„Bremer Frauen-Geschichten”: Die Malerin Paula Modersohn-Becker

Wegbereiterin der Moderne

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Am 20. November 2007, dem 100. Todestag von Paula Modersohn-Becker, setzte Bremen der Künstlerin ein Denkmal in den Wallanlagen hinter der Kunsthalle. Es ist ein Bronzeabguss der Büste, die Clara Rilke-Westhoff, Bildhauerin und Paulas Freundin, im Jahr 1899 schuf.

Bremen - Von Nina Seegers. Dass sie einmal als eine der größten Künstlerinnen der Moderne in die Geschichte eingehen würde, davon hätte sie zeit ihres kurzen Lebens nicht zu träumen gewagt. Erst nach ihrem Tod wurde ihr die verdiente Anerkennung zuteil. In der heutigen Folge unserer neuen Serie „Bremer Frauen-Geschichten” geht es um Paula Modersohn-Becker (1876-1907).

„Ich weiß, ich werde nicht sehr lange leben. Aber ist das denn traurig. Ist ein Fest schöner, weil es länger ist? Und mein Leben ist ein Fest, ein kurzes, intensives Fest”, schrieb sie 1900 in ihr Tagebuch. Tatsächlich starb Paula Modersohn-Becker bereits knapp sieben Jahre später mit nur 31 Jahren in Worpswede. Diese Zeilen aus ihrem Tagebuch gehören zu den bekanntesten, weil sie so häufig zitiert worden sind. Auch der Untertitel des Films „Paula – Mein Leben soll ein Fest sein”, der jüngst in den Kinos lief, bezieht sich auf eben jenes Zitat.

Paula, eine für ihre Zeit radikal moderne Frau und hochbegabte Künstlerin, führte ein kurzes, intensives Leben, ja. Ihren Tod vorausgeahnt hat sie aber sicher nicht. Vielmehr waren jene Zeilen Ausdruck eines sentimentalen Augenblicks, denn schon wenige Wochen später schrieb sie: „Und es dauert doch noch lange. Ich bin gesund und stark und lebe.”

Aber zurück auf Anfang: Minna Hermine Paula Becker kommt am 8. Februar 1876 in Dresden zur Welt. Sie wächst in einem liberalen, aber nicht sonderlich wohlhabenden Elternhaus auf. Als sie zwölf Jahre alt ist, zieht die Familie nach Bremen, weil der Vater eine Stelle als Baurat antritt. Die Beckers wohnen in der Schwachhauser Chaussee 23 (heute Schwachhauser Heerstraße). In Gedenken an die Malerin heißt das Haus heute „Haus Paula Becker”.

Mit 21 zum ersten Mal in Worpswede

1897 besucht die 21-Jährige im Rahmen eines Familienausflugs zum ersten Mal Worpswede und ist von der Landschaft sowie der dort ansässigen Künstlerkolonie tief beeindruckt. Ein Jahr später zieht die junge Frau dauerhaft in das Künstlerdorf vor den Toren Bremens. Weil sie ein kleines Erbe von Verwandten erhalten hat, kann sie sich dort voll und ganz der Malerei widmen. In Worpswede freundet sie sich unter anderem mit der Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff, dem Maler Heinrich Vogeler und ihrem späteren Ehemann, dem Maler Otto Modersohn, an.

Von Worpswede aus bereist Paula in den folgenden Jahren (1900, 1903, 1905 und 1906) mehrmals das damalige Kunstzentrum Paris. Die Werke von französischen Avantgardisten wie Paul Cézanne und Paul Gauguin sind für die Künstlerin besonders wegweisend.

Ihr letzter Paris-Aufenthalt dauert mehrere Monate, bevor sie im März 1907 nach Worpswede zurückkehrt und von Otto Modersohn nach etwa sechs Jahren Ehe schwanger ist. Ihre Tochter Mathilde kommt am 2. November 1907 zur Welt. Das kleine Mädchen soll sich jedoch nie an seine Mutter erinnern können, denn schon drei Wochen nach der Geburt stirbt Paula an einer Lungenembolie.

Das Denkmal von Bernhard Hoetger auf dem Grab der Künstlerin in Worpswede macht diesen so frühen und tragischen Tod zum Thema und zeigt eine sterbende Mutter mit ihrem Baby.

Paula Modersohn-Becker war eine Pionierin, eine Wegbereiterin der Moderne und hinterlässt rund 750 Gemälde, 1 000 Zeichnungen und 13 Radierungen. Das Paula-Modersohn-Becker Museum in der Böttcherstraße präsentiert dauerhaft Meisterwerke seiner Namensgeberin.

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