Großer Andrang beim „Offenen Essen für alle“

Das „Wir-Gefühl“ stärken

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Stefanie Schnakenberg war eine von vielen Helfern, die gestern beim „Offenen Essen für alle“ kostenlos Butterkuchen verteilten. Nils Gerlach (l.) und Lion Fullah griffen gerne zu. 

Bremen - Von Viviane Reineking. Einige Passanten blieben gestern verblüfft stehen, als sie den Bremer Hauptbahnhof Richtung Innenstadt verließen. Grund war der leckere Duft nach frischgebackenem Butterkuchen, der da über den Bahnhofsvorplatz zog. Verteilt wurde der Kuchen gestern von zahlreichen Engagierten der Aktion „Brücken bauen“. Sie servierten gestern ein „Offenes Essen für alle“.

Bereits am frühen Nachmittag sind die meisten Plätze an den Tischen auf dem Bahnhofsvorplatz besetzt, die Resonanz auf die Einladung von verschiedenen Bremer Initiativen und Organisationen ist groß. Carsten Papenfuß vom Reservistenverband der Landesgruppe Bremen öffnet den Ofen der eigens aufgestellten Feldküche. Heraus holt der Koch Bleche mit dampfendem Butterkuchen. Die ersten hungrigen Gäste stehen schon Schlange.

Die Aktion unter Federführung der „Bremer Suppenengel“ findet bereits zum fünften Mal statt. Etwa 400 Personen sollen im vergangenen Jahr dabei gewesen sein. „Wir wollen mit diesem Essen ganz verschiedene Menschen mit unterschiedlichen sozialen, kulturellen und religiösen Hintergründen an einem öffentlichen Platz zusammenbringen“, sagt Jens Stangenberg von „Serve the City Bremen“, einer Initiative, die sich mit sozialen Kurzzeitprojekten engagiert. Alle sind gestern willkommen, sich spontan an die Tische zu setzen und bei Kaffee, Kuchen, und später auch bei Suppe und Salat neue Leute kennenzulernen. Zubereitet wird das Essen vor Ort von Freiwilligen unter Anleitung des Bremer Kochs Jan-Philipp Iwersen („Küche 13“). Inspirieren lassen haben sich die Veranstalter der Aktion von der internationalen Bewegung „Community Dinners“. Ziel sei es, in öffentlichen Räumen die Vielfalt der Gesellschaft zu feiern und das „Wir-Gefühl“ zu stärken.

„Eine sehr menschliche Aktion“, findet Musiker Lion Fullah aus Guinea, „wir haben hier eine gute Zeit.“ Da kann Nils Gerlach nur zustimmen, während er sich ein Stück Butterkuchen vom Blech nimmt, das Reservistin Stefanie Schnakenberg den Gästen anbietet. „Schmeckt hervorragend“, findet Günter Görn, der das Angebot der „Suppenengel“ regelmäßig nutzt und es gut findet, dass viele verschiedene Menschen hier zusammenkommen.

Für die „Suppenengel“ gab es gestern zudem einen Preis als „Ausgezeichneter Ort“ im Rahmen der Initiative „Deutschland, Land der Ideen“ stellvertretend für viele Flüchtlingsprojekte von Ehrenamtlichen in Bremen. Veranstalter des „Offenen Essens für alle“ waren neben den genannten Initiativen auch die Bremer Johanniter, die Bahnhofsmission und die Evangelisch-Freikirchliche Zellgemeinde.

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