Klinik-Holding: Keine Infektionszeichen / Freiburger Experten auf Neonatologie

Wieder Keimfund an Babys

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Auf der Frühchen-Station im Klinikum Mitte (hier ein Archivfoto von 2011) sind erneut an zwei Babys multiresistente Keime entdeckt worden. Die Frühchen sollen wohlauf und nicht erkrankt sein, sagte die Klinik-Holding Gesundheit Nord.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke - Auf der Frühchen-Station im Klinikum Mitte sind erneut multiresistente ESBL-Keime an Neugeborenen entdeckt worden. Das teilte am Abend eine Sprecherin der Klinik-Holding Gesundheit Nord (Geno) mit.

Den Angaben nach geht es den Frühchen gut, es gebe keine Anzeichen einer Erkrankung. Im vergangenen Jahr waren drei Babys an einem ESBL-Keim gestorben.

Entdeckt wurden die resistenten Keime nach Angaben von Geno-Sprecherin Karen Matiszick bei einer Routineuntersuchung. Die beiden betroffenen Babys seien Frühchen, eins wurde vor acht, das andere vor zwölf Tagen auf der Neonatologie geboren. Sie haben sich, wie es hieß, gut entwickelt, wiegen bereits über 2 000 Gramm.

Die beiden Frühchen, ein Jungen, ein Mädchen, seien direkt nach der Geburt untersucht worden – ohne Befund, ebenso die Mütter, die vor und nach der Geburt negativ getestet worden seien, also keinen ESBL-Keim an sich hatten.

Woher die Kinder jetzt den Keim haben, ist den Verantwortlichen völlig schleierhaft. Bei einem dritten Baby steht das Laborergebnis noch aus. Alle anderen sieben Frühchen der Neonatologie seien negativ getestet worden.

Laut Matiszick sind die beiden betroffenen Frühchen gesund, sie wiesen keinerlei Infektionszeichen auf, das heißt, sie hätten den Keim zwar an sich, seien aber nicht erkrankt. Noch sei offen, ob es sich um denselben Stamm handele, erst dann sei von einem „Keimausbruch“ zu sprechen. Ein Speziallabor in Bochum arbeitet an der weiteren Analyse. Die Ergebnisse, so die Geno, werden erst in drei Wochen erwartet. Offen ist auch, ob es sich um den gleichen Keimstamm wie im Vorjahr handelt.

In der Klinik und bei der Geno schrillten gestern alle Alarmglocken, waren doch im vergangenen Jahr drei Babys an den ESBL-Klebsiellen gestorben. Dabei hatte es sich um einen „Ausbruch“ gehandelt. Die drei gestorbenen Kinder sowie mehr als 20 weitere waren am Keim mit demselben Stamm erkrankt. Die Frühchen-Station war geschlossen und komplett erneuert worden. Sie ist erst seit Januar wieder geöffnet. Die Herkunft des Keimes blieb ungeklärt. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss beschäftigt sich ebenso mit dem Skandal wie die Staatsanwaltschaft. Unter anderem geht es darum, ob zu spät Maßnahmen ergriffen wurden, um eine Ausbreitung des Keims zu verhindern.

Nach den Erfahrungen aus 2011 ging gestern offenbar alles ganz schnell. Alle Eltern der Station, also insgesamt zehn, wurden informiert (niemand verließ die Klinik), die betroffenen Kinder in ein isoliertes Zimmer verlegt, die Station untersucht. Auch das Personal, das die beiden Kleinen betreue, werde streng von den anderen Patienten getrennt. Das geräumte Zimmer, so Matiszick, wurde komplett desinfiziert. „Woher die Keime stammen, ist bisher völlig unklar“, sagte die Sprecherin. Geno-Chef Dr. Diethelm Hansen betonte: „Wir werden weiterhin die höchsten Sicherheitsmaßnahmen einhalten, um alle theoretisch denkbaren Möglichkeiten einer Ausbreitung auszuschließen.“

Eingeschaltet wurde das Gesundheitsamt. Zudem zog die Geno sofort die Hygiene-Experten aus Freiburg hinzu. Noch gestern kamen sie in die Klinik. Hansen bat zudem das Gesundheitsressort, erneut das Robert-Koch-Institut einzuschalten.

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