Ernst Ulrich von Weizsäcker zu Gast beim Siemens-Wirtschaftsforum

„Wir spielen mit dem Feuer“

Wirtschaftssenator Martin Günthner (l.) und Siemens-Niederlassungsleiter Franz-Wilhelm Löbe (r.) umrahmen Gastredner Ernst Ulrich von Weizsäcker. ·
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Wirtschaftssenator Martin Günthner (l.) und Siemens-Niederlassungsleiter Franz-Wilhelm Löbe (r.) umrahmen Gastredner Ernst Ulrich von Weizsäcker. ·

Bremen - Von Nina SeegersAuf dem 25. Siemens-Wirtschaftsforum im Bremer Park Hotel sprach der Naturwissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker in seinem Vortrag „Wohlstand – Wachstum – Wandel“ über effiziente Nutzungen von vorhandenen Ressourcen. Die Frage, wie unsere Gesellschaft Fortschritt gestalten kann, ohne Mensch und Natur zu überfordern, stand dabei im Vordergrund.

An festlich gedeckten Tischen nahmen in der Kuppelhalle rund 140 geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft zum Drei-Gänge-Menü Platz. Nach den Begrüßungsworten des Niederlassungsleiters der Siemens AG in Bremen, Franz-Wilhelm Löbe, und Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) folgten alle Anwesenden mit großem Interesse dem Vortrag des Neffen unseres ehemaligen Bundespräsidenten.

Mit seinen beiden Büchern „Faktor Vier“ und „Faktor Fünf“ hat Ulrich Ernst von Weizsäcker zwei wichtige Vorlagen zu den Themen Nachhaltigkeit und Effizienz geliefert. Für seine Leistungen als Wissenschaftler wurde der 72-Jährige bereits mit zahlreichen Preisen geehrt, unter anderem mit dem Deutschen Umweltpreis 2008.

In seinen knapp einstündigen Vortrag sprach Weizsäcker über den Klimawandel, die Nutzung von erneuerbaren Energien und nachhaltige Wachstumspolitik. Der Naturwisschenschaftlicher betonte, dass der aktuelle Ressourcenverbrauch viel zu hoch sei. „Wenn wir so alle so leben wollten wie die US-Amerikaner, bräuchten wir fünf Erdbälle“, sagte der Naturwissenschaftlicher und forderte ein „Frontmachen gegen die Dominanz der angloamerikanischen Denkweise“.

Durch viele kleine Dinge ließe sich der Energieverbrauch erheblich reduzieren. Als Beispiele nannte von Weizsäcker Passivhäuser, Autos mit sehr geringem Benzinverbrauch, LED-Leuchten statt Glühbirnen, mehr Bahnfahren und die Mehrfachnutzung von Wasser. Der Einsatz und Ausbau von erneuerbaren Energien sei an vernünftigen Orten gut und wichtig. Aber: „Alles mit erneuerbaren Energien bestreiten zu wollen, ist absurd. Das wäre ein ökologischer Alptraum“, ergänzte der 72-Jährige.

Für eine erfolgreiche Energiewende entscheidend sei vor allem auch die Reduktion des Kohlendioxidausstoßes. Denn als besonders gefährlich sieht von Weizsäcker die Entwicklung unseres Klimas. „Wir spielen mit dem Feuer“, warnte er und erinnerte an die Flutkatastrophen in Pakistan und Thailand oder an die Brände rund um Moskau. Das Eis in Grönland werde immer instabiler. „Dadurch brechen ganze Eisberge ab“, so von Weizsäcker. Wenn diese im Meer versinken, führe das zu einem Anstieg des Meeresspiegels und auf Dauer zu einer Überflutung unseres Planeten.

Mit seinem Vortrag hinterließ der Ehrengast einen nachhaltigen Eindruck bei den Gästen des Siemens- Wirtschaftsforums, die den Redner mit großem Applaus bedachten und an ihren Tischen das Thema weiter diskutierten.

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