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City-Pläne: Bremer Online-Umfrage zur Zukunft der Innenstadt beginnt

Wenig los, wenig Perspektive – die Sögestraße an einem Lockdown-Vormittag. Arbeit und Wohnen, Kultur und Wissenschaft sollen der Entwicklung der Bremer Innenstadt neue Impulse geben.
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Wenig los, wenig Perspektive – die Sögestraße an einem Lockdown-Vormittag. Arbeit und Wohnen, Kultur und Wissenschaft sollen der Entwicklung der Bremer Innenstadt neue Impulse geben.

Was wird aus Bremens Innenstadt? Das wollen die Planer jetzt von den Bürgern wissen. Eine Online-Befragung soll Bremens City-Plänen frische Impulse geben. Auch Umland-Stimmen sind gefragt.

Bremen – Wie soll die Bremer Innenstadt in Zukunft aussehen, wie soll das Zentrum neu erfunden werden? Was gehört in die City? Antworten auf diese Fragen wollen das Bau- und das Wirtschaftsressort nun von Bürgern bekommen – auch aus dem Bremer Umland. Bremer und auch Bremen-Pendler sind aufgerufen, sich bis zum 31. März an einer interaktiven Online-Befragung zu beteiligen.

Die Beiträge fließen in die Erarbeitung einer – so der Titel – „Strategie Bremen Centrum 2030“ ein. Eine Strategie hat die Innenstadt auch dringend nötig. Der Lockdown hat die Abwärtsspirale aus Leerstand, Schließungen und zunehmenden Einzelhandels-Problemen dramatisch beschleunigt. Weite Teile der City machen einen ungepflegten Eindruck. Hinzu kommen Ungewissheiten wie beispielsweise die Frage, ob denn nun rund ums Parkhaus Mitte etwas Neues entsteht oder nicht.

Gegenwärtig wird das Innenstadtkonzept aus dem Jahr 2014 für den Bereich Altstadt zwischen Wall und Weser „vertieft“, wie es heißt. Der Senat hat diese Konzept-„Vertiefung“ 2019 beschlossen. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Bauressort, Wirtschaftsbehörde und Handelskammer. Die Berliner Gesellschaft „Urban Catalyst“ (etwa: „städtebaulicher Katalysator“) hat den Auftrag dafür bekommen – und nun auch die Online-Befragung organisiert. Ziel ist nicht mehr und nicht weniger als die Entwicklung einer neuen Perspektive für die Bremer Innenstadt.

Teilnehmer sollen Quartiere der Bremer City einschätzen

Die Online-Befragung geht durchaus in die Tiefe. Zwölf Fragen sind zu beantworten, zuerst müssen Nutzer auf einer Karte eintragen, welchen Bereich sie überhaupt zur Bremer City zählen. Es wird abgefragt, wo Potenziale und Defizite der Innenstadt gesehen werden – Begründungen der Einschätzungen sind dabei jeweils ausdrücklich erwünscht. Zudem sollen verschiedenen Straßen, Plätzen und Quartieren – zum Beispiel: Martinistraße, Brill und früheres Sparkassenareal – bestimmte Eigenschaften und Nutzungen zugeordnet werden.

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Straße für Bewegung und Sport, grüner Boulevard oder Fahrradstraße? Das sind einige der Antwortmöglichkeiten bei Straßen, bei Quartieren geht‘s unter anderem um Einkauf, Wohnen und Bildung. Es gilt, der City bestimmte Eigenschaften zuzuordnen – wie soll sie sein? Autofrei, familiär, bewohnt? International, experimentell, gesellig? Bürgerlich, sicher und sauber, bremisch? Das sind einige Beispiele für Antwortmöglichkeiten. Ein weiteres Thema ist die Funktion der Wallanlagen – Fahrradparadies? Barriere? Grüne Oase? Zudem möchten die Organisatoren wissen, ob die Antworten aus Bremen oder aus dem Umland kommen.

Umfrage-Ergebnisse fließen in Bremer Strategie ein

„Die Ergebnisse dieser Befragung fließen direkt in den Strategieplanentwurf“ ein, so das Versprechen. Noch im Frühjahr soll eine weitere Online-Beteiligung zur Bewertung konkreter Maßnahmenvorschläge folgen. Der Strategieplanentwurf wird anschließend auf einer öffentlichen Veranstaltung diskutiert. Die Strategie soll am Ende als „Kompass“ dienen, heißt es in den Ressorts. Einfließen sollen auch Ergebnisse der „Ideenmeisterschaft“ aus dem Jahr 2018 und die gerade laufende Fortschreibung des Bremer Verkehrsentwicklungsplans.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, die Innenstadt zu einem lebendigen Zentrum für Handel, Arbeiten, Wohnen, Kultur und Freizeit zu entwickeln, das der digitalen Transformation Rechnung trägt und dabei auch Bremens Lebensqualität in Szene setzt“, erklärt Handelskammer-Präses Janina Marahrens-Hashagen. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) ist gespannt auf „Ideen für die Umgestaltung der Innenstadt“, Bau- und Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) sagt: „Die City wird sich nachhaltig verändern. Der Einzelhandel wird zwar weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Aber Wohnen, Gastronomie, Kultur und Wissenschaft müssen dieses Angebot in Zukunft ergänzen.“ In welcher Form – das sollen nun die Bürger sagen.

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