Bremer Künstler Armin Kölbli hat das „Ovum-4“-Skelett in Jerusalem installiert

„Weihnachts-Ei“ auf dem Ölberg

Bremen - BREMEN (je) · Armin Kölbli brütet wieder ein Ei. Ein riesiges Beton-Ei. Das Friedens-Ei „Ovum 4 Jerusalem“. Und das soll seinen endgültigen Platz um „Peace Forest“ von Jerusalem erhalten. Derzeit präsentiert der Bremer Künstler das Skelett seines Kunstwerkes vor der Auferstehungskirche auf dem weltbekannten Ölberg Jerusalems.

Vize-Bürgermeisterin Naomi Tsur jedenfalls ist glücklich. Sie spricht schon von „our egg“ („unserem Ei“). Im kommenden Frühjahr wird um das goldene Stahl skelett die Beton-Eierschale modelliert; dann ist das Friedens-Symbol fertig und kann mit den Friedensbotschaften aus aller Welt „befruchtet“ werden. Auf zwölf Tonnen und über vier Meter Höhe wird die Skulptur laut Kölbli anwachsen.

Derzeit ist das Skelett, wie erwähnt, auf dem Ölberg installiert und sammelt als „Weihnachts-Ei“ ab sofort weltweit Weihnachtsbotschaften, die im Friedens-Ei 1 000 Jahre verwahrt bleiben. Menschen aus aller Welt sind aufgefordert, sich mit dem Thema „Frieden“ auseinanderzusetzen und ihre Wünsche, Gedanken und Botschaften schriftlich zu formulieren. „Diese Gedanken an die ferne Zukunft, vereint und reifend in einem Symbol des Lebens, können durch die Zeiten hindurch nicht nur bei den Briefeschreibern und deren Nachkommen, sondern bei allen Betrachtern der Ei-Skulptur Denken und Gedankenaustausch anregen“, sagt Künstler Kölbli. Die Adresse für die Weihnachtsbotschaften, die bis zum 1. Januar 3001 im Beton-Ei verwahrt werden sollen, lautet: „Ovum 4 Jerusalem, Postbox 51 588, 95 908 Jerusalem, via Israel“.

„Ovum“ ist das Lebensprojekt Kölblis. Der heute 52-jährige Durmersheimer, den es aus Baden-Württemberg nach Bremen verschlagen hat, versteht sich als Zeichen-Setzer. Seine ovalen Kolosse sind Zeitkapseln. Im Innern befinden sich Briefe, die für die Nachwelt bestimmt sind. Sein erstes Ei legte Kölbli 1991 in Bremervörde – bei der Landesgartenschau. „Ovum 1“ ist aus Stahl, 1,30  Meter hoch, 85 Zentimeter breit und 50 Kilogramm schwer. Ein vergleichsweise kleines Ei.

„Ovum 2“ ist schwerer. Ein Beton-Ei eben. Mit Ausmaßen von 3,33 Meter mal 2,34 Meter, fast zehn Tonnen schwer. Das „Ungetüm“ wurde am 26. April 2000 an der „letzten Ausfahrt vor Tschernobyl“ installiert – am 14. Jahrestag der Explosion im Kernkraftwerk der ukrainischen Stadt. Tschernobyl sei ein „mythischer Ort, fast wie Stonehenge“, sagt Kölbli. „Ovum 2“ wiederum ist auch ein Mahnmal. „Ich wollte damit unterstreichen, was für eine Zeitbombe die Atomkraft für die Menschheit darstellt.“

„Ovum 3“ steht heute in Pristina im Kosovo – eigentlich nur, weil die Terroranschläge vom 11. September 2001 die Weltreise des Beton-Eis stoppten. Von der „Expo 2000“ in Hannover schickte Kölbli seinen ovalen Briefkasten auf die Reise. Als Symbol der Fruchtbarkeit sollte das gefüllte Ei die Botschaften der Menschen über nationale, religiöse und kulturelle Grenzen hinweg transportieren und Silvester 2001 vor dem UN-Hauptquartier in New York seinen Zielbahnhof erreichen.

Doch nach jenem 11. September „war die Weiterreise ein Ding der Unmöglichkeit“. Der exotische Künstler steuerte um – und fand einen Kilometer von Pristina entfernt die „Endstation“ für das dritte Ei – im Braunkohlekraftwerk Obilic. Erst 3001 darf auch dieses versiegelte Ei geöffnet werden. Wie das „Ovum 4“.

WWW.

ovum4jerusalem.com

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