Stehende Ovationen für Weltstar Anastacia und die Bremer Philharmoniker

„Das war der Hammer“

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Anastacia brachte das Publikum im Musicaltheater zum Toben.

Bremen -  Von Elisabeth Gnuschke. Stehende Ovationen, nicht enden wollender Applaus, Jubelrufe: Rund 1400 Zuschauer haben am Dienstagabend im ausverkauften Musicaltheater ein Konzert der Extraklasse erlebt – mit Weltstar Anastacia zum Anfassen und den wunderbar aufgelegten Bremer Philharmonikern.

„Einmalig“, wie es ein Zuhörer formulierte, war das Konzert im doppelten Sinne: In dieser Kombination gab es die grandiose Show nur ein einziges Mal. Nach fast zwei Stunden mit mehreren Zugaben ist dann kurz vor 23 Uhr wirklich Schluss. „Das war der Hammer“, „Umwerfend“, „Einfach nur supergeil“, lauten die Kommentare der begeisterten Besucher. Hatte schon das Männer-Trio von „Vintage Vegas“ um Ex-„Bro‘sis“-Sänger Giovanni Zarrella das Publikum mit seinen Popsongs im Swing-Stil gut eingestimmt, so nimmt Anastacia die 1400 Menschen im Handumdrehen für sich ein.

Das Trio von „Vintage Vegas“ machte das Publikum locker.

Die 46-jährige US-Amerikanerin schafft es von Anfang an, diesen außergewöhnlichen Abend ganz besonders zu machen. Die Frau mit der kraftvollen dunklen Soulstimme präsentiert sich sympathisch, natürlich und voller Power. Fast scheint es, als könne sie gar nicht glauben, dass sie neben ihrer Band mit den Bremer Philharmonikern ein etwa 40-köpfiges Orchester zur Seite hat. Immer wieder bedankt sie sich bei Dirigent Charles Olivieri-Munroe, bei den Musikern. Ihr gelingt es, eine Verbindung zwischen sich, dem Orchester, ihrer Band und den Zuschauern zu schaffen. In enger Jeans und bunter Bluse taucht sie zwischen ihren beiden Backgroundsängerinnen Lorraine und Hazel auf und legt mit „Left outside alone“ los. Es dauert nicht lange, schon stehen die Zuschauer singen ihre Lieder mit. Die 46-Jährige plaudert mit ihren Fans, lässt sich von ihnen fotografieren, macht Selfies, schüttelt unzählige Hände, läuft am Ende gar singend durch die engen Reihen, und das alles mit einem Lächeln im Gesicht.

Zwischendurch beantwortet sie sogar Fragen der Zuschauer. Songs aus ihrem jüngsten Album „Resurrection“ (Auferstehung) bettet sie in ihre Hits ein. Mal begleitet sie der satte Sound der Philharmoniker mit vielen Streichern, mal die Band. „Wow“-Effekt bei „Paid my dues“ und am Ende bei „I‘m outta love“ mit Orchester. Irgendwie ist es wie bei einem Privatkonzert, es geht fast familiär zu. Applaus immer wieder auch von den Musikern. Da zückt schon mal ein Philharmoniker das Handy und filmt, wie Anastacia über die Bühne rockt. Die Lichtshow ist dezent, der Kostümwechsel Nebensache. „Wunderbar“, flüstert eine Zuschauerin, als Anastacia zwei Songs singt, in denen sie ihre beiden Krebserkrankungen aufarbeitet. Nach „Heavy on my heart“ und „Stay“ muss selbst die Sängerin mit Tränen in den Augen tief durchatmen. Wunderschön im Akustik-Teil „I belong to you“ (mit Backgroundsängerin Hazel statt Eros Ramazzotti). Stark: allein das Orchester mit „Broken Wings“ und einem Solo von Trompeter Thomas Ratzek. Und ja, die 46-Jährige kann auch richtig rockig.

Bei den Coversongs „Back in black“ von AC/DC und „Sweet child of mine“ von „Guns N‘ Roses“ tanzen ebenso alle mit wie später bei Anastacias altem Hit „One day in your life“. Ein unglaublicher Abend und fünf Sterne von fünfen für Anastacia, ihre Band und die Bremer Philharmoniker, die allesamt begeistert von diesem einmaligen Experiment waren, wie Event-Manager Jan Trautmann heute sagte. Ihm ist dieses Konzert-Highlight zu verdanken, hat er doch Anastacia von ihrer Solo-Tour, die Bremen aussparte, ins Musicaltheater geholt. Nach dem Konzert fiel die Amerikanerin Arrangeur Steffen Drabek in die Arme und bedankte sich. Er hatte die Musik für die Philharmoniker umgeschrieben.

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