Stotterstart bei Schmuddelwetter

Weihnachtsmarkt und „Schlachte-Zauber“ eröffnet

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Alle Jahre wieder ... wird die Bremer Innenstadt in der Adventszeit in Lebkuchenduft gehüllt. In diesem Jahr läuft das Markttreiben 27 Tage lang. Am 23. Dezember ist Schluss.

Bremen - Von Jörg Esser. Nasskaltes Schmuddelwetter. Echt bremisch. „Das bleibt jetzt vier Wochen so“, sagt ein junger Mann mit hämischem Grinsen. Vom Glühweinstand kommen böse Blicke zurück. „Das wird schon noch.“ So soll es sein. Der Weihnachtsmarkt auf Marktplatz und Liebfrauenkirchhof sowie der „Schlachte-Zauber“ am Weserufer sind jedenfalls eröffnet. Bis zum 23. Dezember weht Lebkuchenduft durch die Innenstadt.

Auf trockene Kälte mit Temperaturen um den Gefrierpunkt hoffen die „Fogelvreien“, die ihr historisches und maritimes Dorf an der Schlachte aufgebaut haben. „Glühweinwetter ist wichtig für den Umsatz.“ Die Vorhersagen für die ersten Markttage dämpfen die Erwartungen. „Der Auftakt ist schwierig“, sagt der Maronen-Händler.

Es ist ein Stotterstart an diesem trüben Montag. Ein paar Gruppen spazieren über die Märkte. „Wir sind nur zufällig hier“, sagt eine junge Frau aus dem Bremer Norden am frühen Nachmittag. „Ich wusste gar nicht, dass die Märkte schon anfangen.“ So richtig Tempo nimmt das Treiben nicht auf. „Drei Tage zum Warmlaufen“ müsse man einkalkulieren, heißt es bei einem der Schnickschnack-Händler auf dem Marktplatz. Derweil erwacht der Chor der Engel. Zumindest musikalisch.

Am Nachmittag spricht Pastorin Ingrid Witte bei der Eröfffnungsfeier im Dom zu den Schaustellern. Der Knabenchor der Kirche Unser Lieben Frauen stimmt die Bremer und Buten-Bremer musikalisch aufs Fest ein. Draußen knipsen Bürgerschafts-Vizepräsident Frank Imhoff (CDU) und Wirtschaftssena-tor Martin Günthner (SPD) die Lichter des großen Tannenbaums an. Gegen Abend füllen sich die Wege. Ein kleines Auftaktspektakel und ein farbenprächtiges Feuerwerk ziehen viele Neugierige zum „Schlachte-Zauber“ an die Weser. Kinderaugen leuchten. Geht doch.

„Schlachte-Zauber“ kurz vor dem Feuerwerk: Die Geschäfte beim Likör- und Weinhändler nehmen Fahrt auf.

Zurück ins Marktgeschehen: 97 Stände sind auf dem „Schlachte-Zauber“ aufgebaut, 181 Händler tummeln sich rund um Roland, Dom, Rathaus und Liebfrauenkirche. Am Dienstag wird eine 300 Quadratmeter große Eislaufbahn auf dem Ansgarikirchhof eröffnet. Fünf Karussells, 16 Ausschankbetriebe, 25 Süßwarengeschäfte und so weiter gibt es. 

Die Aufstellung hat sich kaum geändert. Eckplätze kosten 20 Prozent Zuschlag. Das kleine Riesenrad steht auf dem Domshof, das historische Kinderkarussell dreht seine Runden auf dem Marktplatz. Vor dem Haus der Bürgerschaft werden Eier- und Wickinger-Punsch (mit ck) ausgeschüttet. Nebenan steht der Terracotta-Hof. „Müller’s Glühweinhütte“ hat ihren Stammplatz gegenüber Karstadt bezogen. Punsch gibt es auch. „Das ist so Glühwein ohne Alkohol“, belehrt just eine etwa 70-Jährige ihre Freundin.

Keine akute Gefahr für die Bremer Märkte

Viele Polizisten sind unterwegs. Und private Sicherheitskräfte. An allen Einfallstoren stehen Mannschaftswagen. Das fällt auch den beiden Damen auf. „Die passen schon auf“, sagt die eine. Zu Hause zu bleiben, komme für sie nicht infrage. „Ohne Weihnachtsmarkt fehlt mir was.“ Eine akute Gefahr für die Bremer Märkte bestehe nicht, sagt derweil Polizeisprecher Nils Matthiesen. Trotzdem sei die Polizei auf alles vorbereitet.

Der Weihnachtsmarkt öffnet bis zum 23. Dezember von 10 bis 20.30 Uhr, sonntags von 11 bis 20.30 Uhr. Der „Schlachte-Zauber“ öffnet täglich ab 11 Uhr.

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