Kuriose Beschwerde

Weil Kunde das Eis zu kalt ist – Restaurant muss Schadenersatz zahlen

Ein Mann bestellt sich Eis, als es ankommt, ist ihm nicht gar zu warm – sondern zu kalt. Den „Schaden“ muss das Restaurant zahlen. Inhaber Habib ist stinksauer.

Oldham, England – Die Tage, an denen er die Dienste des in England beliebten Lieferservices „Just-Eat“ in Anspruch nahm, sind gezählt. Hassan Habib, Betreiber eines Restaurants in Oldham, ist entsetzt: Ihn erreichen zuletzt immer häufiger Beschwerden, dass sein geliefertes Essen nicht in Ordnung sei. Besonders kurios: Ein Kunde verlangte die Rückerstattung, weil sein Eis zu kalt gewesen sei. Eine bizarre, lustige Nachricht, wäre sie für Hassan Habib nicht so bitter. Die lächerlichen Beschwerden kosteten den Geschäftsführer bis vor Kurzem Monat für Monat mehrere Hundert Pfund.

Unternehmen:Just-Eat
Gründung:2001, Dänemark
Umsatz:779,5 Millionen GBP (2018)
Hauptsitz:Vereinigtes Königreich

Weil das Eis kalt war: Restaurant erhält weitere kuriose Beschwerden – und muss dennoch zahlen

In Deutschland kennen wir ihn als „Lieferando“, in England ist der Lieferdienst als „Just-Eat“ bekannt. Der Dienstleistungsservice steht seit längerem in der Kritik. Gerieten zuletzt häufig etwa die schlechten Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter*innen in die Schlagzeilen, ist der britische Restaurantbetreiber Hassan Habib aus einem ganz anderen Grund verärgert. Er könne sich vor lauter Kunden-Beschwerden kaum noch wehren. Das kuriose: Nicht selten sind diese komplett willkürlich. So musste er etwa für eine Bestellung zahlen, weil das Eis zu kalt war.

Folgerichtig, dass er die Partnerschaft mit dem Lieferdienst abbrechen musste. Die Umstände zwangen den Geschäftsführer zu dieser Entscheidung, so schreibt es der britische Mirror. Fortan muss Hassan Habib also anderweitig das Essen seines Restaurants „Lucky‘s“ per Lieferung unters Volk bringen. Die Umstände sind zum Teil ähnlich kurios wie die Kündigung von 900 Mitarbeiter während eines Zoom-Meetings oder der Kiosk-Besitzer, der einer Kundin das Gewinnlos klaute – und sich anschließend auf der Vespa absetzte. Restaurantbetreiber Hassan wittert jedenfalls einen Betrug.

Kunden fordern Rückerstattung: Eis, 4 Milchshakes und Käsekuchen waren kalt – 45 Minuten nach Lieferung

Dass ihm derart viele Rückerstattungen erreichen, führt er einzig und allein auf eine mögliche Ursache zurück: Er wurde betrogen. Seinen Vorwurf begründet er damit, dass ihn die Flut an Beschwerden erst nach der letzten System-Umstellung von Just-Eat erreicht hätten. Sie wollten sich mehr der Konkurrenz rund um „Uber Eats“ und „Deliveroo“ anpassen. Seitdem offenbart das System des Lieferdienstes jedoch gehörige Fehler – zumindest, wenn es nach Hassan Habib geht.

Kurios: In England beschwerte sich ein Kunde, dass das Eis zu kalt war – das Restaurant musste zahlen.

Informationen von „Manchester Evening News“ decken sich mit den Erfahrungsberichten Habibs: Das Update biete allen Anschein nach tatsächlich die Möglichkeit, sich leichter eine Rückerstattung der jeweiligen Bestellung zu erschleichen. Auch Kundinnen und Kunden von „Lucky‘s“ hätten diesen mutmaßlichen Systemfehler wohl ausgenutzt, ist sich Restaurantbetreiber Habib sicher.

Er berichtet von der wohl lachhaftesten Forderung, das Geld wiederzubekommen: „Sie bestellten vier Milchshakes, einen Käsekuchen und ein Eis und stellten 45 Minuten später eine Rückerstattungsanfrage, weil das Essen kalt war. Lächerlich.“. Eine Beschwerde, die fassungslos macht – ähnlich wie der Trend von Impfgegnern, die Corona-Partys feiern, um sich anzustecken oder eine Veganerin, die wegen eines nicht veganen Lollis auf eine Verkäuferin losging.

„Weil Eis kalt war“ und weitere kuriose Beschwerden: Darum wittert Restaurantbetreiber Betrug

„Das ist nur eines von vielen Beispielen - sie bestellen einfach Essen, schreiben ‚X, Y, Z‘ falsch drauf, machen eine Rückerstattung und überlassen uns die Kosten“, beklagt sich Habib. Gleichermaßen sei es seiner Meinung nach schwieriger geworden, unglaubwürdige Beschwerden als Restaurantbetreiber anzufechten. Seiner Einschätzung nach sei es für viele Restaurants problematisch, wenn sie auf einmal nicht mehr bei Just-Eat zu finden sind. Auch Habib habe die Situation bereits schwer zugesetzt, doch noch könne er damit umgehen. „Viele Unternehmen können dies aber nicht“, ist sich Hassan Habib sicher.

Für Just-Eat scheinbar kein unbekanntes Problem. Laut Berichten des Mirror kündigte der Lieferservice bereits an, Maßnahmen in die Wege zu leiten, um einen womöglichen Betrug schnellstmöglich zu stoppen. Darüber hinaus bestätigte das Unternehmen, dass man Restaurantpartner unterstützen wolle, „wenn wir feststellen, dass betrügerische Aktivitäten stattfinden“. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Dean Pictures und IMAGO / Geisser

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