Zweiter Lockdown bremst Studios aus / Neustart erst im März?

Bremen: Winterpause für Tätowierer

Zeigt seine bunt tätowierten Arme vor seinem Studio „Japan Tattoo Art“ in der Bremer Neustadt: Tätowierer Johannes Höft ist Spezialist für japanische Motive.
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Zeigt seine bunt tätowierten Arme vor seinem Studio „Japan Tattoo Art“ in der Bremer Neustadt: Tätowierer Johannes Höft ist Spezialist für japanische Motive.

Bremen – Johannes Höft hat prachtvoll tätowierte Arme und er betreibt das Studio „Japan Tattoo Art“ an der Osterstraße in der alten Neustadt. Dort bietet der Tätowierer japanische Motive an. Aktuell geht er davon aus, erst im Februar wieder zu tätowieren, wenn nicht sogar erst im März. Die Bremer Tattoo-Studios sind auch im zweiten Lockdown wieder geschlossen. Nach Angaben des Wirtschaftsressorts gibt es davon in der Stadt Bremen etwa 110.

Sein Kollege Roman Prehn, Inhaber des Studios „Farbspiel Tattoo“ an der Föhrenstraße in Hastedt, sagt, dass Tätowierer es auch schon vor Corona-Zeiten sehr genau mit der Hygiene genommen haben. Auch der Mundschutz sei nicht neu. „Wenn man schwungvoll arbeitet, können schon mal Mikropartikel wegfliegen“, sagt er.

Das sei ein Infektions-Risiko für Hepatitis. „Ich habe an unzähligen Hygieneseminaren teilgenommen“, sagt Prehn. Und erläutert detailliert, warum Tätowierer sehr vorsichtig seien. „Wir öffnen die Haut. Es wird systematisch eine kleine Schürfwunde zugefügt.“ Dabei könne auch Wundwasser austreten, versetzt mit Blut.

Winterpause für Tätowierer:
„Wie auf der Intensivstation“

Auch Höft erzählt von seiner Arbeit mit Maske. Höft sagt: „Wir sehen nicht großartig anders aus als eine Krankenschwester auf der Intensivstation.“ Die Studios in Thüringen, Saarland und Sachsen-Anhalt hätten offen, so Höft weiter. Er sagt, es gäbe auch wieder mobile Tätowierer, aber ein Studio sei eher geeignet, die Hygienestandards zu erfüllen als ein Wohnzimmer.

Auch vor Corona habe er „bis zum Geht-nicht-mehr desinfiziert“, sagt Prehn. Seit Corona müsse er den Reinigungsprozess schriftlich festhalten. Außerdem hänge eine Glasscheibe am Tresen. Zur Beantragung der seit Frühjahr angebotenen Corona-Hilfen sagt er: „Wenn dass vernünftig gemacht wurde, konnte jeder seine Kosten decken. Bei Anträgen von vor dem 1.  April konnte man 1 050 Euro der Hilfen fürs Privatleben entnehmen.“ Höft sagt, er habe Überbrückungsgelder bekommen. „Das war fair.“ Aktuell macht er Beratungsgespräche mit potenziellen Kunden und er verkauft T-Shirts mit japanischen Motiven.

Winterpause für Tätowierer:
Kunsthandwerker

Prehn sagt, nach dem ersten Lockdown seien die Kunden vorsichtiger geworden. Höft weist auf finanzielle Unsicherheiten, etwa durch Kurzarbeit hin. „Und jetzt stellen viele Leute fest, dass es nicht morgen vorbei ist“, sagt Höft. Je länger es mit der Pandemie dauere, desto größer sei der Einfluss auf die Kunden. Bisher musste man bei Tattoo-Studios Wartezeiten hinnehmen, oft mehrere Monate, so Prehn. „Solange man sein Handwerk versteht, wird es immer laufen“, sagt er.

Der Preis für ein Tattoo kann je nach Art, Körperstelle und auch Hautbeschaffenheit sehr unterschiedlich sein, sagt Höft. Der Mindestpreis bei ihm läge bei 70 Euro, für ein kleines Tattoo, was eine Stunde Arbeit bedeute, sagt Höft. Er sieht sich als Kunsthandwerker und orientiert sich beim Stundenlohn in etwa an dem von Handwerksmeistern.

Von Martin Kowalewski

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