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Astronaut Thomas Reiter in Bremen: „Wie in einer Achterbahn – nur extremer“

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Von: Steffen Koller

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Antworten vom Astronauten im Universum Bremen: Thomas Reiter und Moderatorin Manuela Weichenrieder.
Antworten vom Astronauten im Universum Bremen: Thomas Reiter und Moderatorin Manuela Weichenrieder. © Koller

Bremen – Thomas Reiter gehört zu den wenigen privilegierten Menschen, die den gesamten Erdball aus der Vogelperspektive gesehen haben. Und dass man an so einen Menschen, also einen Astronauten, einige Fragen hat, versteht sich von selbst. Doch wie seine Fragen loswerden? Das Bremer Universum hatte da eine Lösung und lud ihn für Sonnabend kurzerhand zum neuen Format „Juhuuu, Besuch!“ ein – plus rund 50 Kinder, die eine ganze Menge wissen wollten.

„Was war Ihr Lieblingsessen im All?“, „Wie riecht es dort?“ und „Kann man beim Flug durch den Weltraum auch abkürzen?“ – sie hatten viele Fragen, die Kinder, die sich es sich auf Sitzsäcken und Bänken bequem gemacht hatten. Und so blieb Thomas Reiter, einer von nur insgesamt zwölf Deutschen, die je im All waren, auch nur wenig Zeit, sich überhaupt vorzustellen. Kurze Zeit später schossen auch schon die Arme der Kleinen in die Höhe. Ein Finger, zwei, zehn und mehr – die Neugier war riesig. Und so plauderte Reiter, heute 63 Jahre alt, wie es war, als er 1995 zum ersten Mal ins Weltall flog.

Da ruckele es schon ordentlich, sagte Reiter. „Stellt Euch das vor, wie in einer Achterbahn – nur extremer“, beschrieb er seinen ersten Flug mit der Sojus-Rakete zur russischen Raumstation „Mir“. Das flöße einem trotz jahrelanger Ausbildung und regelmäßigen Trainings schon Respekt ein, „doch der Blick auf die Erde, das ist einfach überwältigend“. Alle 90 Minuten könne man dort, in mehreren hundert Kilometer Höhe, Sonnenauf- und Untergänge erleben, aber auch die schwindenden Ressourcen unseres Planeten. Die fortschreitende Waldrodung, aber auch von Luftverschmutzung besonders betroffene Regionen ließen sich aus dem All gut beobachten. Insbesondere deshalb, weil Reiter den Vergleich ziehen kann. 2006, elf Jahre nach seiner ersten Weltallmission, flog der gebürtige Hesse abermals ins All, diesmal zur Internationalen Raumstation (ISS). Trotz der (meist) schönen Aussicht bringe das Leben in einer Raumstation auch Entbehrungen mit sich, machte Reiter klar. Enge, monatelang fast ausschließlich Fertignahrung, einfache Alltagsdinge benötigen das Vielfache an Zeit. Doch wenn es dann zu den seltenen Einsätzen direkt im All kam, sei auch das schnell vergessen gewesen. „Da draußen, das ist der absolute Wahnsinn!“

Ob Reiter auch „Aliens“ getroffen habe, wollte dann noch ein Junge wissen. Reiter hätte sich „gefreut – und sie eingeladen“. Für ihn steht „außer Frage“, dass es außerirdische Lebensformen gibt, „nur der Nachweis fehlt noch“. Es gibt also noch viel zu entdecken im All – und womöglich seit Sonnabend einige Astronauten mehr.

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