um den Bunker herum ist ein neuer, breiter Erkundungsweg entstanden. Großformatige Bild- und Informationstafeln sollen die Besucher künftig leiten. An 26 Stationen können sie die Geschichte des Ortes erleben.

Die Bedruckung und Aufstellung der Infosteine steht unmittelbar bevor, so der Sprecher weiter. Auf dem Gelände soll demnächst auch ein Multimediaguide zur Verfügung stehen. Und auch das im Bunker befindliche Informationszentrum wird den Angaben zufolge bis zum Herbst fertiggestellt sein. Von hier aus können die Besucher in den sogenannten Ruinenteil des Bunkers blicken oder sich im neuen 280 Quadratmeter großen Ausstellungsraum umsehen.

Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates der Gedenkstätte lobten schon jetzt die Bildungsarbeit am „Denkort“, die erfolgreich sei. Sie zeigten sich überzeugt, dass mit der Öffnung des Geländes und der Verstetigung der Gedenkstätte ab 2016 ein „lebendiger Ort der politischen Bildungs- und Erinnerungsarbeit“ geschaffen werde, der über Bremen hinaus die nationale Gedenklandschaft bereichere.

Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats, sagte nach der Tagung in Farge: „Wir sind sehr beeindruckt vom Fortgang der Bauausführung und vor allem auch der Weiterentwicklung des ambitionierten inhaltlichen Konzeptes. Es geht jetzt darum, dieses Niveau nach der Eröffnung im November zu verstetigen.“

Stichwort Bunker:

Der Bunker „Valentin“ ist die Ruine einer U-Boot-Werft der deutschen Kriegsmarine aus dem Zweiten Weltkrieg. In den Jahren 1943 bis 1945 wurden hier Tausende von Zwangsarbeitern aus ganz Europa eingesetzt: Zivilarbeiter ebenso wie Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Mehr als 1 100 von ihnen starben während der Bauarbeiten an Unterernährung, Krankheiten und willkürlichen Tötungen. Auf der Werft, deren Fertigstellung für März 1945 geplant war, sollte ab Herbst 1945 alle zwei Tage ein Boot in Dienst gestellt werden. Der Bunker sollte jedem Bombenangriff standhalten. Er wurde deshalb mit bis zu sieben Meter dicken Decken und Wänden versehen. Heute ist er ein Ort der Erinnerung an den Krieg und an die Verbrechen der nationalsozialistischen Herrschaft. In einer fünfjährigen Projektphase wird er zum „Denkort Bunker Valentin“.

gn

www.denkort-bunker-valentin.de

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