„Wir wollen pünktlich fertig werden“

Fragen und Antworten: Wie Bremen sein Parlamentsgebäude saniert

Für seine symbolhafte Transparenz ist das Haus der Bürgerschaft berühmt. Das denkmalgeschützte Gebäude mit der großen Glasfassade ist das Werk des Architekten Wassili Luckhardt (1889 bis 1972). Der moderne Bau war umstritten, als Kompromiss setzte Luckhardt Giebel aufs Dach. Foto: KUZAJ
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Für seine symbolhafte Transparenz ist das Haus der Bürgerschaft berühmt. Das denkmalgeschützte Gebäude mit der großen Glasfassade ist das Werk des Architekten Wassili Luckhardt (1889 bis 1972). Der moderne Bau war umstritten, als Kompromiss setzte Luckhardt Giebel aufs Dach.

Bremen – Ein Projekt, das sorgfältige Planung und Vorbereitung erfordert: Bremens Parlament zieht – samt Verwaltung – auf Zeit um. Der Grund dafür ist die anstehende Sanierung des Hauses der Bürgerschaft, das am 9. September 1966 eingeweiht worden war. Fragen und Antworten zum Thema.

Wann schließt das Haus?

Am 15. Juli müssen Abgeordnete, Verwaltung und Hausdienst raus sein. Zuvor steht noch die konstituierende Sitzung der soeben gewählten 20. Bremischen Bürgerschaft an – am Mittwoch, 3. Juli, um 10 Uhr.

Was wird gemacht?

Sicherheit, Brandschutz, Digitalisierung – diese Stichworte nennt Bürgerschaftsdirektor Hans-Joachim von Wachter. So werden im Erdgeschoss „einbruchshemmende Fenster“ eingebaut. Dabei muss auch Asbestkitt beseitigt werden. Der Brandschutz wird auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. „Ein Wahnsinnsaufwand, alle Decken müssen runter, auch die Fußböden müssen wir teilweise öffnen.“ Im gleichen Zug bekommt das denkmalgeschützte Bauwerk eine moderne digitale Infrastruktur – zur Aufzeichnung und Übertragung der Plenarsitzungen, aber auch für besseres W-Lan. Bisher etwa gibt es im Zimmer von Präsidentin Antje Grotheer kein W-Lan. Will sie ihre Unterlagen aktualisieren, muss sie mit dem Tablet auf den Flur.

In der gläsernen Fassade spiegeln sich die historischen Bauwerke des Bremer Marktplatzes – und der sommerliche Himmel über der Stadt. Foto: KUZAJ

Was kostet die Sanierung?

Zehn Millionen Euro – fünf Millionen Euro für Sicherheit und Brandschutz, fünf Millionen Euro für Digitalisierung und moderne Rohrleitungen. Bislang ist es so: wird im Festsaal geheizt, bleibt‘s im Präsidentinnenzimmer kalt. Und umgekehrt.

Wie lange dauert´s?

Anderthalb Jahre soll die Bauphase dauern – bis Ende 2020. „Wir wollen pünktlich fertig werden“, sagt Grotheer.

Wird das klappen?

Es gibt immer Risiken während der Bauphase, sagt von Wachter. „Wenn man Decken öffnet, dann weiß man nicht, was man findet.“ Bisher habe es nur stichprobenartige Öffnungen gegeben.

Umzug: Ingo Charton (Verwaltung) mit allerlei Kisten. Foto: KUZAJ

Wo kommt die Verwaltung unter?

Es werden Kisten geschleppt und Büros ausgeräumt – die Verwaltung zieht in den angrenzenden Börsenhof A. Präsidentin, Direktor und Öffentlichkeitsarbeit zum Beispiel beziehen dort die vierte Etage. Grotheer nimmt das Gemälde „Der Marktplatz zu Bremen“ (1961) des Expressionisten Oskar Kokoschka (1886 bis 1980), das in ihrem Dienstzimmer hängt, mit. „570 laufende Meter Archiv“ (Martin Brüns, Hausverwaltung) sind schon umgezogen. Anderes kam auf den Müll. Brüns: „Wir haben 18 Tonnen Papier, defekte Möbel und Leuchtstoffröhren entsorgt.“ Weiteres Inventar (wie etwa Geschirr) soll am Sonntag, 30. Juni, dem „Tag der Architektur“, versteigert werden.

Wo tagen die Abgeordneten in der Sanierungszeit?

Das Parlament zieht ins Rathaus, wo der Festsaal in den Sitzungswochen zum Plenarsaal umgebaut wird und die Obere Halle als Lobby dient. Wegen des Parkettbodens gilt der Festsaal als „akustische Herausforderung für uns alle“ (Grotheer). Die Abgeordneten werden über den Grasmarkt-Eingang ins Rathaus gehen. Wie sonst die Teilnehmer der Schaffermahlzeit – nur ohne das Essen, versteht sich.

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