Neujahrsempfang des Senats

Wissen aus dem Eis

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Empfang für den Konsularkorps: Bürgermeister Andreas Bovenschulte mit Vize-Doyen Hans-Christoph Enge (l.) und Doyenne Oksana Tarasyuk.

Bremen - Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) zitierte Altkanzler Willy Brandt, den Schriftsteller Theodor Fontane und US-Präsident Donald Trump, Festrednerin und Meeresforscherein Prof. Dr. Antje Boetius den norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen. Und die Bremer Philharmoniker unter der Leitung des in Montevideo geborenen Carlos Lamar intonierten Auszüge aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ sowie Joseph Haydns „Abschiedssinfonie“ und „Jagd“. So weit, so international.

Etwa 500 geladene Gäste waren am Mittwochvormittag beim Neujahrsempfang des Senats im altehrwürdigen Festsaal des Rathauses dabei – unter ihnen mit Henning Scherf, Jens Böhrnsen und Carsten Sieling drei ehemalige Präsidenten des Senats sowie mit Uwe Hollweg und Klaus Hübotter zwei Bremer Ehrenbürger.

Bovenschulte warnte in seiner Rede vor einem sozialen Auseinanderdriften der Gesellschaft. Es gebe das Gefühl, dass die Reichen immer reicher würden und es den Armen immer seltener gelinge, sich aus ihrer schwierigen Situation heraus zu arbeiten.

AWI-Direktorin Prof. Dr. Antje Boetius hielt die Festrede beim Neujahrsempfang.

Ein Blick auf die Zahlen in Deutschland zeige, dass dies nicht nur ein Gefühl sei: „Die reichsten zehn Prozent besitzen bei uns mehr als 50 Prozent aller Vermögenswerte, auf die ärmere Hälfte der Bevölkerung entfällt lediglich ein Anteil von weniger als 1,5 Prozent. Das ist die Realität“, sagte Bovenschulte.

Diese Situation dürfe nicht als naturgegeben hingenommen werden. Die soziale Ungleichheit sei menschengemacht und damit durch politisches Handeln zu verändern. Das gelte auch für den Klimaschutz.

Das Stichwort griff Antje Boetius, die Direktorin des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI), auf. Ihre Festrede stellte sie unter das Motto „Nichts wird so teuer wie kein Klimaschutz.“

Die mit diversen Preisen ausgezeichnete Wissenschaftlerin warf zunächst einen Blick in Richtung Eismeer – zur Eisdrift-Mission „Mosaic“. Die Wissenschaft liefere Maße für einen Zustandscheck, sagte Boetius. Und: „Wir brauchen mehr Wissen.“ Bislang sei noch keines der für den Klimaschutz gesteckten Ziele erreicht worden. Und eben das sollte als Impuls und Ruck betrachtet werden, die Bemühungen weiter zu forcieren, sagte Boetius. Und weiter: „Was ich mir wünsche, ist einen Weg zu erklären, fühlbar zu machen, was wir verlieren werden, wenn wir die Klima- und Naturschutzziele nicht erreichen.“

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