Coronavirus-Pandemie

Wegen Impfmuffeln: In Bremen muss Astrazeneca-Impfstoff zerstört werden

Die Nachfrage nach Impfterminen gegen Corona ist im Bundesland Bremen stark eingebrochen. Größtes Problem: Etliche Astrazeneca-Impfdosen müssen vernichtet werden.

Bremen – Die Kassenärzte im Bundesland Bremen schlagen Alarm: Seit rund zwei Wochen sinkt die Nachfrage nach Impfterminen gegen das Coronavirus rapide. Und das, obwohl der Inzidenzwert in Bremen erstmals seit Mitte Juni wieder steigt. Inzwischen müssten immer mehr Astrazeneca-Impfdosen ungenutzt vernichtet werden, heißt es. Bis jetzt sind im kleinsten Bundesland 42,1 Prozent aller Menschen vollständig durchgeimpft, 66,5 Prozent der hier lebenden Menschen haben immerhin schon die erste Spritze gegen Covid-19 erhalten.

Bundesland in Deutschland:Freie Hansestadt Bremen
Fläche:419,38 Quadratkilometer
Einwohner:680.130 (Stand: 31. Dezember 2020)
Regierungschef:Andreas Bovenschulte (SPD)
Gesundheitssenatorin:Claudia Bernhard (Die Linke)

Doch jetzt tut sich laut Kassenärztlicher Vereinigung in Bremen (KVHB) ein neues Problem auf: Etliche Dosen des Vakzins von Astrazeneca müssten vernichtet werden. KVHB-Sprecher Christoph Fox warnt: „Mit der neuen Stiko-Empfehlung hat der Impfstoff von Astrazeneca den finalen Todesstoß erhalten. Die Praxen bleiben darauf sitzen und müssen den Impfstoff ungenutzt entsorgen.“ Dies schmerze viele Ärzte und das medizinische Fachpersonal, die sich darüber bitterlich bei der KV Bremen beschweren würden.

Impfdosen in Bremen werden wegen Impfmuffeln zerstört: Neue Stiko-Empfehlung sorgt für viel Arbeit

Insgesamt bleibe es bei einem hohen Arbeitsaufwand in den Praxen. Stellenweise steige er sogar, so der Sprecher mit Blick auf die vorige Woche ergangene neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Die Stiko hatte in der vergangenen Woche empfohlen, nach einer Astrazeneca-Impfung bei der zweiten Spritze in Zukunft einen mRNA-Wirkstoff zu nutzen. Diese sogenannte Kreuzimpfung soll den Impfschutz deutlich erhöhen*. Auch eine Verkürzung des Impfintervalls sorgt für zusätzliche Arbeit in den Praxen. Deshalb müssten viele Nachfragen von Patienten bewältigt und Termine umgebucht werden.

Viele Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca müssen nach der neuen Stiko-Empfehlung vernichtet werden.

In den Impfzentren werde hingegen weiterhin in unverminderten Tempo geimpft, teilten die Bremer Gesundheitsbehörden mit. Die Geschwindigkeit bei den Zweitimpfungen steige sogar deutlich, sagte Lukas Fuhrmann, Sprecher der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz Claudia Bernhard (Die Linke).

Impfdosen müssen nach Stiko-Empfehlung entsorgt werden: Impfbereitschaft in Impfzentren ungebrochen

Das habe auch mit den niedrigschwelligen Angeboten in den Stadtteilen und den Impfmobilen zu tun, die weiterhin sehr gut angenommen würden. „Wir rechnen aber in den kommenden Wochen mit einer sinkenden Nachfrage, was auch an der sehr hohen Impfquote in Bremen liegt“, so Fuhrmann.

In Uelzen hingegen finden sich inzwischen so viele Impfwillige, dass die Aktionen zur Impfung ohne Termin wieder abgesagt werden musste. Der Landkreis sieht die Sicherheit von Mitarbeitern gefährdet, nachdem sich mehrere Impfwillige unangemessen verhalten hätten. Auf Bundesebene wird aufgrund des Rückgangs der Impfkampagne über finanzielle Anreize nachgedacht. Bis zu 500 Euro sind im Gespräch. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  Stefan Sauer/dpa

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