„Wir sind die Nummer Eins“

„Breakbulk Europe“: Die weltgrößte Schwergut-Messe ankert in Bremen

Hans Flikweert (Holmatro Skidding Systems) hebt ein 200-Tonnen-Gewicht – allerdings nur Deko und damit viel leichter, als die Aufschrift vermuten lässt. Echte Schwergewichte aber bewegt die Anlage, die das holländische Unternehmen in Bremen präsentiert. Und dabei, so heißt es, genügen zwei Personen, um das System zu installieren und zu steuern. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Schwer was los in den Messehallen auf der Bürgerweide – und überhaupt in der Stadt. Zweieinhalb Tage lang nämlich liegt in Bremen der Schwerpunkt der internationalen Stückgut- und Schwergutlogistikbranche. Etwa 10 000 Teilnehmer sind zur Fachmesse „Breakbulk Europe“ in die Hansestadt gekommen. Sie dauert noch bis einschließlich Donnerstag, 31. Mai. Und sie gilt als weltgrößte Schwergut-Messe.

Zuletzt war sie in Antwerpen, nun haben die Bremer das Messe-Schwergewicht an Land gezogen – die Hafengesellschaft Bremenports hatte sich sehr dafür eingesetzt. So sehr, dass die Organisatoren von der britischen ITE Group auch 2019 mit der „Breakbulk Europe“ nach Bremen kommen werden.

Apropos Bremenports. An Stand 1129 in Halle 5 präsentiert sich die Gesellschaft gemeinsam mit 28 bremischen Hafenwirtschafts- und Logistikunternehmen. Auch BLG Logistics und Eurogate sind auf dem zentral gelegenen Gemeinschaftsstand vertreten. „Die ,Breakbulk Europe‘ ist die Leitmesse der Branche“, sagt Sven Riekers, BLG-Vertriebsleiter der Bereiche „Breakbulk“ und „High and Heavy“.

Stückgut sowie Hoch- und Schwergut werde in Bremen und Bremerhaven umgeschlagen. Eine ganz besondere Rolle aber spielt im Schwergut-Segment der Neustädter Hafen in Bremen, den die CDU voriges Jahr als Ort für ein neues Wohngebiet vorgeschlagen hat (wir berichteten). Im englischsprachigen Neustädter-Hafen-Prospekt, der an Stand 1129 verteilt wird, kommen solche Ideen nicht vor. Sven Riekers betont es nochmal: „Der Neustädter Hafen ist Europas größter Terminal für Stück- und Schwergut. Hier hat die BLG im vergangenen Jahr 1,38 Millionen Tonnen Ladung umgeschlagen. Fast genau so viel High-and-Heavy-Ladung und Stückgut haben wir im vorigen Jahr auf unserem Autoterminal in Bremerhaven umgeschlagen.“

Da muss man sich erstmal einen Überblick verschaffen: „Breakbulk“-Besucher vor dem Hallenplan. - Foto: Kuzaj

Es geht um schwere und große Güter, die nicht in Container passen. Was „Breakbulk“ – also: Schwergut – angeht, ist Bremen die Nummer Eins in Deutschland und die Nummer Zwei in Europa, betont Wirtschafts- und Häfensenator Martin Günthner (SPD) im „Conference Theatre“ in Halle 4 einmal mehr. „Auch die Anbindung ans Hinterland ist sehr gut.“ Günthner trägt alles in englischer Sprache vor. Das macht er souverän und auch mit passablem „th“.

Günthner denkt auch an die Bremen-Werbung. Ein so großes internationales Treffen ist ja immer auch Standortmarketing. Günthner wirbt für den Industriestandort Bremen, erwähnt das Mercedes-Werk und die Raumfahrtbranche – und die Nahrungsmittelindustrie (trotz der vielen Abwanderungen): „Jede zweite Tasse Kaffee, die in Deutschland getrunken wird, wurde in Bremen geröstet.“ Kurzum: „Wir haben viel zu bieten.“

Woher Günthners Zuhörer so kommen, will „Breakbulk“-Moderatorin und Autorin Dr. Gabrielle Walker wenig später wissen. Schon die ersten Antworten zeigen, wie weltumspannend die „Breakbulk Europe“ tatsächlich ist: London und Brüssel, Mexiko und Indien, Alabama und Miami, Paris und Riga, Norwegen und Kanada. Und so weiter, und so fort.

Vertreter von Unternehmen, Reedereien und Häfen, Spediteure, Verpackungsspezialisten und Terminalbetreiber – sie alle beschäftigen sich nun in Bremen mit der möglichst optimalen Organisation von Transportketten. Sie besuchen Workshops, pflegen Kontakte und Geschäftsbeziehungen. Und sie schließen neue Geschäfte ab. Darauf angestoßen wird in vielen bremischen Lokalen. Hotellerie und Gastronomie zählen zu den Gewinnern der Schwergut-Fachmesse.

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