Tradition aus Holland und Belgien

Theaterschiff-Team zieht in ein nostalgisches Spiegelzelt auf der Bürgerweide

Nostalgie, Jugendstil und Lichterglanz – so soll es aussehen, das Bremer Spiegelzelttheater.
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Nostalgie, Jugendstil und Lichterglanz – so soll es aussehen, das Bremer Spiegelzelttheater.

Bremen – Vorhang zu! Auf dem Theaterschiff ist gegenwärtig kein Spielbetrieb möglich, die Corona-Abstände lassen sich dort nicht einhalten. Aber Intendant und Geschäftsführer Knut Schakinnis hat sich etwas einfallen lassen. Das Theaterschiff betreibt in den Monaten November, Dezember und Januar ein nostalgisches Spiegelzelttheater auf der Bürgerweide. Also: Vorhang auf!

Eichenholz, Spiegel in Facettenschliff, Jugendstil-Ambiente – Schakinnis hat das Spiegelzelt (Modell: „Carrousel“) bei einer Spezialfirma in (nicht auf) Malle in Belgien aufgetrieben. In Holland und Belgien, so der Theaterleiter, haben Spiegelzelttheater eine große Tradition. „Da wurde getanzt, da wurde rumgemuschelt.“ Damals, als der Jugendstil eine Kunstrichtung der Gegenwart war.

„Diese Zelte haben eine unglaubliche Atmosphäre“, sagt Schakinnis. Dielenboden, Glasmalerei, nostalgischer Zauber auf der einen Seite, moderne Veranstaltungstechnik und Fußbodenheizung auf der anderen: 499 Plätze hat das 22 Meter mal 36 Meter große Spiegelzelt normalerweise im Theaterbetrieb.

Bremer Spiegelzelttheater: 300.000 Euro Kosten

Doch auch hier kommt die Pandemie mit den entsprechenden Regelungen ins Spiel. Das Bremer Spiegelzelttheater wird nun 196 Besucher an 29 Tischen und neun Logen fassen. In eine Loge passen sechs Personen, wegen Corona werden die Logen nur komplett verkauft.

Hereinspaziert! Impresario Knut Schakinnis präsentiert die Werbung für das Spiegelzelttheater Bremen, das im November mit einem Weihnachtsstück auf der Bürgerweide öffnet.

Schakinnis setzt darauf, dass auch Unternehmen diese Möglichkeit nutzen werden – gerade in der Vorweihnachtszeit. Das Spiegelzelt-Projekt ist ein wirtschaftliches Wagnis. Schakinnis: „Wir gehen da mit hohem Risiko rein – und hoffen, dass wir keinen Lockdown bekommen.“ In welchem Rahmen darf man sich das Risiko vorstellen? „Das Zelt allein kostet 40.000 Euro, mit Aufbau 45.000 Euro. Insgesamt sind es 300.000 Euro Kosten, die wir jetzt in den Topf schmeißen.“ Natürlich in der Erwartung, dass „wir Gewinn erwirtschaften können“ – im Pandemiejahr 2020 mit seinen langen Zeiten der Zwangsschließungen nicht ohne Bedeutung für einen Theaterbetrieb.

Bremer Spiegelzelttheater: Erste Premiere ein Weihnachtsstück

Apropos Theater – was wird denn nun gespielt in dem Spiegelzelt, das in der Nähe des Bahnhofs-Nordausgangs auf der Bürgerweide stehen wird? Etwas, das zur Saison und zum nostalgischen Charme gleichermaßen passt. Von Donnerstag, 19. November, bis Sonntag, 27. Dezember, steht „Die Bremer Weihnachtsgeschichte“ auf dem Programm. Eine Produktion „nach Motiven von Charles Dickens“, inszeniert von Schakinnis‘ Hausregisseur Oliver Geilhardt. Darsteller sind unter anderem Marcus Rudolph, Mark Derichs und drei Artistinnen, die auch in die Geschichte eingebunden werden.

Nach Weihnachten folgt dann ein „Jahreswechselknaller“, so die Ankündigung: Am Mittwoch, 30. Dezember, feiert die Produktion „Neujahr total“ Premiere, die bis zum 23. Januar 2021 zu sehen sein wird. Das Team des Weihnachtsstücks präsentiert eine revueartige Zeitreise, die mit vielen Hits von den 50ern bis in die Gegenwart führt.

Snacks und Gastspiele im Bremer Spiegelzelttheater

Gespielt werden beide Stücke ohne Pause, es gibt ein coronakonformes Snack-Angebot: „Kleinigkeiten, die man einfach und schnell servieren kann“, so Schakinnis. Während der Vorstellungen müssen keine Mund-Nase-Masken getragen werden, was mit Blick auf die Snacks ja auch von Vorteil ist.

Es gilt ein Hygienekonzept mit Abstandsregeln. Eintrittskarten gibt es nach Auskunft eines Sprechers für 48 Euro und für 56 Euro. Eine Sechs-Personen-Loge kostet 288 Euro. Einen Netzauftritt hat das Bremer Spiegelzelttheater auch schon (https://spiegelzelttheater-bremen.de).

Das Spiegelzelttheater wird auch eine Bühne für Gastspiele sein. Zwei stehen schon fest: Sänger Denis Fischer kommt am Dienstag, 8. Dezember, mit einer Spiegelzelt-Version seines Leonard-Cohen-Programms (Beginn: 20 Uhr). Und Frank Fiedler präsentiert eine Version seines Musicals „Nachts in Bremen“ (Mittwoch, 16. Dezember, 20 Uhr). Zudem sind drei Jazz-Abende mit dem Bremer Saxophonisten Dirk Piezunka und weiteren Musikern in Vorbereitung.

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