Engagement in der Pandemie

Kreuzfahrtmanagerin arbeitet als Schichtleiterin im Bremer Impfzentrum

Sicher durch die Pandemie kommen: Kreuzfahrtmanagerin Betti Keese arbeitet als Schichtleiterin im Bremer Impfzentrum in Messehalle 7 auf der Bürgerweide.
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Sicher durch die Pandemie kommen: Kreuzfahrtmanagerin Betti Keese arbeitet als Schichtleiterin im Bremer Impfzentrum in Messehalle 7 auf der Bürgerweide.

Bremen – Vom Schiff in die Halle, vom Fluss auf die Bürgerweide – Kreuzfahrtmanagerin Betti Keese engagiert sich im Bremer Impfzentrum. Und viele Bremer engagierten sich am Wochenende bei einem pandemiekonformen Benefizlauf.

  • Schiff oder Impfzentrum? Managerin sieht durchaus Parallelen.
  • 500 Teilnehmer bei Benefizlauf der Bremer Diakonie.
  • Drei weitere Todesfälle in Bremen.

Willkommen an Bord! Betti Keese kennt sich aus mit dem Bordleben, mit Schiffen und Reisen. Schiffsreisen aber gibt es im Moment nicht, also hat sie an Land angeheuert. Und hat eine Beschäftigung gefunden, die sich mit dem Bordleben gut vergleichen lässt.

Normalerweise ist Keese Kreuzfahrtmanagerin bei Ama Waterways und bereist mit nordamerikanischen Gästen die Flüsse Europas. Sie kümmert sich um die täglichen Abläufe an Bord, organisiert das Bordprogramm, Spielhows, Partys – und hält Vorträge über Land und Leute. Dieser Tage hingegen arbeitet die studierte Historikerin und Managerin für nachhaltigen Tourismus als Schichtleiterin im Bremer Impfzentrum auf der Bürgerweide.

„An Bord bin ich eine Art Gastgeberin. Das ist so ähnlich wie im Impfzentrum“, sagt sie und lacht. Hunderte von Menschen an einem Tag – mit vielen verschiedenen Personen habe sie auch auf dem Schiff zu tun. Für Betti Keese ist es das erste Mal seit 15 Jahren, dass sie einfach in Jeans zur Arbeit erscheint.

Sie hatte sich im Dezember bei der Johanniter-Unfall-Hilfe für die Mitarbeit im Bremer Impfzentrum in Messehalle 7 beworben. „In der ersten Woche habe ich administrative Aufgaben in den mobilen Impfteams übernommen und dann wurde ich zur Schichtleitung befördert“, sagt sie.

Engagement hilft auch der Tourismusbranche

Die 38-Jährige möchte sich aktiv dafür einsetzen, dass die Pandemie möglichst schnell vorbeigeht. „Die Tourismusbranche ist zur Zeit lahmgelegt. Aber ich möchte mich nicht komplett beruflich umorientieren, weil Kreuzfahrtmanagerin mein Traumberuf ist, den ich nach Corona unbedingt weiter ausüben möchte. Ich hoffe einfach, dass ich ab Frühsommer zumindest wieder mit deutschen Gästen fahren darf“, erklärt Keese.

Ihr Arbeitsvertrag bei den Johannitern sei zeitlich befristet für den Betrieb des Impfzentrums. Zu Hause zu sitzen und einfach abzuwarten, das war für Betti Keese keine Option. Ganz im Gegenteil, wie sie weiter erklärt: „Wie viele meiner Kollegen bin ich soloselbstständig. Wir sind in der Pandemie seitens der Politik wenig berücksichtigt worden.“ Eigentlich seien ihre Rücklagen für eine Eigentumswohnung gedacht gewesen.

Die Arbeit im Bremer Impfzentrum findet die gebürtige Delmenhorsterin spannend. „Und es ist absurderweise ähnlich wie das, was ich sonst mache, viel Planung, viel Organisation. Letztlich spielt es auch keine Rolle, ob 150 amerikanische Touristen vor mir stehen oder Bremer, die sich impfen lassen möchten. Das macht keinen Unterschied.“ Und so stört es sie auch nicht, wenn die Diensttelefone im Minutentakt klingeln. Die Schichtleiterin bleibt entspannt – und stets gut gelaunt. Wie an Bord.

Bremer Benefizlauf für Corona-Nothilfe

Die Pandemiebekämpfung sorgt vielerorts für Engagement – ein weiteres Beispiel: Mehr als 500 Menschen hatten sich zu einem dezentralen Benefizlauf am Wochenende angemeldet (Spendenergebnis: noch nicht bekannt). Die Bremer Diakonie hatte ihn zugunsten der Corona-Nothilfe für wohnungslose und arme Menschen organisiert. Die Nothilfe kümmert sich um verschiedene Projekte. So werden beispielsweise Essensausgabestellen wie Kirchencafés unterstützt und FFP2-Masken verteilt. Zuletzt wurde auch ein Tagestreff für wohnungslose Frauen vom Verein für Innere Mission bei seiner Arbeit unterstützt, hieß es.

Die Strecke durften sich die Teilnehmer wegen der Pandemie selbst aussuchen, sagte Diakonie-Sprecherin Regina Bukowski. Schirmherrin des Benefizlaufs war Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne). „Wir freuen uns sehr über die zahlreichen Anmeldungen zum Benefizlauf. Das ist ein großes Zeichen der Solidarität und Nächstenliebe“, sagte Bukowski, die selbst auch mitlief.

Anmeldungen aus Bremen, aber auch Oldenburg, Ostfriesland, Köln, Berlin und sogar aus der Schweiz erreichten die Diakonie. Bukowski: „Es ist zwar schade, dass wir nicht alle gemeinsam auf einer Strecke laufen können. Aber es ist auch toll, dass man bei diesem Benefizlauf tatsächlich überall auf der Welt mitmachen kann.“

Die Bremer Corona-Zahlen vom Wochenende

Das Gesundheitsamt hat am Sonnabend für das Land Bremen 69 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet, am Sonntag weitere 39 – 24 in Bremen, 15 in Bremerhaven. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie ist am Wochenende um drei auf nunmehr 253 gestiegen. Die Inzidenzwerte lagen am Sonntag in der Stadtgemeinde Bremen bei 71,4 und in Bremerhaven bei 68,8. Im Land Bremen wurden nach Angaben des Gesundheitsressorts vom Sonntag inzwischen insgesamt 15 502 Personen geimpft. 1 865 von ihnen haben bereits eine zweite Impfung erhalten.

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