„Nacht der Jugend“ lockt mehrere tausend Besucher ins Rathaus

„Wir sind die Zukunft“

„Tuten und beginnen“ – so heißt das Videoformat des Bremer Jugendrings, bei dem Mädchen und Jungen für wenige Minuten in die Rolle eines Abgeordneten schlüpfen können. In diesem Fall wählt die Interviewte Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD). Foto: KOLLER

Bremen - Von Steffen Koller. „Das Rathaus wird gestürmt“, hallt es am Dienstagabend aus den Lautsprechern. Und tatsächlich, pünktlich um 18 Uhr strömen einige tausend Mädchen und Jungen ins Bremer Rathaus. Die 22. Auflage der „Nacht der Jugend“ steht auf dem Programm – und mit ihr kommt ein breites Potpourri an Musik, Infoständen und Ausstellungen in eines der bedeutendsten Bauwerke der Hansestadt.

Während es im Festsaal gleich sehr traditionell losgeht und die Tanzgruppen „Blumen“ und „Regenbogen“ aus Huchting zum Volkslied „Kalinka“ ihr Können darbieten, schallen laute Rockklänge aus der Oberen Rathaushalle. Hier macht die Band „ExBlended“ den Anfang und läutet einen mehrstündigen Abend ein, der nicht nur bunt, sondern auch äußerst informativ wird. So stehen gleich im Flur mehrere Infostände von Jugendorganisationen, daneben stellt ein Junge das Projekt „DWDMIU“ der Bremischen Evangelischen Kirche vor. Klingt zunächst kryptisch, doch verschiedene YouTube-Videos verraten, worum es geht. Hinter dem Kürzel versteckt sich der erste Artikel des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar. In nachgestellten Chatverläufen, in denen meist das Thema Mobbing aufgegriffen wird, kontern fiktive Personen Anfeindungen mit eben jenem Kürzel. Mittlerweile sind ein halbes Dutzend Videos entstanden.

Um Videos geht es auch beim Format „tuten und beginnen“ des Bremer Jugendrings. Dabei schlüpfen Jugendliche für ein paar Minuten in die Haut eines Bremer Senators und erklären ihre Sicht auf das politische Geschehen. Sie stellen Forderungen, positionieren sich zu politischen Themen und sollen so die Bedürfnisse und Sorgen der Jugend näher an die eigentlichen Entscheidungsträger bringen, so die Absicht hinter der Idee. Generell scheint die Idee von mehr Selbstbestimmung ein zentrales Thema bei der „Nacht der Jugend“ zu sein. Unter dem Motto „Move to Change“ geht es an vielen Infoständen auch um politische Einflussmöglichkeiten der Jugendlichen. Direkt am Eingang zum Festsaal stehen mehrere Mädchen und Jungen. Sie fordern Jugendbeiräte in allen Stadtteilen und die Möglichkeit zur direkten politischen Mitbestimmung sowie Wahlen und ein Budget zur Umsetzung von Projekten, so Franjo aus Osterholz.

Doch die Veranstaltung soll auch aufklären, heißt es auf der Homepage der Organisatoren. Neben einer Ausstellung über die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und wissenschaftlichen Experimenten in Obervieland zur Nazi-Zeit, kommen auch Zeitzeugen und Überlebende zu Wort. In digitalen Fotoausstellungen oder im direkten Gespräch mit den Jugendlichen tauschen sie ihre Erfahrungen aus.

Und der Blick wird nach vorne gerichtet: So nehmen die Themen Demokratie und Klimaschutz in diesem Jahr einen großen Teil des Gesprächsstoffs ein. Es geht um Integration, um Sportangebote für Jugendliche und um den Kampf gegen Rassismus. Denn, so sagt es ein Teilnehmer: „Wir sind die Zukunft.“

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