Hommage an die Heimat

Premiere der Komödie „Sommerfest“ in der „Schauburg“

Nach der kleinen Stärkung stellten Regisseur Sönke Wortmann (von links) und die Schauspielerinnen Anna Bederke und Sandra Borgmann ihren neuen Film „Sommerfest“ vor. Im Anschluss hatten die rund 50 Besucher reichlich Gelegenheit, Fragen an das Trio zu stellen. - Foto: Koller
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Nach der kleinen Stärkung stellten Regisseur Sönke Wortmann (von links) und die Schauspielerinnen Anna Bederke und Sandra Borgmann ihren neuen Film „Sommerfest“ vor. Im Anschluss hatten die rund 50 Besucher reichlich Gelegenheit, Fragen an das Trio zu stellen. - Foto: Koller

Bremen - Von Steffen Koller. Markige Sprüche, Amateurfußball und eine Hommage an die Heimat: Die Komödie „Sommerfest“ hat am Dienstagabend mit ihrer Kinotour Station in Bremen gemacht. Rund 50 Besucher kamen dafür ins Kino „Schauburg“ im Viertel.

Und das nicht nur, um einen Film zu sehen, der durch ehrliche Herzlichkeit hervorsticht – auch Regisseur Sönke Wortmann samt Schauspielerkollegen Anna Bederke und Sandra Borgmann waren zur Premiere gekommen.

„Sehr schön hier. Süßes, kleines Kino“, ist von der Schauspielerin Anna Bederke („Schlussmacher“, Soul Kitchen“) zu hören, als sie am Dienstagabend die „Schauburg“ betritt. Schnell ein Foto für die Presse, ein paar Interviews hier, eine herzliche Begrüßung dort. Erstmal ankommen. Während im Saal bereits die Premiere von „Sommerfest“ läuft, trinkt das Trio um Regisseur Sönke Wortmann („Der bewegte Mann“, „Das Wunder von Bern“) schnell einen Cappuccino; die Zugfahrt war lang, die Termine reißen nicht ab.

Sieben weitere Auftritte

Schließlich stehen in den nächsten Tagen sieben weitere Auftritte in deutschen Kinos an. Müssen Wortmann, Bederke und Sandra Borgmann („Der Baader Meinhof Komplex“) nach dem Film, der den Zuschauern noch vor dem offiziellen Kinostart am heutigen Donnerstag gezeigt wird, schnell wieder weg, ist es in der Komödie selbst ganz ähnlich. Mit einem entscheidenden Unterschied.

Stefan (Lucas Gregorowicz, „Lammbock“) will seine alte Heimat so schnell wie möglich verlassen. Müssen tut er im Grunde überhaupt nichts – außer den Haushalt seines kürzlich verstorbenen Vaters auflösen. Ganz schnell wieder weg, bloß keinen Tag länger als nötig in dieser Gegend. Schließlich lebt der Theaterschauspieler in München – noble Unterkünfte, gutes Essen, Schickeria. 

Doch irgendwie hält es ihn hier, und das liegt nicht nur an seiner ehemaligen Jugendliebe Charlie, gespielt von eben jener Anna Bederke. Schnell stellt Stefan fest: „Woanders weißt Du selbst, wer Du bist – hier wissen es die anderen. Das ist Heimat.“

Der Ruhrpott in all seinen Facetten

Wortmann schafft mit „Sommerfest“ eine Hommage an die Heimat. Der Ruhrpott in seinem ganzen Facettenreichtum. Bier, Currywurst und Fußball. Ehrliche Herzlichkeit („Du hast hier gesoffen, gewichst und gevögelt – das ist ein Denkmal Deines Lebens.“) wechseln sich ab mit wehmütigen Szenen und einem eher unerwarteten Happy End – wenn man das so sehen will. 

Dem Publikum gefällt das, auch wenn während der anschließenden Gesprächsrunde leichte Kritik an überfrachteten Klischees deutlich wird. Für Wortmann eines seiner Lieblingsthemen. „Ich diskutiere gerne über Klischees“, sagt der 57-Jährige, der selbst im „Pott“ groß geworden ist und „so gut wie alles“ gesehen hat.

Und da der anschließende Applaus deutlich länger ausfällt, als Wortmann vielleicht gedacht hat – schließlich wurde er „vorgewarnt, Bremer seien eher zurückhaltend“ –, werden kurz darauf die obligatorischen „Selfies“ gemacht und Plakate signiert. Und es wird von allen Anwesenden prächtig über den Streifen philosophiert. So schnell muss das Trio dann doch nicht weg. Die Zeit für eine kritische Nachbetrachtung muss noch sein.

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