Wiederbelebung der Union-Brauerei: Studenten entwickeln Vermarktungskonzept

Ein Bier für Nina Möller

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Unübersehbar ein historisches Gebäude, unübersehbar der „Union“-Schriftzug. In der Brauerei in Walle wollen die Macher das Union-Bier nach rund 50 Jahren wiederbeleben.

Bremen - Von Ralf Sussek. Vor einem Jahr wurden die Pläne für die Reaktivierung der Union-Brauerei in Walle vorgestellt – nun laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Auch Studenten der Bremer Hochschule sind involviert.

Ein Vermarktungskonzept für die Brauerei zu entwickeln, lautete die praxisnahe Aufgabenstellung für 26 Wirtschaftswissenschaft- Studenten des Master-Studiengangs Business Management. Gestern nun stellten sie ihre Marketing-Vorschläge, die sie im Rahmen des Moduls „Entrepeneurship & Business Development“ erarbeitet hatten, in der Hochschule vor.

Aufmerksame Zuhörer waren Projektentwickler Lüders Kastens und sein Partner und künftiger Geschäftsführer, Dr. Markus Zeller. Konkret ging es um Fragen wie „Wer ist die Zielgruppe für die Union-Brauerei Bremen? Wer trinkt überhaupt Craft-Bier? Welche Biersorten werden zukünftig angeboten? Zu welchen Preisen soll das Bier verkauft werden? Über welche Kanäle – und mit welcher Botschaft?“

Fragen über Fragen, die die Studenten – ebenso wie die von Kastens und Zeller beauftragte Agentur – beantworten sollten. Klar war, dass in der wieder aktivierten Brauerei Craft-Biere gebraut werden sollen. Zielgruppe: Der „Hanseat 2.0“, fand eine Studentengruppe heraus. Beispielhaft dafür: die Entertainerin Ina Müller („Inas Nacht“). Daraus entwickelten sie „Nina Möller“, in Horn geboren, auf dem Peterswerder lebend, mit gehobener Bildung, urban geprägt und mit starker familiärer Bindung – und Bremer Knipp als Lieblingsspeise. Ein wenig widersprüchlich vielleicht, eben nicht ganz so traditionell und berechenbar wie der „Hanseat 1.0“, aber ebenso wie dieser erdverbunden und weltoffen zugleich.

Ein Alleinstellungsmerkmal der Union-Brauerei: Sie ist die einzige moderne Craft-Bier-Brauerei mit angeschlossener Gastronomie und Shop, fanden die Studenten heraus. Sie recherchierten, sie befragten Verbraucher und Experten wie mehrere Bier-Sommeliers. Dabei kam heraus: Heimatliebe, Neugier und Individualität – damit lässt sich das hohe Identifikationspotenzial transportieren.

Die Empfehlung einer zweiten Gruppe: Die Craft-Biere sollten teilweise in kleinen Flaschen (0,25 Liter) verkauft werden – auch wenn die Bremer die 0,33-Liter-Flasche lieben –, vorzugsweise in kleinen Gebinden (4er-Träger). Bei den Sorten darf das klassische Pils nicht fehlen, Weizenbier ebensowenig, dazu kommen die bei Frauen wegen ihres Aromas beliebten India Pale Ale und Pale Ale sowie ein dunkles Porter. Im „Randsortiment“ könnte es ein Rotbier, ein Stout und die sogenannten belgischen Sorten geben, als saisonale Biere ein Märzen, ein Bockbier, ein Summer Ale mit nur vier Prozent Alkoholgehalt und ein Festbier – zum Freimarkt vielleicht?

Möglich. „Wir können diese Dinge noch einfließen lassen“, sagte Zeller in einer Pause zwischen den Präsentationen. Seinen Angaben zufolge wird die Brautechnik im September in dem Gebäude installiert, Ende des Jahres könnte dann gebraut werden.

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