„The BossHoss“ sind mit großer Besetzung im Pier 2 und musizieren an den Erwartungen der Fans vorbei

Wechselspannung mit Streichereinheiten

Wie man sie kennt: „Boss Burns“ (Gesang) und „Boss Power“ (Gitarre) vorne an der Rampe produzieren mit Hank Williamson (l.) Schlagzeuger „Sir Frank Doc“ (r.), Russ T. Rocket (E-Gitarre), Guss Brooks (E-Kontrabass) und Ernesto Escobar (Percussion) den typischen „BossHoss“-Sound.

Bremen - Von Ralf SussekBREMEN · „Low Voltage“ (niedrige Spannung) nennen die Cowboy-Rocker von „The BossHoss“ ihr neuestes Projekt – und das macht seinem Namen alle Ehre. Offensichtlich trifft die Band beim Konzert in Pier 2 den Geschmack ihres Publikums nicht. Die Hochspannung vergangener Gigs stellt sich jedenfalls erst ganz am Ende ein.

„Low Voltage“, das sind altbekannte Songs, neu arrangiert mit Streichern und Bläsersätzen. Vorteil der „großen Besetzung“ mit den Streichern des Babelsberger Filmorchesters („The Fa bulous Babelsberg G-Strings“) und Bläsern („The Tijuana Wonder Brass“): Das Konzert beginnt pünktlich um acht. Es ist nur eines von zwölf in ganz Deutschland – der treuen Bremer Fangemeinde sei Dank. Und nur eines im von der Band geliebten Pier 2 – die anderen finden vorzugsweise in Konzerthäusern wie der Kulturpalast in Dresden oder der Alten Oper in Fankfurt/Main statt.

Die entsprechen auch besser dem feinen Outfit von Streichern und Bläsern. Doch die wiederum passen sich ihren Gastgebern an: Wann hat man schon einmal einen Orchestermusiker mit zwei Flaschen Beck’s die Bühne betreten sehen?

Zu Beginn gelingt die Gratwanderung von „The BossHoss“ noch ausgesprochen gut. Doch nach den ersten drei Songs gibt es den Bruch, an dem das Konzert bis zur Zugabe kranken soll. Unentschieden geht es auf der Bühne zu – musikalisch über jeden Zweifel erhaben, scheinen sich die sieben Musiker abseits gängiger Unplugged-Pfade mit Hilfe von Streichern und Bläsern von ihrem Image als Party- und Gute-Laune-Band verabschieden zu wollen.

Ein Schuss Ernsthaftigkeit wäre aber statt bei der Performance beim Drumherum vonnöten. Überflüssig zum Beispiel, dass „Boss Power“ und „Boss Burns“ mehrere Mädchen auf die Bühne holen, die dann bewegungsunfähig zwischen den Musikern herumstehen. Und die ewigen Wortgeplänkel mit gewollt amerikanischer Klangfarbe nerven auf Dauer ebenso wie der zur Schau gestellte Alkohol- und Zigarettenkonsum. Ein Teil des Publikums nimmt sich an diesem Sonnabend ein schlechtes Beispiel, quatscht oft mehr als dass es zuhört und schert sich einen Dreck ums Rauchverbot.

Schade drum, denn es gibt so manche musikalische  Live-Perle. Während das neue Arrangement dem Song „Rodeo Radio“ noch schlicht und ergreifend das Tempo raubt, wacht das Publikum bei der Cover-Version von Plastic Bertrands nervigem „Ca  Plane Pour Moi“ zum ersten Mal richtig auf.

Und als es nach 100 Minuten an die Zugaben geht, fängt der Spaß so richtig an. Nach wie vor genial Jimi Hendrix’ „Hey Joe“, der Hammer die XXL-Version von „Stallion Batallion“, mit dem einzigartigen Mundharmonika-Spiel von Hank Williamson und den Solo-Einlagen der „Tijuana Wonder Brass“. Da zeigen alle Beteiligten, dass auch in der großen Besetzung die Post abgehen kann. Und da herrscht für ein paar Minuten die Hochspannung, die „Low Voltage“ nicht versprochen hatte, die aber von vielen Fans erwartet worden war.

· Wer sich auf ein Konzert von „The BossHoss“ (zum Beispiel am 19. Dezember in der Kongresshalle Oldenburg) einstimmen möchte – die neue CD „Low Voltage“ gibt es ab 16. April im Handel – oder zu hören auf der Seite der Band.

WWW.

thebosshoss.com

filmorchester.de

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