400 Asylsuchende ziehen in winterfeste Unterkünfte

Zeltstadt im Kaffeequartier

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n zwei bis drei Wochen sollen die winterfesten Zeltstädte im Kaffeequartier fertig sein. Dann werden rund 400 Asylbewerber hier einziehen.

Bremen - Von Steffen Koller. Flüchtlinge können in Kürze zehn winterfeste Zelte in Bremen beziehen. Die Immobilienverwaltung lässt diese gerade in der Überseestadt errichten.

Während die Temperaturen sinken, steigt die Zahl der Flüchtlinge weiter an: Um Asylsuchenden auch bei kalten Temperaturen eine angemessene Unterkunft bieten zu können, werden derzeit winterfeste Zelte in der Bremer Überseestadt errichtet. Auf einem Areal am Kaffeequartier soll Platz für rund 400 Menschen geschaffen werden. Bagger ziehen tiefe Schneisen in den matschigen Untergrund, fast 50 Handwerker verlegen parallel Kabel, ziehen Wände hoch und bauen Fenster ein. Im Kaffeequartier in der Bremer Überseestadt wird momentan unter Leitung von „Immobilien Bremen“ (IB) eine winterfeste Zeltstadt für rund 400 Asylbewerber errichtet. Wobei der Begriff „Zelt“ eigentlich nicht korrekt ist. Zwar ähneln die Bauten den bisher in Bremen errichteten Zelten, baulich fallen die Objekte aber in die Kategorie der „kleinen Leichtbauhallen“, wie IB-Pressesprecher Peter Schulz heute erklärte.

Durch spezielle Isolierung der Holzböden, doppelwandige Iso-Paneele an den Wänden und eingebaute Ölöfen könne man den Bewohnern trotz sinkender Temperaturen einen „den Umständen entsprechend adäquaten Wohnkomfort“ schaffen, führte Schulz weiter aus. Wie warm die Zelte tatsächlich im Inneren werden, könne er nicht sagen. „Wir gehen von normaler Raumtemperatur aus. Die Räume sollten schnell und vernünftig zu beheizen sein.“ In zwei bis drei Wochen sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Wann die Unterkünfte bezugsfertig sind und tatsächlich Flüchtlinge dort einziehen, entscheide das Sozialressort, so Schulz. Wie viel das Projekt am Ende kostet, ist nicht bekannt. Bernd Schneider, Pressesprecher des Sozialressorts, sagte, dazu mache man keine Angaben. Insgesamt befinden sich nach Fertigstellung acht Zelte auf dem Areal, die jeweils Platz für 48 Menschen bieten. Hinzu kommen ein Versorgungs- und ein Betreuungszelt, 18 bis 20 Sanitärcontainer sowie ein Container für Waschmaschinen. Einzelne Wohnquartiere werden durch Wände voneinander abgegrenzt und sollen durch maximal drei Meter hohe Decken vor Wärmeverlust schützen.

Jeweils vier Personen finden pro Kabine Platz, zwölf Kabinen sind es pro Zelt. Durch die Stahlkonstruktion sei auch Sturm kein Problem, sagte Schulz und erklärte: „Die Zelte sind sturmfest wie normale Gebäude und mit Zelten nicht zu vergleichen. Sie wurden speziell für den norddeutschen Raum konzipiert.“ Vor wenigen Wochen mussten 1400 Asylbewerber aufgrund von Sturmwarnungen mehrfach aus ihren Zeltunterkünften evakuiert werden und ihr Nachtlager in Schulen aufschlagen. Die Nutzungsdauer des Standortes in der Überseestadt sei auf fünf Jahre befristet, teilte Beate Schöne von „Immobilien Bremen“ mit. Sie sagte weiter, für die Herausforderung der großen Flüchtlingszahlen müssten Modelle gefunden werden, und dies sei eines davon. Man habe „die Notsituation miterkannt und entsprechend gehandelt“. Parallel zum Bauprojekt am Kaffeequartier entstehen in Oslebshausen in Kürze ebenfalls winterfeste Wohnunterkünfte für rund 400 Asylsuchende.

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