25 Jahre vernetzte Logistik-Forschung in Bremen

Wenn Pakete mit dem Lkw sprechen

Blick auf einen Container-Entladeroboter, aufgebaut im BIBA. Wo die Kamera steht, würde sich im Betrieb die Ware im Container befinden. Die grünen Vakuumsauger würde sie auf die Rollen ziehen. Hinter dem Roboter wäre wiederum ein Transportsystem im Einsatz. Mit im Bild: zwei Mitarbeiter des BIBA an der Hydraulik.
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Blick auf einen Container-Entladeroboter, aufgebaut im BIBA. Wo die Kamera steht, würde sich im Betrieb die Ware im Container befinden. Die grünen Vakuumsauger würde sie auf die Rollen ziehen. Hinter dem Roboter wäre wiederum ein Transportsystem im Einsatz. Mit im Bild: zwei Mitarbeiter des BIBA an der Hydraulik.
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Logistik ist meist ein hektisches Geschäft. Dieser Wirtschaftszweig ist in Bremen von großer Bedeutung und wird seit einem Vierteljahrhundert interdisziplinär vernetzt erforscht. In der Praxis gibt es so spannende Dinge wie sprechende Pakete.

Bremen – 1996 wurde der Forschungsverbund Logistik (FoLo) durch eine Initiative von Wissenschaftlern an der Uni Bremen ins Leben gerufen, um die einzelnen Institute besser zu vernetzen. Bis heute kooperieren die Fächer Wirtschaftswissenschaften, Produktionstechnik, Informatik und Elektrotechnik. Immer mal sei auch die Mathematik dabei gewesen, sagt Professor Michael Freitag, Direktor am Bremer Institut für Logistik und Produktion (BIBA) und Professor für Planung und Steuerung produktionstechnischer und logistischer Systeme im Fachbereich Produktionstechnik der Uni Bremen. Forschung durch einzelne Lehrstühle gab es aber auch vor dieser Vernetzung, so Freitag.

Die Verteilung der Produktion in ganz Europa, etwa bei Airbus oder gleich über den ganzen Globus, war damals das erste große Thema, erzählt Freitag. Ab 2002 sei dann das Thema „Selbststeuerung“ hinzugekommen, ein Begriff, den es zuvor in der Logistik noch gar nicht gegeben habe. Die Informations- und Kommunikationstechnik hatte eine rasante Entwicklung gemacht. Transportgüter waren so „intelligent“, dass sie sich selbst steuern konnten. Pakete begannen etwa, mit den Lkw zu kommunizieren. In der Intralogistik traten Bauteile in Verbindung mit den Maschinen.

„Die ersten acht Jahre war das praktisch eine Bremer Initiative, unterstützt vom Land.“ Zunächst sei die Ausrichtung regional gewesen, ab 2004 auch international. 2005 wurde „Bremen Research Cluster for Dynamics in Logistics“ (LogDynamics) als Nachfolger von „FoLo“ gegründet. Heute umfasst „LogDynamics“ 20 Arbeitsgruppen – jeweils ein Professor und weitere Mitarbeiter. In der Anfangszeit waren es weniger. Mit von der Partie sind auch das BIBA und weitere Institute wie das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) mit Standorten Bremen und Bremerhaven, die Bremer Uni und die Jacobs-Universität.

Selbststeuernde logistische Prozesse als Vorbote der Industrie 4.0

Es wurde stark auf den Sonderforschungsbereich „Selbststeuerung logistischer Prozesse“ gesetzt. Dieser ist inzwischen abgeschlossen. Selbststeuernde logistische Prozesse seien ein Vorbote der Industrie 4.0 gewesen, ein Begriff, der 2010 ins Leben gerufen wurde. „Das war eine Steilvorlage für unsere Forschung“, sagt Freitag. „Wir konnten in die Anwendung gehen.“ Das war 2012/2013. „Das ist das Aktuelle. Digitalisierung der Logistik. Logistik 4.0.“ Dabei entsteht ein digitales Abbild aller Prozesse. Durch detaillierte Informationen lässt sich der Prozess genau steuern. Dabei helfen intelligente Container. Es wird auch daran gearbeitet, die Steuerungsentscheidung in den Prozess zu verlegen. „Der Container sagt, ,ich muss abgeholt werden’, etwa wenn Sensormessungen zeigen, dass Lebensmittel darin schlecht werden. Oder er sagt, ,ich kann hier stehenbleiben’“, sagt Freitag. „Das war schon vor vielen Jahren technisch möglich und ist jetzt auch wirtschaftlich machbar.“

Logistikforschung in Bremen: Nachhaltiger Transport ist Thema

Seit etwa einem Jahr werde ein weiteres Thema in der Logistik beobachtet: die zunehmende Individualisierung. „Jemand bestellt drei Sachen, jedes Mal bei anderen Lieferanten“, sagt Freitag. „Das ist nicht nachhaltig.“ Es gehe darum, Individualisierung mit nachhaltigem Transport zu verbinden. Eine reine Bündelung der Transporte könne zu einer verlängerten Lieferzeit führen. Hierzu gebe es bereits erste Projekte.

Freitag schätzt, dass es in den nächsten fünf Jahren zu einer weiteren, starken Digitalisierung der Logistik kommen wird, unter anderem auch in den Bremischen Häfen. In den Häfen sei man mit dem Tagesgeschäft beschäftigt. Kommen Innovationen, etwa aus der Informatik, müsse die Logistik bereit sein, diese auch anzunehmen. „Antwerpen und Rotterdam haben früher auf Digitalisierung und Automatisierung gesetzt. Sie waren mutiger“, sagt Freitag. „Es ist klar, dass in Digitalisierung investiert werden muss, um die Umschlagskosten zu senken oder wenigstens zu halten, um konkurrenzfähig mit den anderen Häfen zu bleiben.“

Vor 15 Jahren wurde als eine Säule von „LogDynamics“ die „International Graduate School for Dynamics in Logistics“ gegründet, die Doktoranden ausbildet. Dort promovierten bereits 50 Personen aus 24 Ländern. In diesem Jahr wird das Institut BIBA 40. Das soll mit einem Fest gefeiert werden.

Online-Vorträge zum Thema Logistik

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Logistik-Forschung in Bremen gibt es eine Reihe von Online-Vorträgen. Diese findet jedem ersten Mittwoch des Monats, 17 bis 18 Uhr, statt. Dabei stellen Wissenschaftler von „LogDynamics“ ihre Forschung vor. Am 7. Juli spricht Hans-Dietrich Haasis zum Thema „Digitale Transformation im Seeverkehr, in Häfen und Hinterland“. Haasis ist an der Uni Bremen Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Maritime Wirtschaft und Logistik. Es finden Vorträge bis in den Dezember statt. Infos und Anmeldung unter „www.logdynamics.de/vortragsreihe.html“.

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