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Bremen zelebriert Welterbe-Feiertage

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Von: Jörg Esser

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Roland und Rathaus in Bremen.
Seit 2. Juli 2004 Welterbe: Roland und Rathaus. © Esser

51 deutsche Weltkulturerbestätten gibt es. Bremen ist seit Juli 2004 mit Rathaus und Roalnd auf dr Unesco-Liste vertreten. Das wird im Juni mit den Welterbetagen gefeiert.

Bremen – Bremen feiert sein Rathaus. Und den steinernen Roland auf dem Marktplatz. Sein Welterbe eben. Rathaus und Roland gelten als einzigartige Zeugnisse für die Entwicklung von bürgerlicher Autonomie und Marktrechten, wobei der 1404 errichtete Roland so etwas wie die Bremer Freiheitsstatue ist.

All das hat ja auch die Unesco, die die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation, gewürdigt. Seit 2. Juli 2004 zählen Rathaus und Roland zum Welterbe der Menschheit. „Das ist Anerkennung, Würdigung und zugleich Tourismusförderung“, sagt Landesdenkmalpfleger Prof. Dr. Georg Skalecki. Und es sei Verpflichtung, das Rathaus zu pflegen. So würden derzeit Gemälde in der Oberen Rathaushalle restauriert.

Mit den „Bremer Welterbetagen“ würdigt die Stadt die Bedeutung von Rathaus und Roland. Die werden von Mittwoch, 1. Juni, bis Pfingstsonntag, 5. Juni, zelebriert. Der erste Sonntag im Juni ist zugleich der Unesco-Welterbetag. In diesem Jahr wollen die derzeit 51 deutschen Weltkulturerbestätten unter dem Motto „50 Jahre Welterbekonvention: Erbe erhalten – Zukunft gestalten“ die Bedeutung des weltweit bekanntesten Schutzinstruments für das Kultur- und Naturerbe in den Mittelpunkt rücken, heißt es. Übrigens: Auf der aktuellen deutschen Welterbeliste steht noch ein „Rest“, der abgearbeitet werden soll. Kandidaten sind Neuschwanstein und das Schlossensemble in Schwerin, sagt Skalecki.

„Gedächtnis der Welt“

Seit 1992 gibt es bei der Unesco auch eine Weltdokumentenerbe-Liste. Es geht darum, das „dokumentarische Erbe zu bewahren“, sagt Dr. Konrad Elmshäuser, Leiter des Staatsarchivs Bremen. Dazu zählen die Gutenberg-Bibel, der epische Stummfilm „Metropolis“ von Fritz Lang, die Himmelscheibe von Nebra und Tonbandprotokolle des Frankfurter Auschwitz-Prozesses. Jetzt winkt auch Bremen mit Dokumenten zur Geschichte der Hanse, die im Staatsarchiv lagern, der Eintrag ins „Gedächtnis der Welt“, so Elmshäuser. Da geht es um eine wertvolle Rezess-Handschrift sowie eine Urkunde von 1294, die Norwegens König Erik II., der Städtebund Hanse und Bremen als Vermittler in einem Konflikt unterzeichnet haben.

Zurück ins Herz der Hansestadt: Für Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) ist das Bremer „das schönste Rathaus überhaupt“. Und das „soll lebendig sein und bleiben“, sagt der Hausherr. In der Unteren Rathaushalle wird bereits am Mittwoch, 25. Mai, die Ausstellung „Bremen – Geschichte – Welterbe“ eröffnet. Die vom Focke-Museum, dem Landesamt für Denkmalpflege, der Landesarchäologie und dem Staatsarchiv konzipierte Präsentation widmet sich der Bau- und Architekturgeschichte des Rathauses und Restaurierungsmaßnahmen. Und sie beantwortet die Frage, warum Rathaus und Roland unter dem Unesco-Schutz stehen. Die Ausstellung ist bis 20. Juni täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Mitsingfest und Weinbingo

Die „Bremer Welterbetage“ starten dann am 1. Juni um 11 Uhr auf dem Marktplatz mit dem Mitsingfest „Bremen so frei – Ein Fest in elf Liedern“. Der 1. Juni ist auch der Tag des „Linzer Diploms“, mit dem Kaiser Ferdinand III. im Jahr 1646 Bremen zur unmittelbaren freien Reichsstadt erhoben hat.

Am Donnerstag, 2. Juni, folgt ein „Tag der Jugend“, am Freitag, 3. Juni, wird die plattdeutsche Sprache in den Fokus gerückt, Ab 16 Uhr heißt es auf dem Marktplatz: „Welterbe (be)leevt!“. Für Live-Musik sorgen die Band „Rockwark“ und das „Fiede Bied Quintett“.

„Köstliches Fundament“

Schließlich spielt das „süße und köstliche Fundament des Rathauses“ eine Hauptrolle, sagt Birgitt Rambalski, Protokollchefin des Senats. Im Ratskeller mit seinen wertvollen Tropfen wird schließlich schon seit 1405 mit Wein gehandelt. Unter dem Motto „Weinkultur trifft Weltkultur“ gibt es am Sonnabend, 4. Juni, einen Weinschnack, ein Weinbingo und Führungen mit Ratskellermeister Karl-Josef Krötz durchs Kellergewölbe. Zu Gast in Bremen ist die Deutsche Weinkönigin Sina Erdrich. Das Festprogramm ist noch viel umfangreicher, „farbig und breit gefächert“, sagt Rambalski.

Details zum Programm gibt es im Netz unter

www.welterbe.bremen.de

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