Weihnachtsmarkt und „Schlachte-Zauber“ dauern in diesem Jahr 31 Tage

Sterne und „Windsbraut“

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Adventslichter in der Innenstadt.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Hoch oben auf dem Dach des Neuen Rathauses steht sie und schwingt ihr goldenes Band – die „Windsbraut“. Jetzt soll sie unter dramatischen Umständen an einem anderen Ort ganz groß rauskommen. An der Schlachte nämlich. Dort wird sie entführt.

Wenn am Montag, 23. November, um 18 Uhr der inzwischen zwölfte „Schlachte-Zauber“ eröffnet wird, dann nicht – wie in früheren Jahren – mit Laiendarstellern aus der Organisatorenriege, sondern mit professionellen Schauspielern. Der Schauspieler Christian Bergmann von der Bremer Shakespeare-Company inszeniert ein Stück, das um die Figur der „Windsbraut“ herum gestrickt wurde: „Der Wikinger Adam will den Wind aus Bremen stehlen – in Form der ‚Windsbraut‘.“

Ein Feuerwerk beschließt (nach dem Happy End, versteht sich) das Eröffnungsspektakel. Bumm! Peng! Krach! Weihnachten kann kommen... Nein, doch noch nicht. Erst einmal kommt ja die Vorweihnachtszeit mit ihren bisweilen nicht minder lautstarken Menschenmassen, die singend und glühweinselig durch die Straßen ziehen.

Eben an der Schlachte zum Beispiel, wo der „Schlachte-Zauber“ einmal mehr Historisches, Maritimes und Winterliches vereinen soll. Johannes Faget („Fogelvrei Produktionen“) und seine Kollegen bauen einmal mehr ein „Freibeuterdorf“ auf, das einen zeitlichen Bogen „vom 8. bis zum 18. Jahrhundert“ spannt, wie Faget sagt. „Eine sich verwandelnde Hafenstadt.“ Festlich beleuchtete Schiffe, Winter-Hütten und eisblaues Licht. Kunsthandwerk und Kulinarisches, Musik und Moritaten. Etwa 100 Händler sind an den insgesamt 31 Markttagen dabei.

Blick auf den Marktplatz – dieses Mal wird die Welterbekulisse mit dem Rathaus nicht durch eine Burg verdeckt.

Denn mit dem Auftakt am Montag beginnt der „Schlachte-Zauber“ – wie auch der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt – drei Tage früher als früher. Angeblich, weil das Publikum es so will. Das jedenfalls sagten die Organisatoren gestern. „Schlachte-Zauber“ und Weihnachtsmarkt enden am 23. Dezember. Der Weihnachtsmarkt in der Lloyd-Passage bleibt schon traditionell noch etwas länger stehen – bis zum 31. Dezember nämlich. Der „Schlachte-Zauber“ öffnet täglich in der Zeit von 11 bis 20.30 Uhr, sonnabends von 11 bis 22 Uhr. Der Weihnachtsmarkt auf dem und rund um den Marktplatz öffnet montags bis freitags von 10 bis 20.30 Uhr, sonnabends von 10 bis 22 Uhr und sonntags von 11 bis 20.30 Uhr. An allen vier Adventssonnabenden haben die Geschäfte der Bremer Innenstadt bis 22 Uhr geöffnet. Süßer, so die Hoffnung, die Kassen nie klingen...

Fast 200 Stände gehören in diesem Jahr zum Bremer Weihnachtsmarkt, sagt die Marktverwaltung. Eröffnet wird er mit einer Feierstunde im Dom, die am Montag, 23. November, um 16 Uhr beginnt. Bürgerschaftspräsident Christian Weber und Dompastorin Ingrid Witte „läuten die Adventszeit ein“, heißt es stimmungsvoll. Es singt der Knabenchor der Liebfrauenkirche. Der Eintritt ist frei. Nach der Eröffnungsfeier im Dom werden die Lichter des großen Tannenbaums vor dem Haus der Bürgerschaft eingeschaltet.

Apropos Licht – der Dom steht wieder im Zentrum einer besonderen Illuminationsaktion. Die Lichtshows beginnen an zwei Freitagen – am 4. und 11. Dezember – jeweils um 18, um 19 und um 20 Uhr.

Aufbauarbeiten an der Schlachte – hier entsteht unter anderem das „Freibeuterdorf“.

Apropos Licht, Teil II: Die Innenstadt-Kaufleute geben wieder Geld für „unendlich viel Weihnachtsbeleuchtung vom Wall bis zur Schlachte“ aus, wie Dr. Jan-Peter Halves von der City-Initiative sagt. Am Wall, im Schüsselkorb und an den Eingängen zum Schnoor gibt es eine ganz neue Beleuchtung. „Licht erzeugt Stimmung, kann darüberhinaus aber auch Passantenströme lenken“, heißt es bei der City-Initiative. Zwischen Herdentor und Zentralbibliothek sollen vier große Sterne auf dem Wall-Glasdach winterlichen Glanz verbreiten. Winterlich deshalb, damit sie auch nach dem Fest noch leuchten können. Gestalterisch korrespondieren sie mit dem großen Stern der SWB (früher: Stadtwerke) in den Wallanlagen.

Soviel Licht, soviel Glanz – Bremens Tourismus-Chef Peter Siemering freut sich auf die Adventszeit. An den „starken Wochenenden“ erwartet er mehr als 200 Busse. Mit seinen Weihnachtsmärkten sei Bremen „in ganz vielen Katalogen drin“.

Um genauer zu erfahren, was das Publikum denn so anlockt und was es sich wünscht, schicken die Innenstadt-Akteure in diesem Jahr gemeinsam mit Handelskammer und Uni Studenten los, um Besucher zu befragen. Die Ergebnisse der Erhebung will Siemering im März 2016 präsentieren.

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