Weinfässer und Wortwolken

Kunstmarkt „Tausendschön“ mit 130 Ausstellern zieht tausende Besucher an

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Sein Lieblingsmotiv präsentiert Jürgen Heusmann an seinem Stand „Daubenschlag“: die Insel Sylt auf dem ehemaligen Deckel eines Rotweinfasses.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Maritim kommt an. Am Stand von „Daubenschlag“ herrscht reges Treiben. Dauben sind lange, gebogene Bretter, die Deckel und Boden von Weinfässern verbinden. Der Firmeninhaber Jürgen Heusmann aus Stuhr verziert Dauben, Deckel und Böden von Rotweinfässern, oft mit maritimen Motiven.

Zum ersten Mal zeigte er sein Angebot am Sonntag auf dem Kunst- und Kuriositätenmarkt „Tausendschön“, der mit zwei Hallen des Großmarktes Bremen bei gutem Wetter einige tausend Besuchern anzog. Mit 130 Ausstellern erreichte „Tausendschön“ einen neuen Rekord, sagte Marktmeister Thomas Ledwig. Schnell wird klar, die verzierten Dauben, Deckel und Böden wecken gewaltige Nachfrage. In exponierter Stellung steht Heusmanns Lieblingsstück: ein Fassdeckel, darauf ein Metallstück in der Form der Insel Sylt. „Ich habe ein Jahr auf Sylt gearbeitet, darum habe ich viele Sylter Motive. Heusmann ist im Hauptberuf Tennistrainer. Auf einem Stück steht ein flotter Spruch: „Keep calm & say moin“. „Ich nehme weiße und pastellige Farben für das Holz, damit sich das gut in viele Einrichtungen integrieren lässt“, sagt er. Nach kurzer Zeit hat er von den Besuchern schon weitere Anregungen bekommen. „Ein Mann hätte das Inselmotiv gerne mit Rügen“, sagt Heusmann.

Eine ganz besondere Bremen-Landkarte gibt es bei „Buchstabenorte“. Sie zeichnet die Form der Hansestadt mittels eines „Wordles“, einer Wortwolke. Alle Stadtteile sind an ihrer Position benannt. Rekum im Norden ist leicht zu erkennen, danach wird es etwas schwieriger, denn die Buchstaben sind ziemlich durcheinandergewirbelt. Hinterm Tresen steht Marc Munden aus London und verkauft die von seinem Bruder Alexander Heitkamp in Dresden per Siebdruck gemachten typographischen Stadtpläne Bremens sowie anderer Städte. Ganz schnell findet er die Überseestadt und seinen Wohnort Fulham in London.

Die Lichtkugeln am Stand von „Creativ Studio“: Eine Pracht

Die Lichtkugeln am Stand von „Creativ Studio “, einer Töpferei in Garlstorf in der Lüneburger Heide, sind eine wahre Pracht. Solche Kugeln töpfert Bianca Meyer schon seit dem Jahr 2000. Die Kugeln mit einem Durchmesser von zehn bis 40 Zentimetern sind aus Ton mit hübschen Verzierungen und sie geben ein warmes Licht über eine zackenreiche Öffnung ab. Neben den Kugeln glänzt verziertes Geschirr. Die Tonwaren werden beäugt. „Das Bremer Publikum ist nicht so redselig. Die wollen immer erstmal gucken. Anderswo kommt man schneller ins Gespräch“, sagt Meyer. Marion Alfeld aus Bremen ist begeistert. „Das ist besser als die meisten Weihnachtsmärkte“, sagt sie. „Nur der Cappuccino ist zu teuer. Aber das liegt an den hohen Standgebühren, habe ich mir sagen lassen.“

Der nächste „Tausendschön“-Markt ist laut Ledwig für Sonntag, 18. März 2018, geplant.

 mko

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