Arbeitsagentur sieht gute Chancen für entlassene Schlecker-Mitarbeiterinnen

Wein statt Waschmittel

Ehemalige Schlecker-Mitarbeiterinnen lesen Stellenangebote, die an einer Stelltafel im Berufs informationszentrum der Bremer Arbeitsagentur hängen. ·
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Ehemalige Schlecker-Mitarbeiterinnen lesen Stellenangebote, die an einer Stelltafel im Berufs informationszentrum der Bremer Arbeitsagentur hängen. ·

Bremen - Von Thomas KuzajTeilzeitverkäuferin im Weinhandel, Tresenkraft in Teilzeit, Verkäuferin in einem Supermarkt für russische Lebensmittel. Drei der Stellenangebote, die gestern im Berufsinformationszentrum der Bremer Arbeitsagentur an Schwarzen Brettern hingen. Die Agentur hatte frühere Schlecker-Mitarbeiterinnen zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

„Ich bin schon zuversichtlich“, sagte Dr. Götz von Einem, Geschäftsführer der Bremer Arbeitsagentur. „Ich denke, dass wir innerhalb der nächsten drei Monate die allermeisten dieser Frauen adäquat vermitteln können.“

54 ehemalige Beschäftigte der insolventen Drogeriekette Schlecker haben sich bei der Agentur in Bremen gemeldet. Zehn von ihnen sind Filialleiterinnen gewesen, etwa die Hälfte hat in Teilzeit gearbeitet. Fünf werden bei Schlecker weiterbeschäftigt, eine Frau fand ohne die Agentur eine neue Stelle, berichtete von Einem. Zu dem Informationsvormittag kamen gestern mehr als 30 Frauen.

Nach den gescheiterten Gesprächen über eine Transfergesellschaft bekamen sie hier unter anderem Auskünfte „zu leistungsrechtlichen Fragen“, sagte von Einem. „Wir machen einen Bewerbungsmappen-Check und bieten Bewerbertraining an.“ Nur das „individuelle Gespräch beim Vermittler“, das könne durch so eine Veranstaltung nicht ersetzt werden.

Eher ging es um den Arbeitsmarkt im Allgemeinen. Von Einem: „Ich habe den Frauen sehr viel Mut gemacht, dass es Alternativen gibt – vielleicht aber nicht im Kernbereich dessen, was sie bisher gemacht haben.“ Manche Frauen würden zurückschreckend sagen: „Ich kann doch nur Drogerieartikel.“ Mancher Arbeitgeber hingegen würde sagen: „Das ist egal – Hauptsache, die Mitarbeiterin ist freundlich und kann kassieren.“ Die echten Drogeriemarktstellen „werden im Moment bundesweit überrannt“. Mut und Flexibilität sind also auch gefragt, wenn es plötzlich heißen kann: Weinhandel statt Waschmittelverkauf.

„Wir merken ein reges Interesse der Arbeitgeber“, so Agenturmitarbeiter Kristjan Messing. Insgesamt gibt es in Bremen gegenwärtig 287 offene Stellen im Einzelhandel – knapp 200 in Vollzeit, der Rest in Teilzeit. Messing: „Der Bedarf an flexiblen Teilzeitkräften steigt.“ Hinzu kommen noch diverse Zeitarbeitsangebote – und offene Stellen in der Gastronomie. Das Lohnniveau liege zwischen 7,50 Euro und 14 Euro, hieß es.

Es hieß auch, die arbeitslosen Frauen müssten nicht die erstbeste Stelle annehmen – etwa, wenn Arbeitszeiten und Entlohnung nicht zumutbar seien. „Schnellschüsse sind in der Regel nicht das, was Erfolg bringt“, sagte Götz von Einem. Sechs Wochen bis drei Monate kalkuliert er „für die erste Bewerbungsphase“ ein.

Und die Frauen? Etliche Gespräche wurden gestern geführt in den Räumen am Doventorsteinweg 44. „Das bringt uns schon was“, sagten zwei der Frauen. „Gerade die Einzelgespräche.“

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