„Einfach wissenswert“: Ausstellung und Reihe im Haus der Wissenschaft / Thema: Transfer

Der Wert der Forschung und der Alge

Eine Puppe präsentiert im Haus der Wissenschaft den medizinisches Stützverband „Cellfix“, den Forscher auf Grundlage der Kieselalge entwickelten.

Bremen - Von Thomas Kuzaj„Seal“ – ist das nicht der Gatte von Heidi Klum? „Seal“ kann bis zu 5 000 Meter tief tauchen und autonom am Meeresboden operieren – etwa, um Daten zur genaueren Kartierung des Meeresbodens zu liefern. Das hätten wir vom Ehemann des Models nun wirklich nicht gedacht.

Doch der Seal, um den es hier geht, ist ja auch gar kein Gatte. Es handelt sich vielmehr um ein Unterwasserfahrzeug des Bremer Zentrums für Marine Umweltwissenschaften (MARUM). Ein Modell des Tauchfahrzeugs im Maßstab 1:8 zählt seit gestern zu den Exponaten einer neuen Ausstellung im Haus der Wissenschaft (Sandstraße). Die Schau mit dem Titel „Einfach wissenswert“ begleitet bis zum 3. Februar 2010 eine Vortrags- und Diskussionsreihe, die den Wissenschaftstransfer in die regionale Wirtschaft beleuchten soll.

„Die Natur mit ihren Strukturen, Formen und Gesetzmäßigkeiten prägt nicht nur ihre direkte Umwelt, sondern kommt auch in einer großen Bandbreite von Formgebungen und Funktionen in unserem Alltag zum Ausdruck“, heißt es in einer Ankündigung. „Einfach wissenswert“ beziehe sich auf „diese Phänomene“ und zeige „eine Auswahl an der Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft zum Thema Meerestechnologien“. „Wissenswert“ übrigens ist durchaus doppeldeutig – geht es hier doch auch um Wissen, das einen Wert im wirtschaftlichen Sinne hat.

Das Spektrum reicht dabei von der Premierenfahrt zweier Beluga-Schwergutfrachter durch die Nordostpassage zwischen Asien und Europa bis zum medizinischen Stützverband „Cellfix“. Der Verband ist eine Entwicklung des Bremerhavener Instituts für Marine Ressourcen (IMARE). Seine Basis ist die Kieselalge Isthmia nervosa. Der Verband ist 62 Gramm leicht, atmungsaktiv und so konzipiert, dass der Arzt auch noch die Hautoberfläche des Patienten sehen kann, der den Verband trägt.

Ein ganz anderes Beispiel in der Ausstellung ist das Bremer Kosmetikunternehmen Biomaris. Seit gut 70 Jahren schon produziert es Kosmetik mit Meeresingredienzen – vom Salz bis zur Alge.

WWW.

hausderwissenschaft.de

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