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Magazin des Bremer Start-ups „Trusted Blogs“ wächst

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Poseidon mit Schwimmflügeln: Eduard Andrae von „Trustes Blogs“ erfreut sich an dem Beitrag „Spaß mit Statuen“ über Gemälde von Matthew Quick.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Blogger-Texte aus verschiedensten Sparten, leicht aufzufinden anhand von Suchbegriffen. Das ist die Hauptidee hinter dem Blogmagazin der Plattform „Trusted Blogs“. Eine Alternative zu Webseiten, die lediglich verschiedene Blogs anhand von Kategorien und Unterkategorien auflisten. Mittlerweile finden sich Beiträge des Bremer Start-ups aus der Überseestadt zu fast allen Bereichen des Lebens auf der 2016 online gegangenen Seite.

Bunt, bebildert und einfach lustig: Blogger Maik bietet „Spaß mit Statuen“, es ist ein Artikel zu Gemälden des Australiers Matthew Quick. Meeresgott-Poseidon blickt stolz in die Ferne. An seinen Armen sind Schwimmflügel angelegt. Ein stolzes Einhorn hebt die Vorderbeine. Das ist ein erster Eindruck, Sekundenbruchteile später entpuppt sich die gezeichnete Statue als Pferd, dem eine Waffeleistüte am Kopf klebt.

Doch das Stichwort „Skulpturen“ verweist nicht nur hierauf, sondern auch ein bisschen auf die Welt des Genusses. Blogger Maik schreibt auch über Schokoladen-Skulpturen des französischen Konditormeisters Amaury Guichon. Sie haben zum Beispiel die Gestalt von Tintenfässern mit eingesteckten Federn und eines Grammophons auf einem Holztisch.

Interessant ist die Trefferliste zum Thema „Beine“. Ein Beitrag zum Thema „Als die Fische plötzlich Beine bekamen“ steht oben, gefolgt von einem Beitrag zu der Frage „Epilieren oder rasieren – Was ist besser?“. Ebenfalls im Angebot: Tipps gegen Rasurbrand und ein Text zu Stefanie Giesinger, Gewinnerin bei „Germany’s next Topmodel“ 2014.

Unternehmen zahlen, um an einen Blog vermittelt zu werden

Vergleichsweise wenige bezahlte Beiträge sind die finanzielle Wirbelsäule von „Trusted Blogs“. Interessierte Unternehmen bezahlen für die Vermittlung von Bloggern aus dem Stamm des Bremer Unternehmens an der Konsul-Smidt-Straße 24. „Wir nehmen 295 Euro pro Kampagne, egal mit wie vielen Bloggern das Unternehmen zusammenarbeitet“, sagt Andrae. Man habe den Preis niedrig angesetzt. Die Masse soll den Umsatz bringen. In 2018 wurden bisher 140 Kampagnen vermittelt. Ziel zum Jahresende sind 500. Bis Ende des Jahres soll „Trusted Blogs“ die beiden Unternehmer finanzieren.

„99 Prozent der Beiträge entstehen aus freien Stücken. Bezahlte Artikel sind gekennzeichnet“, sagt Eduard Andrae (51), der das Unternehmen zusammen mit Rüdiger Schmidt (52) gegründet hat. „Ich liebe Blogs, weil die absolut subjektiv geschrieben sind.“

Das Hobby schaffe eine besondere Qualität. „Wir vermitteln Blogger, die nicht vom Bloggen leben. Wenn man das Hobby zum Beruf macht, hört der Spaß auf und die Qualität ist eine andere. Bei Hobby-Bloggern steht die Leidenschaft im Vordergrund. Dazu kommt vielleicht ein netter Zuverdienst“, sagt Andrae. Er kann zwar nicht ausschließen, dass auch professionelle Blogger angemeldet sind, doch das seien sicher nicht viele. „Es gibt die einfach kaum“, sagt er.

Lifestyle-Themen sind am stärksten vertreten

Mittlerweile sind 5000 Blogger beim Start-up der beiden Macher angemeldet, 1000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der Beiträge stieg im selben Zeitraum von 450.000 auf mehr als 700.000. In der Datenbank haben sich bereits 600.000 Stichworte angesammelt. Am stärksten vertreten sind Lifestyle-Themen. Reisen, Mode und Urlaub sind vorn dabei. Doch auch Themen der Gegenwart tauchen auf, etwa „Horst Seehofer“ und die am 25. Mai in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung der EU.

Ein USA-Besuch mit der deutsch-amerikanischen-Handelskammer gab den beiden Unternehmern weitere Bestätigung. „Wir waren in New York und konnten dort gucken, ob unsere Geschäftsidee dort Interesse weckt. Die Amerikaner sagten, es sei eine gute Idee und in dieser Form auch dort noch nicht vorhanden“, sagt Andrae. „Sie haben uns ein paar Hausaufgaben mitgegeben und gesagt, wir sollen wiederkommen, sobald wir signifikante Umsätze machen. Das hat uns nochmal gezeigt: Wir liegen richtig.“

Eine wichtige Hausaufgabe wurde bereits umgesetzt: Der Magazinbereich und der Marktplatz, der Kontakte zwischen Bloggern und Unternehmen ermöglicht, sind zu einem einheitlichen Auftritt zusammengeführt worden. Seit Anfang August können Unternehmen Blogger in einer Art „Warenkorb“ abspeichern. Diese werden angeschrieben, sobald die Unternehmen eine Kampagne starten.

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