„Wir sind auf dem Weg“

Bebauung der Galopprennbahn soll positives Ergebnis bringen

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Noch ist die Bebauung des Rennbahngeländes in der Vahr Zukunftsmusik. Doch die Beschlüsse sind gefasst, bis Ende 2018 soll ein städtebaulicher Rahmenplan vorliegen. Erste Wirtschaftlichkeitsberechnungen gehen davon aus, dass das Projekt für die Stadt einen Gewinn von mehr als zehn Millionen Euro abwirft. 2020 könnten die ersten Bagger anrollen.

Bremen - Von Jörg Esser. Die Weichen sind gestellt. Ab 2020 soll das Turfgelände in der Vahr bebaut werden. Wo heute Golfbälle fliegen und bis Sonntag Pferde galoppierten, soll ein neues Wohnquartier entstehen. Das Projekt lohnt sich, geht aus einer Wirtschaftlichkeitsberechnung hervor, die am Mittwoch der Wirtschaftsdeputation vorgelegt wurde. Ein „deutlich positives Ergebnis“ wird erwartet. Unter dem Strich bleibt demnach ein Plus von mehr als zehn Millionen Euro.

Noch ist vieles Zukunftsmusik. Doch die Beschlüsse für die Bebauung des Areals sind gefasst. „Wir sind auf dem Weg, den weiteren Vollzug vorzubereiten“, sagte Wirtschafts-Staatsrat Ekkehart Siering in der Deputationssitzung. Den Pachtvertrag mit dem Rennverein hat die Stadt fristgerecht zum Jahresende gekündigt. Mit dem Erntedank-Renntag am Sonntag endete womöglich eine mehr als 100-jährige Galoppsport-Ära auf dem Areal. Derweil hat die Stadt die Golf-Range, die auf dem Grün unter anderem eine Driving Range und Übungsanlagen betreibt, mit 3,89 Millionen Euro aus einem bis 2034 laufenden Pachtvertrag herausgekauft. Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) bezeichnete die Einigung als „Meilenstein für die Entwicklung des Rennbahngeländes“. Bremen sichere sich „Entwicklungsperspektiven als wachsende Stadt“. Eine Bürgerinitiative kämpft weiterhin gegen die Bebauung des Areals. Und auch die Stadt-CDU mit Ex-Bausenator Jens Eckhoff an der Spitze lehnt mittlerweile eine Bebauung des Areals ab. FDP-Fraktionschefin Lencke Steiner warnte davor, eine „riesige Betonlandschaft“ auf die Rennbahn zu setzen. Robert Bücking (Grüne) betonte: „Die Stadtentwicklung ist unser Anliegen. Deswegen haben wir alle Konflikte riskiert.“

Rahmenplan bis Ende 2018

Der Planungsprozess ist jedenfalls in Gang gesetzt. Bis Ende 2018 soll ein städtebaulicher Rahmenplan vorliegen. Dann wird der Bebauungsplan erstellt. „Die grundlegende Überplanung des Geländes beginnt erst“, sagte Siering. Eine Wohnbebauung sei beschlossen. Aber in welchem Umfang, stehe noch nicht fest. Alle Zahlen, wie etwa die kolportierten 1 000  Wohnungen, seien „reine Spekulation“. „Vor dem Jahr 2020 ist nicht mit einer Erschließung und Vermarktung des Geländes zu rechnen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Bis die Bagger anrollen, darf die Golf-Range die Anlage weiter nutzen. Für die Rennbahn wurde mit einem auf dem Gelände in der Vahr tätigen Rennstall ein Zwischennutzungsvertrag für 2018 abgeschlossen.

Zurück in die Zukunft: Auf dem Rennbahngelände soll das nach der Überseestadt größte innerstädtische Entwicklungsareal entstehen. Zwar lassen sich laut Vorlage „konkrete finanzielle Wirkungen der Gesamtentwicklung erst auf der Grundlage des zu erarbeitenden städtebaulichen Konzeptes ableiten und einschätzen“. Doch es gibt Projektannahmen. Auf Grundlage derer wird erwartet, „dass die verbundenen Aufwendungen mittelfristig vollständig durch die zu erwartenden Grundstückserträge gedeckt werden“.

Das Rennbahn-Areal ist demnach 30 Hektar groß. Davon werden 65 Prozent – also 19,5 Hektar – als Nettobauland eingestuft. Der Rest gilt als Erschließungsfläche, für die pro Quadratmeter 200  Euro angesetzt werden. Mit jenem Betrag wird auch als Quadratmeterpreis für Bauland kalkuliert. Letztlich setzt das Ressort in der „überschlägigen Wirtschaftlichkeitsberechnung zum Entwicklungsentwurf“ Aufwendungen von 28,35   Millionen Euro (inklusive Entschädigung für die Golf-Range und bereits ausgegebenen Planungskosten von einer knappen halben Million Euro) Einnahmen von 39  Millionen Euro entgegen. Daraus resultiert besagtes Plus von knapp 10,5 Millionen Euro.

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