Schausteller-Frühschoppen im „Riverboat“

„Wir müssen mit der Zeit gehen“

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Schausteller diskutieren über Zukunft des Freimarkts. ·

Bremen - Von Viviane Reineking. „Die Stimmung ist schlecht“, sagt Freimarkts-Urgestein Carl-Hans Röhrßen. Dabei verhagelt nicht nur der finanzielle Ausfall durch die sturmbedingte Schließung am vergangenen Montag den Freimarktsbeschickern die Einnahmen.

„Durch die Ganztagsschulen kommen in der Woche weniger Schulkinder mit ihren Eltern und Großeltern“, so der Geschäftsführer des Schaustellerverbands in Bremen gestern Morgen auf dem traditionellen Schausteller-Frühschoppen im „Riverboat“.

Organisiert von der Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen in der SPD, diskutierten Schausteller mit Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und Stadtamt-Leiterin Marita Wessel-Niepel über die zukünftige Struktur und Verantwortung für die Organisation von Freimarkt und Weihnachtsmarkt. Dass in der Woche „deutlich Luft nach oben“ ist, sieht auch Mäurer so. „Unsere Gesellschaft verändert sich. Die Frage ist: Sind wir wirklich darauf vorbereitet?“ Um „mit der Zeit zu gehen“, ähnlich wie Sportvereine sich ein neues Publikum zu erschließen, will Mäurer im Bereich Werbung und Marketing, für den bislang die Schausteller alleine verantwortlich zeichneten, künftig gemeinsam mit Verbänden und städtischen Gesellschaften wie der Messe Bremen, Bremen-Marketing und der Touristik-Zentrale ein Gesamtkonzept entwickeln. So sollen auch für überregionale Werbung Synergieeffekte genutzt und der Freimarkt über die Stadtgrenzen hinaus bekannter gemacht werden. Über 750 000 Euro beträgt laut Rudi Robrahn, Vorsitzender des Schaustellerverbands, das Budget der Schausteller. Zustimmenden Applaus gab es für Mäurers Zusicherung, mit höheren Gebühren und Abgaben solle die Veränderung nicht einhergehen.

Die Vergabe der Plätze dagegen solle nach wie in der alleinigen Verantwortung des Stadtamtes liegen. „Eine Privatisierung des Marktes wird es in Bremen nicht geben“, so Mäurer. Keine Alternative sieht er auch bei der Verantwortung für die Sicherheit, sie verbleibe auch zukünftig beim Innenressort, Stadtamt sowie der Polizei. Zur „berechtigten Kritik“ (Wessel-Niepel) an der späten Versendung der Zulassungsbescheide gelobten die Verantwortlichen Besserung: Im nächsten Jahr „muss das deutlich vor Juni“ geschehen, so Mäurer.

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