Im Zentrum der Galaxie

Der weltweit größte Raumfahrtkongress kommt 2018 nach Bremen

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Freitag, 14.30 Uhr: Feierlicher Handschlag nach der ebenso feierlichen Vertragsunterzeichnung in der Oberen Rathaushalle. Von links gesehen: Professor Claus Lämmerzahl vom ZARM, Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner und Dr. Jean-Yves Le Gall, Präsident der „International Astronautical Federation“ (IAF).

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Der Rahmen hätte nicht feierlicher sein können. In Bremens wohl schönstem Saal für solche (und andere) Anlässe ist am Freitagnachmittag ein Vertrag unterschrieben worden. Oder besser: unterzeichnet. Es war der Vertrag für den „International Astronautical Congress“ (IAC).

Der weltweit größte Raumfahrtkongress bringt im nächsten Jahr – vom 1. bis 5. Oktober 2018 – mehr als 4000 internationale Wissenschaftler an die Weser.

Freude für Wissenschaftler, Touristiker und Stadtvermarkter

Da freuen sich Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter, da freuen sich Touristiker und Standortvermarkter – bringt das prestigeträchtige globale Treffen der Raumfahrtbranche doch tüchtig zusätzliches Renommee für den Raumfahrtstandort Bremen. Weltweit – und praktisch ja auch im All – wirbt die Hansestadt für sich als „City of Space“. Bremen ist einer der wichtigsten Raumfahrtstandorte in Deutschland.

In diesem Jahr richtet Adelaide in Australien den Raumfahrtkongress aus. Vertragspartner für den dann 69. Astronautenkongress 2018 in Bremen sind das Zentrum für Angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM, bekannt durch den Fallturm) der Bremer Uni und der Dachverband „International Astronautical Federation“ (IAF), in der Oberen Rathaushalle vertreten durch Präsident Dr. Jean-Yves Le Gall, der zugleich der Vorsitzende der französischen Raumfahrtagentur CNES ist. Für Bremen dabei: Wirtschafts- und Häfensenator Martin Günthner (SPD). Und natürlich Professor Claus Lämmerzahl vom ZARM.

Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) war nicht bei der Unterschriften-Zeremonie dabei, wohl aber bei einer Vorab-Gesprächsrunde in der Güldenkammer. Von dem Kongress verspricht er sich weiteren Auftrieb für den Raumfahrtstandort Bremen: „Wir können uns weiterentwickeln.“

Das ZARM hat den Kongress im Jahr 2003 schon einmal für Bremen organisiert. Für den 2018er-Kongress wurde im Rathaus ein „Team Germany“ präsentiert, das im Grunde aus einem „Team Bremen“ gebildet wird. Dazu gehören das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie die Unternehmen OHB, Airbus Defence and Space, Airbus Safran Launchers und MT Aerospace. Sie haben sich gemeinsam mit dem ZARM und dem Land Bremen verpflichtet, „ihre Zusammenarbeit zu vertiefen und die große Bedeutung der Raumfahrt für Bremen und Deutschland international beim IAC zu präsentieren“, wie es am Freitag formuliert wurde.

Kindergärten und Universitäten sollen einbezogen werden

In der Oberen Rathaushalle ging es schon mal spacemäßig international zu. Nein, es war niemand mit einer Rakete angereist. Aber es wurden Reden in englischer Sprache gehalten. Von allen, also auch von Senator Günthner. An den fünf Kongresstagen im Oktober 2018 werde Bremen ja praktisch zum Zentrum der Galaxie, so Le Gall. Bremen sei der perfekte Ort, um alle Raumfahrtleute miteinander zu verbinden. Marc Avila, geschäftsführender Direktor des ZARM: „In der Wissenschaft sind Kooperationen mit anderen Forschungszentren und Industriepartnern essentiell und bringen oft unerwartet weitreichende Ergebnisse.“

Bremen will sich an den Kongresstagen ganz im Zeichen der Raumfahrt präsentieren. Geplant sind unter anderem öffentliche Vorträge, Ausstellungen und Events sowie Projekte mit Kindergärten, Schulen und Universitäten. Sie sollen die Raumfahrt für alle erlebbar machen und ihre Bedeutung im täglichen Leben verdeutlichen, hieß es.

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