Packhaustheater: Schauspieler mit Erinnerungen

Wiedersehen in Stützstrümpfen

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Gemeinsame Erinnerungen an die Schulzeit in Lilienthal: Sylvia Moss und Marcus Rudolph, Schauspieler.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Das Leben, so heißt es oft, schreibt ja die schönsten Geschichten. Manchmal stimmt das sogar. So wie jetzt am Packhaustheater im Schnoor.

Dort ist – wie berichtet – gegenwärtig die Komödie „Schwanensee in Stützstrümpfen“ von Jan-Ferdinand Haas zu sehen. Es spielen Marcus Rudolph, Jaqueline Batzlaff, Ben Tweesmann, Sylvia Moss und Sonja Hebestadt.

Die Schrift ist ein wiederkehrendes Element in den Arbeiten der deutsch-iranischen Künstlerin Maryam Motallebzadeh, die in Bremen lebt und arbeitet.

Und für zwei dieser Darsteller war dieses Engagement ein unverhofftes Wiedersehen – ein Wiedersehen in Stützstrümpfen, sozusagen. Bei den Proben sahen sie einander kurz in die Augen und fragten sich: „Kennen wir uns vielleicht irgendwie? Von früher?“ Nun, so richtig kannten sie sich nicht. Aber trotzdem war der Eindruck nicht falsch.

Denn Sylvia Moss und Marcus Rudolph stammen beide aus Lilienthal (ganz nah bei Bremen) und haben dort auch das gleiche Gymnasium besucht; das allerdings eben zeitversetzt. Gemeinsame Erinnerungen haben sie gleichwohl. „Wir waren nacheinander am Gymnasium Schofmoor“, so Marcus Rudolph. Moss von 1975 bis 1982, Rudolph ab 1980.

Rudolph: „Wir haben Erinnerungen an gemeinsame Lehrer – den strengen Französischlehrer zum Beispiel, den Direktor, bei dem ich mich mal für eine Wandschmiererei verantworten musste, einen üblen Abis-Streich in Sylvias Jahrgang, von dem ich nicht berichten darf, weil es Sylvia immer noch peinlich ist. . .“

Und weiter: „Das Besondere am Schulzentrum Schoofmoor ist, dass alle Schulformen in einem Gebäude untergebracht sind. Sylvia und ich erinnern uns an eine Bande Hauptschüler, die am Schulspielplatz in der großen Pause immer Jagd auf Schüler des Gymnasiums gemacht haben. Wenn der Schlachtruf ,Ihr Scheiß-Gymnasiasten‘ ertönte, hieß es, die Beine in die Hand zu nehmen. . .“

„Schwanensee in Stützstrümpfen“ steht zunächst bis Juni auf dem Spielplan des Packhaustheaters. Eintrittskarten gibt es in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

„Der Hauch des Freien“ in Club und Bibliothek

Maryam Motallebzadeh wurde im Iran geboren. Bereits mit 13 Jahren wurde sie mit dem Kunstpreis „Hadaf“ für Malerei ausgezeichnet. Im Jahr 1999 nahm sie das Studium an der Hochschule für Künste in Bremen auf. 2007 erhielt sie ihr Diplom für Bildende Kunst. Ihre Arbeiten sind in verschiedenen nationalen und internationalen Galerien und Museen zu sehen. Und jetzt auch in der Zentralbibliothek im früheren Polizeihaus (Am Wall 201).

Die Ausstellung mit dem Titel „Der Hauch des Freien“ wird dort am Donnerstag, 20. April, um 19 Uhr eröffnet. Bis zum 20. Mai stellt die deutsch-iranische Künstlerin ihre Arbeiten im „Wall-Saal“ des Hauses aus. Bei der Vernissage gibt die Kunsthistorikerin Carla Habel eine Einführung in die Arbeit von Maryam Motallebzadeh. Ein wiederkehrendes Element in den Werken ist die Schrift.

Weitere Exponate – Malerei, Skulptur, Fotografie – der Künstlerin sind parallel im Bremer Presse-Club, Schnoor 27, zu sehen. Die Vernissage dort beginnt am Sonntag, 23. April, um 11 Uhr. Nach der Vernissage ist die Ausstellung im Presse-Club bis zum 20. Mai montags bis freitags in der Zeit von 12 bis 14 Uhr sowie bei den Abendveranstaltungen des Clubs zu sehen.

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