Ein Stück Le-Mans-Renngeschichte parkt neben anderen Sportwagen in einer Bremer Privatgarage

„Wenn der Sound erklingt, ist das Freude pur“

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Der Porsche 962C parkt in der Garage eines Bremer Sammlers. Der 1989 vom Kölner Rennstall Kremer Racing für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gebaute Sportwagen ist am Wochenende bei der Oldtimerausstellung „Bremen Classic Motorshow“ zu sehen. ·

Bremen - Von Sönke MöhlMintgrün lackiert, flach mit Kuppeldach und geschwungenen Kotflügeln - so steht der fast 800 PS starke Sportwagen etwas versteckt in der Ecke einer großen Privatgarage in Bremen. Im Juni 1989 flitzte der Kremer-Porsche 962 CK6 „Leyton House“ beim berühmten 24-Stunden-Rennen von Le Mans bis zu einem Unfall in Runde 44 um die Strecke.

Für ein paar Tage will der Eigentümer das Prachtstück seiner Sportwagensammlung jetzt Rennsportfans zeigen – bei der zehnten Auflage der „Bremen Classic Motorshow“ von Freitag, 3.  Februar, bis Sonntag, 5.  Februar, im Messezentrum auf der Bürgerweide.

Eigentlich ist der 67-Jährige gar nicht erpicht darauf, seine automobilen Schätze vorzuführen. Deswegen möchte der frühere Elektrounternehmer, der selbst kein bisschen wie ein Rennfahrer wirkt, auch weder Namen noch genauen Wohnort öffentlich nennen. Zum 50-jährigen Bestehen des Rennsportstalls „Kremer Racing“ macht die Besitzerfamilie aber eine kleine Ausnahme: „Jetzt ist der Wagen so schön, da möchte ich ihn auch mal zeigen.“

Wie kam der Unternehmer eigentlich zu diesem Porsche? So ganz genau wisse er das gar nicht mehr, sagt der PS-Sammler. Angefangen hatte es bei einer Auktion Anfang der 90er Jahre in Luxemburg. Dort wurden vier Felgen eines Porsche 962 der Kremer-Brüder angeboten, die 1989 in Le Mans benutzt worden waren. „Ich habe alle vier genommen.“

Den Wagen habe er später in einem Museum in Süddeutschland gesehen und irgendwann gegen mehrere Autos aus seiner Sammlung getauscht. „Das war mir ganz Recht, denn ich brauchte Platz.“

Und was treibt einen an, solche Sportwagen zu sammeln? „Die Historie des Fahrzeugs fasziniert mich und die Technik bei einem Gewicht von nur 820 Kilogramm.“ Für Ausflüge ist aber gerade der Porsche 962 nicht geeignet, obwohl er 1993 sogar eine Straßenzulassung erhalten hatte.

Manchmal holt der 67 Jahre alte Technik-Fan seinen Lamborghini aus der Garage, um über Autobahnen und Landstraßen zu brausen. Ans Ausfahren der starken Maschine ist dabei kaum zu denken. „Zu viel Verkehr“, meint der graubärtige Sammler trocken.

Andere Wagen aus der Sammlung bewegt er gar nicht, obwohl sie neuwertig sind. Neben einem sehr seltenen Jaguar XJR15 mit 83 Kilometern auf dem Tacho parkt ein gelber Porsche 964 RSR von 1993 mit einer Gesamtfahrleistung von 360 Kilometern.

Aber auch so erfüllen die Sportwagen ihren Zweck. „Wir erfreuen uns jeden Tag an unseren Fahrzeugen, wie sich auch ein Kunstsammler an seinen Stücken erfreut. Wenn man sich alle drei bis vier Monate hineinsetzt, startet, der Motor läuft und der Sound er klingt, das ist Freude pur.“

Die „Bremen Classic Motorshow“ öffnet an allen drei Messetagen von 10 bis 18 Uhr. Das Tagesticket kostet 14 Euro. · lni

http://www.classicmotorshow.de

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