Wenn die Flitter tanzen 

Musical „Bodyguard“ feiert umjubelte Premiere im Metropol-Theater

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Mitreißendes Gute-Laune-Finale zu „How Will I Know“: Marina Maniglio als Rachel Marron.

Bremen - Am Ende feiert das Premierenpublikum das Ensemble von „Bodyguard“ mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Applaus so richtig ab, goldene Flitter tanzen durch den Zuschauerraum des Metropol-Theaters. Und auch das Ensemble scheint Erleichterung zu verspüren, dass seine Leistung goutiert wurde.

Dazu gibt es an diesem Abend auch allen Grund, trotz der Verletztenmisere bei Werder Bremen. Was die mit dem Musical zu tun hat? Nun, das Pech scheint ansteckend zu sein. Aisata Blackman, die Erstbesetzung der Hauptrolle Rachel Marron, fehlt ausgerechnet bei der Premiere am Donnerstag wegen einer Erkrankung, wie es heißt. Also muss „Backup“ Marina Maniglio ran, die gleich mehrere tragende Rollen in „Bodyguard“ spielen (und singen) kann. Um es gleich vorweg zu sagen: Maniglio ist mehr als ein Ersatz.

Binnen Minuten hat man ausgeblendet, dass die gebürtige Italienerin äußerlich keine Ähnlichkeit mit Whitney Houston hat, die 1992 mit Kevin Costner in dem Blockbuster spielte, der mehrfach ausgezeichnet wurde und gleichzeitig für die „Goldene Himbeere“ als schlechtester Film nominiert war; das Album mit dem Soundtrack allerdings gilt als eines der erfolgreichsten der Musikgeschichte.

Am Ende gibt es im Metropol-Theater stehende Ovationen im Flitterregen.

Doch genug von der Vergangenheit, die Gegenwart ist ein Bühnenstück, das mit 13 Whitney-Houston-Songs gespickt ist, meist gesungen von Maniglio. Nicht hoch genug zu bewerten sind ihre stimmlichen Qualitäten; die denen des Originals ebenbürtig erscheinen. Und das will etwas heißen. Auch Andrea del Solar als Rachels Schwester Nicki fällt da nicht ab.

Der Bodyguard Frank Farmer (Jo Weil) braucht mit den Ladies nicht zu konkurrieren; das Skript sieht für den Schauspieler („Verbotene Liebe“) nur einen Song vor – in einer Karaoke-Bar. Da erwartet man nichts. Und die Erwartungen werden nicht enttäuscht . . .

Jo Weil überlässt das Singen anderen.

Und so können sich die Zuschauer ganz dem Geschehen auf der Bühne hingeben: Mit geschickten Szenenwechseln, die ein schnelles Umbauen erlauben, mit Zeitlupensequenzen – wie in einem Film! –, die die Spannung in Gefahrenmomenten greifbar werden lassen, mit berührenden Songs, begleitet von einer unsichtbaren, aber gut hörbaren Live-Band.

Nach mehr als zwei Stunden singt Rachel zum Abschied von Frank ihr trauriges „I Will Always Love You“. Das Lied mag für den Schluss einer Romanze geeignet sein, aber nicht als Abschluss eines solchen Abends. Also sind noch einmal alle Mitwirkenden beim schmissigen „I Wanna Dance With Somebody“ auf der Bühne, singen, tanzen, lachen – und sorgen trotz des fehlenden Happy Ends für ausgelassene und heitere Stimmung beim Premierenpublikum.

„Bodyguard“: Die weiteren Spieltermine in Bremen

Die 40-wöchige Tournee von „Bodyguard“ macht im Norden nur in Bremen Station. Im Metropol-Theater sind folgende weitere Vorstellungen geplant: Sonnabend (18.1.) um 15.30 und 19.30 Uhr, Sonntag (19.1.) 14 und 18.30 Uhr, Dienstag bis Freitag (21. bis 24.1.) jeweils um 19.30 Uhr, Sonnabend (25.1.) um 15.30 und 19.30 Uhr sowie am Sonntag (26.1.) um 14 und 18.30 Uhr. Karten (29 bis 95 Euro, sonnabends Aufschlag) gibt es in den Geschäftsstellen dieser Zeitung.

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