Werkstatt Bremen und Heimstiftung eröffnen Menschen mit Behinderungen neue Wege

Sprung ins Berufsleben

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Zertfikat plus Job: Dennis Moderau vom Stadtteilhaus Kattenesch wird in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen.

Bremen - Der erste Durchgang einer bundesweit neuen Qualifizierung für Menschen mit Behinderungen ist beendet: Im „Kwadrat“ des Martinshofs nahmen Teilnehmer der Maßnahme ihr Zertifikat entgegen. Dieses eröffnet ihnen jetzt Wege ins Berufsleben oder in die Ausbildung im Bereich Hauswirtschaft.

Vor gut zwei Jahren startete die Qualifizierung auf Initiative von Werkstatt Bremen und Bremer Heimstiftung gemeinsam mit der Senatorin für Finanzen als zuständige Stelle. Entwickelt wurde sie auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes, um es Beschäftigten der Werkstatt zu ermöglichen, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen oder eine Ausbildung anzuschließen. Für die ersten Absolventen haben sich Perspektiven der Beschäftigung in Häusern der Heimstiftung aufgetan. Jetzt nehmen sie hier ihren Dienst auf. Monika Böttjer, Projektleiterin der Bremer Heimstiftung, und Ahlrich Weiberg, neuer Geschäftsführer der Werkstatt Bremen, sind sich einig: „Das zeigt, dass wir mit der Qualifizierung einen ganz großen Schritt in Richtung berufliche Inklusion gemacht haben.“

Für den 25-jährigen Dennis Moderau, der vom Stadtteilhaus Kattenesch in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen wird und dort in der Wohnküche arbeitet, hat sich mit dem erfolgreichen Abschluss der Qualifikation ein Traum erfüllt: „Ich wollte schon immer mit Menschen zu tun haben und für sie kochen. Das mache ich sehr gerne.“ Darauf sei er gut vorbereitet worden. „Wir haben gelernt, Salatdressing anzurühren, Kuchen zu backen und Gerichte wie Milchreis oder Königsberger Klopse zuzubereiten“, erzählt er.

Theorie und Übungen zu „Speisezubereitung und Service“, aber auch zu den Themenfeldern „Reinigen und Pflegen von Räumen“, „Reinigen und Pflegen von Textilien“, das „Gestalten von Räumen und des Wohnumfeldes“, „Vorratshaltung und Warenwirtschaft“ sowie „Hilfe leisten bei Alltagsverrichtungen“ wurden an zwei Tagen in der Woche im hauswirtschaftlichen Zweig des Schulzentrums Neustadt und des „Kwadrats“ vermittelt. Das Gelernte konnten die Teilnehmer dann für den Rest der Arbeitswoche in der Praxis erproben – sprich in Häusern der Bremer Heimstiftung. In fünf der genannten sechs Qualifizierungsbausteine wurden die jungen Menschen geprüft. Diese galt es, erfolgreich abzuschließen und das schafften alle. „Unsere Teilnehmer haben enorm viel geleistet“, sagt Siegrid Meinecke-Haar von der Heimstiftung, Dozentin und Praxisbegleiterin des Projekts. „Mit jeder Einheit ist ihr Interesse, ihre Konzentration und ihre Selbstständigkeit im Handeln gewachsen. Darauf können sie stolz sein.“

Ute Raasch, Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung, die das Projekt seitens Werkstatt Bremen begleitet, sagt: „Mit der Qualifizierung gehen unsere Teilnehmer raus aus dem geschützten Bereich der Werkstätten für behinderte Menschen und tauchen ein in den ganz normalen Arbeits- und Schulalltag.“

Nach der erfolgreichen ersten Runde der Qualifizierung folgt die Fortsetzung 2016. Anfang des Jahres können sich Interessenten und ihre Angehörigen über Christine Gottschalch von der Beruflichen Bildung bei der Werkstatt Bremen unter Telefon 0421/361-89339 informieren.

sw

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