40 Mitarbeiter im Einsatz

Jens Wiegandt sorgt bei den Sixdays für Licht und Ton

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AVM-Chef Jens Wiegandt verbringt in seiner Firma in Schwanewede auch viel Zeit am Mischpult.

Bremen - Von Gerd Töbelmann. Was muss ein gutes Sechstagerennen in Bremen haben? Klar, das Fahrerfeld muss top sein. Auch die Organisation, die Gastronomie und die Show-Acts müssen passen, um bis zu 70 000 Besucher glücklich zu machen. Aber ohne eine nahezu perfekte Akustik mit starken Lichteffekten hat man schon verloren. Und hier kommt Jens Wiegandt ins Spiel. Der 53-Jährige ist Inhaber und Geschäftsführer der Firma AVM (Audio Visuell Medien) mit Sitz in Schwanewede und seit 2012 für den guten Ton und das passende Licht verantwortlich. Mittlerweile ist die AVM auch einer von drei neuen Gesellschaftern der Event & Sport Nord, die das Rennen ausrichtet.

Wiegandt, obwohl eigentlich kein Radfahrer, sondern dem Segeln verbunden, ist wahrlich vom Sixdays-Virus infiziert: „Ich gehe an den sechs Tagen erst dann über die Bürgerweide ins Hotel, wenn auf der Bahn und in den anderen Hallen alles gelaufen ist. Ich will schließlich vor Ort wissen und eingreifen, wenn mal etwas schieflaufen sollte.“

Apropos „Sixdays-Bazillus“: Da kommt es dann schon einmal vor, dass Wiegandt zusammen mit Hallenchef Peter Rengel eine Idee ausbrütet, die nicht in den mittleren sechsstelligen Etat passt – aber dennoch durchgezogen wird. Ein Beispiel dafür ist die visuelle Erkennung der Fahrer anhand eines Lichtimpulses. Zunächst entwickelte Wiegandt einen Armband-Prototypen, der weltweit einmalig war. Doch nach und nach fühlten sich die Fahrer unwohler mit dem blinkenden „Ding“ an ihren Armen. Wiegandt grübelte, legte sich einen 3D-Drucker zu und entwarf eine Konstruktion, die nun an der Sattelstütze des Rades angebracht wird. 26 Unikate ließ er davon produzieren, die jetzt um die Bremer Bahn flitzen. „Das habe ich aus eigener Tasche finanziert – weil ich das Problem unbedingt lösen wollte.“

Mit einigen Sattelzügen über den großen Teich

Die Bremer Sixdays sind sicherlich eines der Highlights im Geschäftsjahr der AVM – aber mit Sicherheit nicht das Ereignis mit dem größten Einzelumsatz der Firma. „Wir haben schon für das weltberühmte Coachella-Festival in Palm Springs/Kalifornien gearbeitet und deshalb einige Sattelzüge über den großen Teich gebracht. Da ist die eine Million schnell erreicht“, sagt Wiegandt, der ansonsten nicht gern über Zahlen spricht.

Wohl aber über das Jahr 1989, als in Frankreich der 200. Jahrestag der Revolution gefeiert wurde. Vor dem Schloss in Versailles wurde an elf Tagen die Oper La Traviata von Giuseppe Verdi mit den Star-Tenören Jose Carreras und Placido Domingo aufgeführt. „Da kamen jeden Tag 6500 Besucher, und wir haben mit 800 Kilowatt für die Beschallung gesorgt. Das bleibt unvergessen. Gerade deshalb, weil ich klassische Musik sehr mag“, erklärt Wiegandt, der die Firma zusammen mit seiner Frau Heike als Prokuristin führt.

Das ist wahre Verbundenheit: Auf einem von Wiegandts vier Sattelzügen prangt ein riesiges Sixdays-Logo.

Mittlerweile hat der gelernte Radio- und Fernsetechniker 18 feste Mitarbeiter und dreht ein Millionen-Rad. Wiegandt ist es aber auch wichtig festzustellen, „dass wir nicht nur an den großen Events interessiert sind, sondern auch kleinere Feiern, Messen oder Präsentationen gern übernehmen. Manche trauen sich gar nicht, uns anzusprechen, weil sie glauben, dass ihre Veranstaltung zu klein ist. Das ist Unsinn.“

1200 Scheinwerfer, 20 Kilometer Kabel und 160 Lautsprecher

Die Sixdays jedoch sind ein großes Ding. In den Tagen vor, während und auch nach dem Rennen sind insgesamt 40 Mitarbeiter auf der Bürgerweide im Einsatz. Dabei werden 1 200 Scheinwerfer, 20 Kilometer Kabel und 160 Lautsprecher verbaut. Dies alles wird von acht Sattelzügen an die Halle gefahren und dann aus- und später wieder eingeladen. In Schwanewede befindet sich auch das Lager der Firma – „das größte seiner Art in Norddeutschland“, wie Wiegandt nicht ganz ohne Stolz berichtet.

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